Fulda. Weltweit versammeln sich am Palmsonntag junge Christen um ihre Bischöfe, um in der Absicht Papst Benedikts XVI. mit Gottesdiensten, Workshops und vielen mutmachenden Begegnungen den „Weltjugendtag“ zu feiern. Wie in vielen Diözesen in der ganzen Welt trafen sich am Palmsonntag, dem 16. März auch in Fulda Jugendliche aus dem gesamten Bistum zum diözesanen Weltjugendtag.
Fotos (6): Simone Twents
Rund 500 junge Menschen aus dem gesamten Bistumsgebiet von Hofgeismar über Amöneburg und Geisa bis Fulda und Hanau hatten sich eingefunden. Das von Papst Benedikt XVI. gesetzte Thema ist gleichzeitig das Motto des Internationalen Weltjugendtages in Sydney diesen Sommer „Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen und ihr werdet meine Zeugen sein“ (Apg 1,8)
„Jungen Leuten eine lebendige Begegnung mit Christus und seiner Kirche zu ermöglichen und sie zu ermutigen, selber für diesen Gott und diese Kirche zu stehen, das ist unser Ziel“ so Simone Twents vom Bischöflichen Jugendamt, eine der beiden Hauptverantwortlichen des Tages.
Messe und Palmprozession mit Bischof Heinz Josef Algermissen
Der Gottesdienst begann um 11.30 Uhr mit der Palmweihe in und vor der Michaelskirche. Danach zog die Palmprozession zum Dom: Jugendliche flankierten Bischof Heinz Josef Algermissen mit großen Palmenwedeln und Flaggen vieler Länder der Welt. Der Fuldaer Jugendkathedralchor unter Leitung von Domkapellmeister Franz-Peter Huber gestaltete das Pontifikalamt musikalisch; an der Orgel spielte Domorganist Prof. Hans-Jürgen Kaiser, Kantorin war Dorina Rauch.
Top-Act und Workshops im Domgymnasium
An die Messe schloss sich ein Jugendprogramm im Domgymnasium an, der mit dem Weltjugendtags-Top-Act begann. „Der diözesane Weltjugendtag ist eine wichtige Etappe auf dem Weg zum Internationalen Weltjugendtag im Sommer in Sydney, zu dem 270 junge Leute aus unserem Bistum mitfahren“ so Twents. Aber auch die jungen Leute, die nicht in Australien dabei sind, müssen nicht auf den Impuls des Weltjugendtags im Sommer verzichten, erläutert Thomas Bretz vom Referat Neuevangelisierung, einer der beiden Hauptverantwortlichen des Tages. „Auf dem Klostergelände in Hünfeld wird das Bistum Fulda parallel den „WJT@home“ veranstalten, eine intensive Glaubenserfahrung im Geist der Weltjugendtage mit Katechese, Konzert, Unterbringung bei Gastfamilien im Dekanat Hünfeld-Geisa, Gebet, Sakramenten, einer Lebenswerkstatt und der Live-Übertragung der Ereignisse aus Sydney. Man kann sich ab sofort dafür anmelden!“
Im Top-Act präsentierten die Moderatoren Julia Büdel und Matthias Flittner ein abwechslungsreiches Programm. Bischof Heinz Josef Algermissen, der Gastgeber dieses Tages, begrüßte die Jugendlichen: „Der heutige Tag hat eine besondere Bedeutung, führt er doch hin zum großen Weltjugendtag in Australien in einigen Wochen. Rund 300 junge Leute aus unserem Bistum werden sich aufmachen, Christus als das Licht der Wahrheit zu finden.“
Weiter war Pfarrer Rogers Biriija aus Uganda auf der Bühne zu Gast. In einem Interview beschrieb er sehr lebendig, warum das “Feuer des Glaubens unter den jungen Menschen in seinem Land brennt” und wies zusammen mit Thomas Bretz auf ein Partnerschaftsprojekt der Bistümer Hoima/Uganda und Fulda hin, den “Freiwilligen Sozialen und Missionarischen Dienst im Ausland”. Mit seiner einfachen Trommel brachte er die jungen Gäste mit Lobpreisliedern aus Uganda stimmungsvoll in Schwung.
