Fulda. Während der Universitätsplatz immer mehr Gestalt annimmt, geht auch die Außen- und Innensanierung der benachbarten Adolf-von-Dalberg-Schule weiter voran. Mit der im Rahmen des Konjunkturprogramms durchgeführten Maßnahme ist das Architekturbüro Sturm und Wartzeck seit Beginn der Planungen im Mai 2009 betraut. „Das ist eine sehr interessante, aber auch komplizierte Baustelle“, erklärt Stadtbaurätin Cornelia Zuschke und weist auf den erst im Zuge der Arbeiten entdeckten Hausschwamm hin, der umfangreiche Arbeiten im Bereich des Dachstuhls und im 2. Obergeschoss des Gebäudes erforderlich macht. Aufgrund dieses nicht vorhersehbaren, starken Hausschwammbefalls verzögere sich die Fertigstellung der Schule voraussichtlich bis kurz vor Ostern, so die Baudezernentin. Außerdem werden sich die Gesamtkosten für das Projekt von ursprünglich 2,25 Mio Euro auf voraussichtlich 2,8 Mio Euro erhöhen. Diese Summe werde aber durch die Landesfördermittel sowie durch einen Zuschuss des Landesdenkmalamtes in Höhe von 10.000 Euro gedeckt, bestätigt Oberbürgermeister Gerhard Möller.
Sanierungsschritte
Die Innensanierung wurde zuerst bei laufendem Betrieb – zumeist am Nachmittag oder in den Schulferien – vorgenommen. Raum für Raum arbeiteten sich die Handwerker vor, passten das Gebäude an die aktuellen Brandschutzanforderungen an, bauten eine neue Zentral-heizungsanlage ein, erneuerten die elektrischen Installationen, nahmen eine Teilsanierung der Sanitäranlagen vor und modernisierten die Klassenräume. „An dieser Stelle möchten wir uns auch bei der Schulleitung, den Lehrern, Eltern und Schülern für die gute Zusammenarbeit und ihre Geduld bedanken, durch die sie die Sanierungsarbeiten maßgeblich unterstützen“, heben der Oberbürgermeister und die Stadtbaurätin hervor.
Im Inneren sind die Räume nun weitestgehend erneuert, allerdings können die Zimmer im zweiten Obergeschoss erst nach Beendigung der Schwammbekämpfung fertig gestellt werden. In den Sommerferien begannen die Außenarbeiten. Dabei wurden die Fassadenoberflächen überarbeitet, Risse saniert und lose Stellen entfernt, die Natursteinelemente gereinigt und ausgetauscht sowie der Anstrich erneuert. Dabei erschweren einige Besonderheiten die Arbeiten an der Grundschule: So ist die Baustelle wegen der großen Gebäudehöhe und der Platzsituation in der Innenstadt nur schwer zugänglich. Dies geht einher mit Platz- und Lagerproblemen und einer hohen Koordinationserfordernis mit Nachbarbaustellen, wie dem Universitätsplatz und dem Geschäftshaus.
Schwammbekämpfung
Momentan liegt der Schwerpunkt auf dem Dach. Erst als das dafür notwendige Probegerüst gestellt gewesen sei, konnten Erkenntnisse über den Zustand des Schuldachs getroffen werden, erklärt Frank Volmer, Amtsleiter des Gebäudemanagements der Stadt. Der fast flächendeckene Schwammbefall wurde somit erst entdeckt, als das Dach zugänglich war. Während der First in relativ gutem Zustand sei, bereiten die Fußpunkte, die zuvor mit reichlich Bauschutt gefüllt waren, Probleme. Die Schädigungen in den Deckenbalken konnte man erst sehen, als die Füllung der Decken heraus-genommen worden war. Der Hausschwamm sei nach Aussage von Thorsten Grament vom Gebäudemanagement zwar für die Gesundheit des Menschen nicht gefährlich, zerstöre aber das Holz.
Außerdem habe er die Fähigkeit, seine Versorgungsleitungen über viele Meter durch das Mauerwerk wachsen zu lassen, um sich dadurch Holz in völlig anderen Gebäudebereichen zu erschließen. Da der Schwamm im Mauerwerk keine Schäden hinterlasse, sei es sehr schwer ihn aufzuspüren. Durch den Hausschwamm ist das Holz im Laufe der Jahrzehnte porös geworden, es habe sich teilweise aufgelöst, so dass es zu Verschiebungen im Dachgefüge gekommen ist. Allerdings könne der Schwamm nicht ausgelöscht, sondern nur mit Hilfe besonderer Pasten und Füllungen, die in die Wände gespritzt werden, eingedämmt werden, klärt die Stadtbaurätin auf und fügt hinzu: „Schwamm ist unsterblich aber durch Umfeldbedingungen zu stornieren.“
Als Fachplaner zur Schwammbekämpfung wurde das „Ingenieurbüro für Holzbau und Bauwerkserhaltung Thümmler“ aus Hünfeld beauftragt. Im Zuge der Schwammbekämpfung wurde die Schule komplett in die Athanasius-Kircher-Schule ausgelagert und ein Buspendelservice eingerichtet, um den Schülern ein Lernen fern von Schmutz, Baulärm und eventuellen Gefährdungen zu ermöglichen.
Denkmalschutzauflagen
Für die Reparatur des historischen Dachstuhls benötige man Zeit, da es aufgrund des Denkmalschutzes Auflagen gebe, die beachtet werden müssen, bestätigt auch Thorsten Grament. So erfolgt die umfangreiche Sanierung in enger Abstimmung mit der unteren Denkmalschutzbehörde und dem Landesamt für Denkmalpflege in Wiesbaden. Dies betrifft die Begutachtung und Behebung der Holzschäden, die Überarbeitung und Wiederherstellung der schadhaften Gauben und Kehlen sowie die Sanierung des Natursteingiebeldreiecks im Ehrenhof.
Das Eichen- und Kiefernholz werde – wenn möglich – mit Originalholz ausgetauscht, das vor Ort zugeschnitten wird und die befallenen Stellen Stück für Stück ersetzt. Während das Holz erneuert wird, müssen oftmals Ersatz-konstruktionen gebaut werden, um das Dach abzustützen. „Auch das ausgetauschte Holz müssen wir in Zukunft beobachten“, so Cornelia Zuschke zu Mitgliedern der Arbeitskreises Bauen der CDU-Fraktion bei einem Rundgang durch die Baustelle. (cp)





