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Symbolischer Spatenstich für die Wohngemeinschaft Vinzenz

Fulda. Mit dem symbolischen Akt des Spatenstiches fand gestern die Grundsteinlegung für das neue Haus der Wohngemeinschaft Vinzenz statt. Rainer Sippel, Geschäftsführer des Antoniusheims, begrüßte die anwesenden Gäste und Tanja Preis, Leitung LebensBaum, erläuterte die Konzeption des Hauses. Björn Bierent, Leiter der Wohngemeinschaft Vinzenz, erzählte eine  Fantasiegeschichte über den Neubau und jeder Bewohner zog mit einem für ihn charakteristischen Gegenstand ein, z.B. mit einer Orgel oder dem Hl. Vinzenz.

Musikalisch wurde die Feierstunde von dem Heimchor unter der Leitung von Sr. Maria Virgo Bauerbach und der Instrumentalgruppe des Antoniusheimes begleitet und der Hausgeistliche Pater Adalbert Kremer sprach den Segen. In der Wohngemeinschaft Vinzenz leben momentan 8 Männer mit einer Schwerst- und Mehrfachbehinderung, zum Teil mit einer autistischen Diagnose.

Durch die  Wohnsituation im dritten Obergeschoss des Haupthauses stehen die Angestellten der Wohngemeinschaft oft vor dem schwierigen Problem, dass die Bewohner ihre Lebenswelt in Begleitung erschließen und am Leben der Hausgemeinschaft nur selten teilnehmen können.

Der Neubau ist notwendig, weil die letzte Sanierung der Räumlichkeiten in den 1960er Jahren gewesen ist. Die sanitären Anlagen sind veraltet und die Auflagen des Brandschutzes werden nicht erfüllt. Aus diesem Grund wurde beschlossen, ein eingeschossiges Gebäude mit Teilunterkellerung auf dem Hauptgelände des Antoniusheims zu errichten. Das Haus soll untergliedert werden in einen separierten und einen offenen Wohnbereich, so dass jeder Bewohner individuell gefördert werden kann. Diese spezielle Aufteilung bewahrt die Menschen vor einer Reizüberflutung und ermöglicht das Zusammenleben von zwei verschiedenen Gruppen.

Durch die verbesserte Lage des Hauses besteht die Möglichkeit für die Bewohner Außenaktivitäten durchzuführen und den Besuchern wird durch den Umzug die Erreichbarkeit erleichtert. Die Wohngemeinschaft kann somit optimal in die Hausgemeinschaft integriert werden. Auch eine Terrasse  ist geplant,  so dass die Bewohner die Gelegenheit zur direkten Erschließung des Obstgartens bekommen.

Außerdem sollen zukünftig zwei Kurzzeitplätze in der Wohngemeinschaft Vinzenz angeboten werden, um Heterogenität herzustellen. Diese ist gewünscht, damit die Bewohner ihr soziales Umfeld
erweitern können. Je ein Kurzzeitplatz soll in dem separierten Wohnbereich, der andere in dem offenen Wohnbereich eingerichtet werden. Auch eine geschlechtliche Heterogenität wird angestrebt.

Das Antoniusheim möchte mit diesem Bau von dem geschlossenen System abrücken, um die schrittweise und individuelle Förderung der Bewohner zu verbessern und Teilhabe zu ermöglichen. Die Fertigstellung des Hauses ist für das Frühjahr 2009 vorgesehen. Die Finanzierung der Wohngemeinschaft erfolgt über  die Aktion Mensch, den LWV und über Spendengelder.

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