Höhepunkt des Tages war Stargast Lothar Kosse, einer der bekanntesten Künstler und Worshipleader im deutschsprachigen Raum. Seine Songs sind fester Bestandteil einer neuen christlichen Jugendkultur, vor allem durch die seit 1996 stattfindende „Cologne Worship Night“ im Kölner „E-Werk“. Für ihn ist Musik ein Medium, um seinen Glauben gegenüber anderen auszudrücken. „Lasst hören, wie sich in Fulda ein Applaus für Gott, unseren Schöpfer anhört“Â rief er seinem Publikum zu.
Kaffee & Workshops
Nach einer Zeit der Begegnung bei Kaffee & Gebäck boten verschiedene Workshops zu Fragen des Glaubens und der Gesellschaft den Jugendlichen die Möglichkeit zum Gespräch. In überfüllten Klassenräumen diskutierten beispielsweise junge Leute mit Pfr. Gerhard Braun über Antworten auf den „Neuen Atheismus“, LKW-Fahrer und Buchautor Dietmar Kramlich bot Grundlagen des Glaubens an unter dem Motto „Der Katholik, das unbekannte Wesen“, Ulrike Nos lud junge Frauen ein, in einer Outfitberatung den eigenen unverwechselbaren Stil zu finden. Der „Vaterhaus“ e.V. informierte in der Aula über Aktuelles zum Thema Lebensschutz.
Lobpreis in der St.-Paulus-Kirche
Am frühen Abend waren dann alle in die St.-Paulus-Kirche eingeladen, wo um 18.30 Uhr Lobpreis gefeiert wurde. Kaplan Florian Böth hielt die Predigt. Dabei rief er den Jugendlichen zu: „Wir Christen haben die beste Botschaft der Welt. Es wäre egoistisch, sie einfach für uns zu behalten. Ihr alle seid Zeugen“ Musikalisch gestaltet wurde der Lobpreis von den „Believers“ aus Zella.
„Ein klasse Tag! Man merkt richtig, mit wie vielen man im Glauben verbunden ist!“, so resümierte Johannes Müller (18) aus Flieden. „Mir gibt der Tag Hilfe, wie ich Gott mehr in meinen Alltag einbauen kann“, so Theresa Dücker (17) aus Hofaschenbach. „Von den Palmsonntagen gehen wichtige Impulse für die Jugendarbeit des Bistums aus, sie geben Unterstützung für die Jugendarbeit vor Ort“, so Generalvikar Peter-Martin Schmidt über den Tag.
Tragende Säulen dieses Tages waren die rund 30 engagierten Mitarbeiter des „church factory“-Wochenendes, die die bereits seit Samstag für Glauben und Weltjugendtag aktiv waren. Für sie begann das Wochenende mit einem interaktiven Impuls von Pfarrer Rogers Biriija aus Uganda zum Thema Mission und wie junge Leute als Christen ihren Glauben bezeugen können.
„Begabungen entdecken, fördern und diese für das Reich Gottes einzusetzen, das ist ein wichtiger Schwerpunkt. Die „church factory“-Wochenenden, von denen eines jetzt am Wochenende stattgefunden hat, sind ein Angebot dazu. Die über 30 jungen Leute dieses Wochenendes haben diesen Palmsonntag getragen durch ihre Begabungen und ihr Engagement in Kreativität, Technik, Internet, Moderation. Jeder von euch kann dabei sein!“, so Thomas Bretz vom Referat Neuevangelisierung, einer der Mitveranstalter dieses Tages. „Es gibt mir total viel, mich hier zu investieren, für mich und für die anderen“, so Mitarbeiter Damian Plociennik (21) aus Marburg.
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Die Weltjugendtage finden jährlich auf Ortsebene und in zwei- bis dreijährigem Abstand als zentrale Feier mit dem Papst in einer Großstadt der Welt statt. Im Jahr 2008 findet er im australischen Sydney statt; 500.000 junge Leute werden erwartet, 270 davon werden aus dem Bistum Fulda kommen. Die Geschichte der Weltjugendtage begann bereits vor über zwei Jahrzehnten. Als die Vereinten Nationen 1985 das Internationale Jahr der Jugend ausriefen, lud Papst Johannes Paul II. die Jugendlichen ein, in Rom den ersten Weltjugendtag zu begehen.