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Schnelle und langfristige Unterstützung für Menschen in Burkina Faso

Hosenfeld. „Es ist schön hautnah zu erleben, was sich für die Menschen verändert“, beschreibt Anja Listmann, erste Vorsitzende des Vereins Bufamaschu (Burkina Faso macht Schule e.V.), ihre Motivation dafür, sich für die Menschen in Burkina Faso zu engagieren.

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Mit unterschiedlichen Projekten arbeitet der Verein daran, den Bewohnern Burkina Fasos das tägliche Leben zu erleichtern und Kindern eine Schulausbildung zu ermöglichen. Das besondere Augenmerk liegt dabei auf der Ausbildungssituation der Mädchen. „Häufig können die Familien sich die Schulgebühren nicht leisten und schicken deshalb höchstens die Söhne nach der Grundschule weiter in die Schule“, erläutert Listmann.

Damit sich dies – zumindest für einige Familien – ändert, unterstützt der Verein den Bau einer weiterführenden Mädchenschule in Tintilou, einer ländlichen Region südwestlich der Hauptstadt Ouagadougou. Und auch das zweite große Projekt des Vereins ist auf die Verbesserung der Lebenssituation von Mädchen und Frauen ausgerichtet. In Zusammenarbeit mit APECH, einem Partnerverein vor Ort, wird Bufamaschu die Ausbildung von 30 Mädchen zu Friseurinnen realisieren.

Neben dem normalen Schulunterricht werden die zehn bis 16 Jahre alten Mädchen, die alle aus unterschiedlichen Gründen nach dem sechsten Schuljahr die Schule verlassen müssen, ihre Ausbildung absolvieren. „Durch diese Hilfe zur Selbsthilfe wollen wir die jungen Frauen in die Lage versetzen, für ihren Lebensunterhalt selbst aufkommen zu können.“

Doch der Verein engagiert sich nicht nur in großen und langfristigen Projekten, sondern auch in „kleinen Projekten, die sehr effektiv sind“. Und auch bei diesen Aktionen geht es um Dinge, die das tägliche Leben verändern und erleichtern sollen. „Eine Geburtsurkunde kostet in Burkina Faso etwa 3 Euro“, erklärt Listmann. Zu viel Geld für viele Familien, die häufig nicht einmal das Geld für mehr als eine Mahlzeit pro Tag haben. Aus diesem Grund besitzen etliche Kinder keine Geburtsurkunde.

Dies kann in zwei Fällen besonders problematisch werden: „Zum einen verschwinden häufig Mädchen aus ärmeren Familien, die dann gegen ihren Willen in den Haushalten reicher Familien arbeiten. Ohne Geburtsurkunde können die Eltern nicht nachweisen, dass es sich dabei um ihr Kind handelt und es deshalb nicht wieder nach Hause zurückholen.“ Zum anderen ist der Schulbesuch in Burkina Faso ohne Geburtsurkunde nur bis zum Ende der Grundschulzeit möglich. Um Mädchen aus ländlichen Gegenden eine Identität zu geben und um den weiterführenden Schulbesuch zu ermöglichen, finanziert der Verein momentan Geburtsurkunden für 100 Mädchen.

Ein weiteres Projekt, bei dem die Hilfe ebenfalls ohne Umwege ankommen soll, ist der Kauf von Moskitonetzen für Kinder. „Viele Kinder sterben unnötigerweise an Malaria, weil sie sich aufgrund fehlender Moskitonetze infizieren und die Medikamente zu teuer sind“, erläutert die erste Vorsitzende die Wichtigkeit der Netze für die Menschen in Burkina Faso.

Zusätzliche kleinere Projekte könnten folgen, wenn Listmann im Juni mit einem weiteren Vereinsmitglied auf eigene Kosten nach Burkina Faso fliegt, um sich vor Ort ein Bild von der momentanen Situation und den Bedürfnissen der Menschen zu machen. „Wir wollen dann direkt schauen, wo Hilfe benötigt wird und sinnvolle Kleinprojekte vor Ort aussuchen. Unterstützt werden wir dabei von unseren Partnervereinen und Mitarbeitern der Ministerien.“

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Hilfe wird auch benötigt, wenn es um für uns ganz alltägliche Gegenstände geht, wie Nähmaschinen, Fahrräder und Schulsachen. Im vergangenen Jahr hat der Verein einen Container mit diesen und anderen Dingen nach Burkina Faso geschickt, um den Menschen weiter unter die Arme zu greifen. „Die Fahrräder werden benötigt, da viele Kinder einen sehr weiten Schulweg haben und die vielen Kilometer zu Fuß zurücklegen“, erklärt die erste Vorsitzende. Die Nähmaschinen gehen entweder an Frauen, die dadurch in der Lage sind sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen, oder an Ausbildungszentren.

„Der Containerversand war so erfolgreich, dass wir es gar nicht abwarten können den nächsten zu verschicken“, freut sich Listmann über die Reaktionen derjenigen, die die Hilfsgüter in Empfang nehmen durften. Deshalb soll auch in diesem Jahr wieder ein Container verschifft werden, dessen Inhalt besonders Waisenkindern und Kindern aus den ärmsten Familien zu Gute kommen soll.

Der Container, der im Oktober verschickt werden soll, wird hauptsächlich mit Schulutensilien, IT-Geräten, Solartaschenrechnern, Fahrrädern, Nähmaschinen, Moskitonetzen, Verbandskästen, Werkzeug und Fußbällen gefüllt. Der Verein will auch noch einige Solarlampen besorgen, damit in den Schulen auch nach Einbruch der Dämmerung noch gelernt werden kann. „Es sind häufig die profanen Dinge, die ein ganzes Dorf verändern können“, erklärt Listmann warum gerade diese Dinge benötigt werden.

Damit sich für einen einzelnen Menschen etwas ändert, genügt schon eine Patenschaft. Bereits 52 Pateneltern haben sich dafür entschieden, sich von Bufamaschu eine Patenschaft vermitteln zu lassen und einem Kind somit den Schulbesuch zu ermöglichen. Dies ist für Listmann ein besonders „tolles Gefühl“, denn die Lebenssituation dieser Kinder konnte durch die Arbeit des Vereins ganz entscheidend verbessert werden.

Weitere Informationen gibt es unter www.bufamaschu.de. Geld- und Sachspenden nimmt der Verein jederzeit gerne entgegengenommen. Geldspenden können auf folgendes Konto überwiesen werden: 20 35 000 39, Raiffeisenbank Großenlüder, BLZ 53062035. (Angela Kredig)

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