Written by 0:12 Alle Nachrichten, Kirche

Weihnachtsbrief des Bischofs an alle Religionslehrer der Diözese

Fulda. Für ihren engagierten Dienst im Religionsunterreicht hat Bischof Heinz Josef Algermissen in seinem diesjährigen Weihnachtsbrief allen Religionslehrerinnen und -lehrern im Bistum Fulda gedankt und dabei an die „erschreckenden und belastenden Ereignisse“ um die Missbrauchsvorfälle in der deutschen Kirche erinnert. „Als Religionslehrer stehen Sie täglich für diese Kirche ein und werden, auch wenn Sie nicht unmittelbar kirchliche Mitarbeiter sind, mit ihr identifiziert.“ Oft müssten sie Rede und Antwort in dieser schwierigen Thematik stehen. „Das Bekanntwerden von gewalttätigen und insbesondere sexuellen Übergriffen und sexuellem Missbrauch durch Priester und kirchliche Bedienstete hat die Glaubwürdigkeit der Kirche in unserem Land schwer erschüttert“, hebt der Oberhirte in seinem Brief hervor. Die Verkündigung der Botschaft eines liebenden Gottes, der sich den Menschen und ganz besonders den Schwachen unter ihnen zuwendet, sei durch das Handeln Einzelner „geradezu konterkariert“ worden.

Die Frage, wie es nun weitergehen solle, beschäftige alle. „Kommissionen und Gremien haben getagt, vielfältige Maßnahmen sind ergriffen worden. Erklärungen wurden abgegeben, Handreichungen und Leitlinien wurden veröffentlicht. Ein eigenes Internetportal widmet sich der Aufarbeitung der schlimmen Ereignisse und insbesondere den Möglichkeiten der Prävention.“ Doch alle Bemühungen dürften nach Einschätzung Algermissens nicht erfolgreich sein, wenn nicht das Vertrauen in die alles verändernde Botschaft vom liebenden und Anteil nehmenden Gott und in die Kirche zurückgewonnen werde. Eine solche Botschaft brauche Menschen, die für sie einträten und anderen zeigten, dass ein Leben mit und aus dieser Botschaft sinnstiftend sei.

Wie der Bischof heraushob, setze er in besonderer Weise auf die Religionslehrer, die für die Kinder und Jugendlichen in den Schulen „gleichsam von Amts wegen“ ein Gesicht von Kirche seien. Das neue Jahr 2011 müsse ein Jahr werden, in dem die Menschen in der Gesellschaft Gesichtern von Kirche begegneten, die sie neues Vertrauen schöpfen ließen. An Weihnachten habe Gott in Jesus Christus ein menschliches Gesicht bekommen. Die Feier des Weihnachtsfestes will neu bewusst machen, dass Gott sozusagen auf Augenhöhe zu uns, zu unseren Nöten und Ängsten, unserer Freude und Hoffnung gekommen ist.“ (bpf)

Visited 2 times, 1 visit(s) today
Close