Künzell. Mit einem bewegenden Gottesdienst feierte Pfarrer Josef Pimper in seiner neuen Heimat St. Antonius in Künzell sein goldenes Priesterjubiläum. Mit dem Fest sagte die Pfarrgemeinde „Danke“ für die vielen Dienste, die der Ruhestandsgeistliche bis heute leistet. Von der Bescheidenheit, mit der er dies tut, „können wir alle lernen“, sagte Pfarrer Rudolf Liebig. Geboren wurde der 75-jährige Pfr. Pimper in Kladrau im Sudetenland. Nach dem Abitur an der Winfriedschule in Fulda und dem Studium in München und Fulda weihte ihn Bischof Adolf Bolte am 25. März 1961 zum Priester. Er wirkte als Kaplan in St. Sturmius in Fulda, später in Homberg und dann 17 Jahre als Pfarrer in Vellmar. Bis zum Ruhestand 1999 war Josef Pimper Seelsorger in St. Paulus. Seine heutige Heimat ist die Pfarrei Sankt Antonius, bestätigte Künzells Pfarrer Liebig: „Hier bist Du zu Hause.“
„Wie sieht ein guter Seelsorger aus?“ fragte Festprediger Domkapitular Lothar Wächter. Viele wünschten sich eine „Mischung aus George Clooney, Pater Ralph aus den Dornenvögeln und Pater Brown.“ So einer sei Josef Pimper nicht. Und Wächter kennt ihn lange: Der Domkapitular war vor 35 Jahren unter Pimper Diakon in Vellmar. Er bezeichnete Pimper nicht als Leinwand-Helden, sondern als Vorbild im richtigen Leben. Er habe mit seinen Taten überzeugt, ihn mit seiner bescheidenen väterlichen Art eingenommen. Beeindruckend sei gewesen, wie Pfr. Pimper und seine Schwester mit der damals pflegebedürftigen Mutter umgegangen sind. Hier habe er ein Beispiel für Nächstenliebe erfahren, sagte Wächter. Ohne Lobhudelei: Dieses Beispiel ermuntere jeden, mit seinen Gaben nach diesem Vorbild zu leben.
Und doch sei Josef Pimper auch eine „Flasche“. Denn Priester müssten „Flaschen“ sein: Sie müssten ihr begrenztes Fassungsvermögen erkennen, sie müssten sich auffüllen lassen und ausschenkend geben. Und genau dieses habe Josef Pimper in seinen 50 Jahren als Priester bewiesen. Und der 2007 zum Geistlichen Rat ernannte Pimper lebt dies bis heute: Wo er gebraucht und gefragt wird, da ist er da. Seit zwölf Jahren bereits unterstützt er die Pfarrgemeinde St. Antonius, Künzell und auch den neuen Pastoralverbund Florenberg/Ziehers Süd – mit Herzenswärme, wie nicht nur Gerlinde Falkowski für die Gremien der Pfarrgemeinde und des Pastoralverbundes formulierte. Sichtlich gerührt dankte der Jubilar für die Komplimente zurück und sicherte weitere Hilfe zu. „Sie werden mich immer mal sehen“, versprach er – „wenn ich nicht gerade woanders aushelfen muss!“

