Fulda. Das Herz-Jesu-Krankenhaus (HJK) in Fulda hat kürzlich eine Palliativeinheit mit zunächst drei Betten in Betrieb genommen. Unheilbar kranke Menschen werden dort von einem multiprofessionellen Team aus Ärzten, Pflegekräften, Physio- und Ergotherapeuten, Psychologen und Seelsorgern betreut. Dabei arbeiten die Mitarbeiter des HJK Hand in Hand mit dem PalliativNetz Osthessen (PNO).
Das Betreuungskonzept und die Räumlichkeiten wurden auf die speziellen Bedürfnisse der Patienten abgestimmt. „Wir haben für diese Patienten auf der Station Vinzenz – der Wahlleistungsstation im dritten Stock des Neubaus – eine <Insel der Ruhe> geschaffen“, berichtet Oberarzt Dr. Klaus Stienecker, Facharzt für Innere Medizin. In den wohnlich gestalteten Zimmern und dem Aufenthaltsraum können sich Patienten und deren Angehörige wohl fühlen und eine Versorgung durch speziell geschulte Fachkräfte in Anspruch nehmen.
Dass der Umgang mit schwerstkranken und sterbenden Patienten besonders hohe Anforderungen an Ärzte und Pflegende stellt, weiß Sylvia Röhm-Kleine, Leiterin Pflege und Funktionsdienst. „Palliativpatienten brauchen viel Zeit und liebevolle Zuwendung, pflegerisches Know-how und vor allem Kontinuität in der Betreuung.“ Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, biete die St. Vinzenz gGmbH, Träger des HJK, regelmäßig Fortbildungen zum Umgang mit Schwerstkranken an. Zudem werden die Ärzte und Pflegekräfte vom Hospital Support Team des PNO, das seinen Sitz im Gesundheitszentrum des HJK hat, beraten und unterstützt.
Das Ziel aller Beteiligten ist es, die Patienten körperlich und seelisch so zu stabilisieren, dass eine Rückkehr in das gewohnte häusliche Umfeld möglich ist. „Durch eine effiziente Symptomkontrolle sowie psychosoziale Betreuung und frühzeitige Vorbereitung der häuslichen Pflege, kann man den Wunsch des Patienten, das Lebensende in Würde zu Hause zu gestalten, erfüllen“, weiß Palliativmediziner Thomas Sitte, Mitglied des PNO.
Die professionelle Versorgung durch einen häuslichen Pflegedienst, niedergelassene Ärzte, das Palliativ-Care-Team des PNO oder den ambulanten Hospizdienst „Da-Sein“ wird laut Röhm-Kleine noch während des Krankenhausaufenthaltes auf den Weg gebracht. Die Organisation erfolge in enger Abstimmung mit allen Beteiligten.
Weil die Rückmeldung durch Patienten und Angehörige positiv ist und die Nachfrage kontinuierlich steigt, soll es nicht bei den drei Palliativbetten bleiben. „Mittelfristig“, so die Pflegedienstleiterin, „wollen wir die Einheit personell und räumlich zu einer größeren Palliativstation ausbauen.“
Zum Foto: v.l. Sylvia Röhm-Kleine (Leiterin Pflege- und Funktionsdienst), Dr. Axel Grimm (PNO), Dr. Klaus Stienecker (Oberarzt HJK), Barbara Bös (Pflegeleitung Station Vinzenz), Christiane Jaub (PNO), Thomas Sitte (PNO), Mechthild Buchner (Da-Sein-Hospiz), Manuela Straub (PNO), Alexander Schmidtke (Geschäftsführer HJK), Dr. Rüdiger Hacker (Chefarzt Anästhesie)