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ÜWAG beteiligt sich am Bau des kommunalen Kohlekraftwerks in Lünen

Fulda/Lünen. Die 29 Gesellschafter der Trianel Power – Projektgesellschaft Kohlekraftwerk mbH & Co. KG (TPK) haben jetzt den Baubeschluss für das zweite kommunale Gemeinschaftskraftwerk Deutschlands gefasst: In Lünen in Nordrhein-Westfalen wird ein Kohlekraftwerk mit 750 Megawatt Leistung entstehen. Unter den Stadtwerken und regionalen Energieversorgern, die sich unter dem Dach der TPK zusammengetan haben, ist auch die ÜWAG. Das führende Energieversorgungsunternehmen Osthessens gehört mit einem Anteil von 8,45 Prozent zu den drei größten Gesellschaftern der Projektgesellschaft.

Der Gesamtinvestitionsbedarf für das Kraftwerk beträgt nach aktuellem Stand rund 1,4 Milliarden Euro. Die ÜWAG erhält das Strombezugsrecht für einen Teil der Gesamtleistung des Kraftwerks – nach heutigem Stand beträgt diese sogenannte Kraftwerksscheibe des Unternehmens 63,4 Megawatt. Damit können, wenn das Kraftwerk 2012 seinen Betrieb aufnimmt, jährlich ca. 420 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt werden – etwa 15 % des ÜWAG-Stromabsatzes im Jahr 2007. Die ÜWAG investiert für die Kraftwerksscheibe rund 12,5 Millionen Euro.

Langfristig stabile Versorgungssicherheit

Im Rahmen ihrer im Jahr 2004 festgelegten langfristigen Strombeschaffungsstrategie ist die ÜWAG seit 2006 Gesellschafter der TPK. „Für die Beteiligung an einem Steinkohlekraftwerk sprechen die vergleichsweise günstigen Brennstoffkosten, die Unabhängigkeit von bestimmten Lieferanten oder Lieferländern und die Lagerfähigkeit des Brennstoffs. Darüber hinaus bietet die Steinkohle langfristig stabile Versorgungssicherheit“, erklärt ÜWAG-Vorstand Dipl.-Ing. Günter Bury die strategischen Überlegungen, die dazu geführt haben, dass sich die ÜWAG auch für diesen Brennstoff entschieden hat.

Darüber hinaus ist die Beteiligung an Steinkohlekraftwerken zum Ausbau der eigenen Energieerzeugung der ÜWAG auch unter energiewirtschaftlichen und ökologischen Aspekten sinnvoll: „Bedingt durch die Altersstruktur im deutschen Kraftwerkspark und den geplanten Ausstieg aus der Nutzung der Kernenergie ist eine Deckungslücke bei der Stromerzeugung absehbar. Der notwendige Kraftwerkszubau kann nicht allein durch Gaskraftwerke und erneuerbare Energien geleistet werden“, erläutert der ÜWAG-Vorstand.

Geringere CO2-Emissionen und Abdeckung unterschiedlicher Lastbereiche

Um eine dauerhafte und sichere Energieversorgung zu gewährleisten, nimmt die Steinkohle im deutschen Energieerzeugungsmix auch in den nächsten Jahrzehnten einen festen Platz ein. „Mit seinem Wirkungsgrad von 45,6 Prozent weist das von der TPK geplante Kohlekraftwerk einen um zehn Prozentpunkte höheren Wirkungsgrad auf als die meisten anderen in Deutschland derzeit betriebenen Kohlekraftwerke. Mit dem Übergang auf moderne Steinkohlekraftwerke wird künftig etwa 20 Prozent CO2 weniger emittiert als bisher“, beschreibt Günter Bury das Projekt auch unter Klimaschutzaspekten. Moderne Kraftwerke trügen über den Ersatz alter Anlagen wirkungsvoll zur Minderung der CO2-Emissionen bei, sagt er mit Blick auf die aktuelle Diskussion über den Brennstoff Kohle.

Aus wettbewerbspolitischer Sicht wird die Errichtung kommunaler Kraftwerke ebenfalls ausdrücklich begrüßt. Bundeswirtschaftsministerium und Bundeskartellamt befürworten, dass weitere Anbieter wie die Stadtwerke-Kooperation Trianel bzw. TPK in den Markt der Stromerzeugung eindringen, der bisher zu mehr als 80 Prozent vom Oligopol der vier Verbundunternehmen dominiert wird. ÜWAG-Vorstand Günter Bury ist überzeugt, dass die Kooperation eine historische Chance für neue Marktteilnehmer ist und dass davon auch die Kunden profitieren: „Durch die Kombination aus der Beteiligung am Gas- und Dampfturbinenkraftwerk in Hamm-Uentrop und dem Steinkohlekraftwerk in Lünen werden die beteiligten regionalen Versorger in die Lage versetzt, in den unterschiedlichen Lastbereichen auf eigene Erzeugungsquellen zurückgreifen zu können – unabhängig vom Großhandelsmarkt.“

Zustimmung der Verbandsversammlung

Der Verbandsvorstand des Zweckverbandes Überlandwerk Fulda-Hünfeld-Schlüchtern hatte im Februar 2008 die Beteiligung der ÜWAG an der Kapitalerhöhung der TPK und den damit verbundenen Baubeschluss einstimmig begrüßt. „Die Beteiligung der ÜWAG an dem Steinkohlekraftwerk stellt eine ideale Ergänzung zu der bestehenden Kraftwerksbeteiligung dar, um die Vorteile der ersten Wertschöpfungsstufe Erzeugung zu nutzen und im Sinne der Versorgung der Region mit wettbewerbsfähigen Strompreisen einzusetzen“, begründete Landrat Woide die Empfehlung des Verbandsvorstands an die Verbandsversammlung. „Die Investition bietet erhebliche strategische Vorteile und ist auch ökologisch vertretbar.“ Die Verbandsversammlung hatte im März 2008 der Beteiligung der ÜWAG an der Kapitalerhöhung und dem Baubeschluss der Trianel Power – Projektgesellschaft Kohlekraftwerk mbH & Co. KG ebenfalls zugestimmt.

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