Wiesbaden. Drei Kulturbauten des Landes haben den Architekturpreis „Auszeichnung vorbildlicher Bauten im Land Hessen 2011“ gewonnen: das Keltenmuseum am Glauberg (Wetteraukreis) und der Georg-Büchner-Platz am Hessischen Staatstheater in Darmstadt haben jeweils Preise erhalten, das Besucherzentrum Grube Messel (Landkreis Darmstadt-Dieburg) bekam eine Besondere Anerkennung. “Ich freue mich sehr über die Auszeichnung von gleich drei Neubauten, die allesamt Visitenkarten für das Land sind, und gratuliere den Architekten herzlich. Individuell auf den jeweiligen Standort bezogen haben sie innovative und hochwertige architektonische Lösungen gefunden”, sagte Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann heute in Wiesbaden.

Das Keltenmuseum am Glauberg entstand nach einem Entwurf des Büros kadawittfeldarchitektur GmbH, Aachen. Als Teil des Dezentralen Archäologischen Landesmuseums wird dort vom 5. Mai an die keltische Epoche in Hessen präsentiert. Bau und Ausstattung hat das Land mit rund neun Millionen Euro finanziert. Der Vorplatz des Staatstheaters Darmstadt wurde vom Büro Lederer + Ragnarsdóttir + Oei, Stuttgart, gestaltet, das schon die bereits mehrfach prämierten Pläne für die Sanierung des Gebäudes selbst entworfen hatte. Für den neuen Georg-Büchner-Platz, der im August 2010 der Öffentlichkeit übergeben wurde, hat das Land einschließlich Sanierung der darunter liegenden Tiefgarage gut 12,8 Millionen Euro ausgegeben (zwei Drittel davon für die Garage, ein Drittel für die Platzgestaltung).

Für das ebenfalls im August 2010 eröffnete Besucher- und Informationszentrum Grube Messel hat das Büro Landau + Kindelbacher, München, gezeichnet. Mit seiner Ausstellung der Grabungsfunde der vergangenen Jahre öffnet es an der UNESCO-Welterbestätte ein beeindruckendes Fenster in die Vorgeschichte menschlichen Lebens. Das Land hat dort knapp 9,7 Millionen Euro aufgewendet. Der Preis wird von der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen und dem Hessischen Ministerium der Finanzen alle drei Jahre verliehen. Der thematische Schwerpunkt der Auslobung lautete in diesem Jahr „Qualitätvolle Lösungen für Tourismus, Freizeit und Erholung“. Insgesamt wurden bei der Architektenkammer 84 Arbeiten eingereicht, von denen sechs Arbeiten für eine Auszeichnung ausgewählt wurden. Neun weiteren Arbeiten mit überdurchschnittlich hoher Qualität wurde eine „Besondere Anerkennung“ zuerkannt.
Der unabhängigen Jury gehörten an: Prof. Ulrike Lauber (Architektin, München), Prof. Ludwig Wappner (Architekt und Stadtplaner, München), Klaus-Dieter Aichele (Landschaftsarchitekt, Mainz), Sylvia Leydecker (Innenarchitektin, Köln), Tobias Schubotz (Gebäudemanagement Schleswig-Holstein, Geschäftsbereichsleiter Bundesbau, Kiel) und Naomi Naegele (Redaktion Hauptsache Kultur, HR-Fernsehen, Frankfurt). Die Preisverleihung findet am 24. Mai 2011 in den Räumen der Architekten- und Stadtplanerkammer in Wiesbaden statt. Finanzminister Dr. Thomas Schäfer und die Präsidentin der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen, Barbara Ettinger-Brinckmann werden die Urkunden und Plaketten an die Preisträger übergeben.

