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Franz-Karl (Charly) Möller aus Hünfeld und der Einklang von „Architektur, Malerei und Bildhauerei“

Hünfeld. Wer auf seiner Homepage (www.moeller-architekten.com)  Johann Wolfgang von Goethe zitiert („Die Kunst ist eine Vermittlerin des Unaussprechlichen“), der dürfte sich auch mit einer der Kernaussagen von Goethes Faust identifizieren:  „Zwei Seelen wohnen, ach in meiner Brust!“ Franz-Karl (Charly) Möller aus Hünfeld versteht sich als Architekt und Künstler zugleich, „da meine ganze Leidenschaft die Kunst und Architektur ist, obwohl wir uns täglich in der Architektur mit Kompromissen und Zwängen auseinander setzen müssen“.

Seinen Wunsch, diesem Zwiespalt gerecht zu werden, hat die polnische Kunsthistorikerin Dr. Bozena Kowalska (Warschau) „das Streben nach Harmonie, nach Einklang zwischen Architektur, Malerei und Bildhauerei“ genannt. Wobei für den 55-jährigen Möller auch die Musik dazugehört, die gleichfalls Ausdruck kreativen Denkens und Handelns sei. „So wie ich mit der Kunst versuche, mein Innerstes, meine Gefühle und Gedanken darzustellen – beispielsweise mit dem Symbol der Welle, die das Auf und Ab meines bisherigen Lebens skizziert.“

Kunsthistorikerin Kowalska hat festgestellt, „dass es in jeder Hinsicht schwer ist, für Möllers Malerei Vorbilder und allgemeine Bezeichnungen zu finden“, und spricht von „eigenartigen Bildern, deren Inspiration die Architektur ist“. Auf keinen Fall würden konkretisierte Objekte oder architektonische Konstruktionen wiedergegeben, vielmehr seien es malerische Variationen zum Thema Architektur, wobei Möllers Interesse vornehmlich dem Raum und dem Rhythmus gelte.

Der in Fulda geborene und im Hünfelder Stadtteil Mackenzell aufgewachsene Möller kam im Alter „zwischen 6 und 8 Jahren“ erstmals mit Kunst in Kontakt, als ihn der früh verstorbene Ernst Bräuning mit in die Rhön nahm, „wo ich meine ersten Zeichenblätter bemalte und versuchen durfte, die Milseburg visuell zu erfahren“. Überhaupt sei Bräuning einer der genialsten Maler gewesen, der ihm das Farbenspiel mit Schatten und Licht beigebracht habe. „In der Schule habe ich dann meistens gezeichnet und gemalt“, erinnert sich Möller, der eine Lehre als Bauzeichner absolvierte und danach an der Gesamthochschule in Kassel Architektur – sowie parallel dazu – Kunst studierte.

Kunstschaffende, die in jener Zeit Einfluss auf seine Entwicklung genommen hätten, seien unter anderem Joseph Beuys, Werner Kausch, Harry Kramer und Erwin Heerich gewesen. Zudem habe ihn, gerade auch durch viele Studienreisen, die europäisch-geometrisch-abstrakte Tradition geprägt, insbesondere die Disziplinen des Bauhauses, des holländischen „de stijl“ und des russischen Konstruktivismus.

Gerade die Auseinandersetzung mit dem Konstruktivismus in Verbindung mit dem Wirken Professor Jürgen Blums wurde Mitte der 80er Jahre aktuell, nachdem Möller als freischaffender Architekt und Mitinhaber des Architektenbüros mit Niederlassungen in Kassel, Frankfurt/Main und Marburg den Auftrag erhalten hatte, das Bürgermeisterdienstzimmer und die Sitzungssäle des historischen Hünfelder Rathauses zu sanieren und mit einer zeitgenössischen Idee umzubauen. „Das war dann der Auslöser für meine Rückkehr in die Vorderrhön.“ Mittlerweile ist das Mitglied beim BDA (Bund Deutscher Architekten) in dieser Region wieder sehr verwurzelt und hat vielen baulichen Objekten seinen architektonischen Stempel aufgedrückt.

Den „Weg zurück“ ebneten der bereits früh verstorbene Otto Helmer von der Stadtverwaltung Hünfeld und Professor Jürgen Blum, „der mir persönlich sehr viel gegeben hat, insbesondere was die Klarheit des Denkens betrifft, und mir aufgezeigt hat, wie man sich von allen bisher eingeprägten Denkschemata zu lösen vermag“. Eines seiner Hauptanliegen ist denn auch, das von Blum initiierte Museum Modern Art Hünfeld weiter mit zu entwickeln und voranzubringen. „Dazu sind viel Eigeninitiative und die Unterstützung vieler Mitmenschen nötig“, weiß Möller, der Mitglied im Idea-Kunstverein Fulda/Hünfeld und regelmäßig bei den Jahresausstellungen des Hünfelder Museums Modern Art vertreten ist. Denn in Zeiten, in denen die öffentlichen Kassen vielerlei Sparzwängen unterworfen seien, sei es mitunter leicht, an der Kunst zu sparen. „Das aber ist der falsche Weg.“

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