Fulda. Schon früh am Morgen bot sich für die Passanten am Martin-Luther-Platz am Sonntag in Fulda ein ungewohnter Anblick: Eine 30 Meter lange Festtafel strahlte in der Morgensonne. Vor der Evangelischen Lutherkirche hatten Mitarbeiter einen langen Tisch mit weißen Tischdecken und Geschirr, Weingläsern und Blumen feierlich eingedeckt. Ab 11:00 Uhr wurde zunächst in der vollen Lutherkirche ein Familiengottesdienst unter dem Motto „BrotZeit“ gefeiert, zu dem die Besucher aus dem Stadtteil Südend/ Kohlhaus selbstgebackenes Brot mitgebracht hatten. Nach dem Gottesdienst konnten dann über 150 Gäste an der langen Tafel vor der Kirche Platz nehmen und bei Brot und Suppe die Frühlingssonne genießen.

Das Fest war zugleich die Eröffnung des Familiennetzwerkes Lutherkirche, ein von der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck unterstütztes Projekt, bei dem Menschen mit Kindern aus dem Stadtteil Südend/Kohlhaus eingeladen sind, gemeinsam die Aufgaben des familiären Alltags zu bewältigen. „Wir waren überwältigt von der großen Beteiligung so vieler Menschen hier aus dem Stadtteil beim Brotbacken und bei der Gestaltung des Festes“, sagte Gabriele Jestädt, die mit der Gestaltung des Familiennetzwerkes betraute Sozialpädagogin. Pfarrer Matti Fischer ergänzte: „Uns war schon vorher klar, wie bunt unser Stadtteil ist. Aber so zahlreiche Menschen in ihrer ganzen Vielfalt heute an einem langen Tisch sitzen und gemeinsam ihre Brote teilen zu sehen, das hat mich tief beeindruckt.“
Fotos: M. Hucke

