Fulda. Eine sehr positive Anfangsbilanz ziehen die Mediana-Verantwortlichen nach den ersten 1000 Tagen des Quartiers Josefsgarten. „Unser Konzept ,Wohnen, Leben und Arbeiten im Quartier’ wurde mit Erfolg umgesetzt. Wir können uns über das harmonische Miteinander im Josefsgarten freuen“, betonen Geschäftsführer Hans-Karl Diederich, Quartiersmanager Markus Otto und Prokurist Markus Jetzinger. Dieses Fuldaer Areal umfasst etwa 7500 Quadratmeter und strahlt Lebensqualität aus. Die Häuser Von-Schildeck-Straße 15, Rangstraße 8 sowie das Mehrgenerationenhaus (MGH) umrahmen eine großzügige Garten- und Rasenfläche. „Innenstadtnah und doch im Grünen“ ist eines der Gegensatzpaare, die Otto zur Beschreibung des Wohnens im Quartier gern verwendet, „eigenständig und doch in Gemeinschaft“ ein anderes. Das Josefsgarten-Konzept will einiges miteinander verbinden, was sonst nicht so einfach zusammengeht, und Menschen sowieso.
Voraussetzungen für individuelle Wohnfreiheit sind zum einen die Barrierefreiheit, die überall in den Häusern und auf dem gesamten Gelände besteht, sowie die Möglichkeit, bei Handicaps vielfältige Hilfe zu erhalten. „Bei uns bekommt man zunächst nur einen Mietvertrag, mehr ist vom Grundsatz her nicht erforderlich“, erläutert Otto. Allerdings könne man auf Wunsch pflegerische, begleitende und hauswirtschaftliche Hilfen „dazubuchen“, zumal der ambulante Dienstleister Mediana Mobil in der Von-Schildeck-Straße 15 seine Fuldaer Sozialstation und damit eine wichtige Anlaufstelle habe.
Nach Angaben des Quartiersmanagers ist die Mischung der Wohnformen ein Kennzeichen des Josefsgartens. Am stärksten vertreten sind die „klassischen“ Mietwohnungen: 16 Zwei- oder Dreizimmer-Wohnungen in der Rangstraße und sechs Zweizimmer-Wohnungen im Obergeschoss der Von-Schildeck-Straße. In dem letztgenannten Gebäude haben außerdem drei Wohngruppen ihr Domizil. Sie bestehen gestalterisch jeweils aus sechs bzw. sieben Einzimmerapartments mit Duschbad für die individuelle Nutzung sowie aus Wohnküche, Wohnzimmer und großem Balkon als Gemeinschaftsräumlichkeiten. „Die Wohngruppe im Erdgeschoss, zu der ein Rollstuhlfahrer gehört, ist auch altersmäßig gemischt, während im ersten Stock eine Senior(inn)en-Wohngruppe lebt.
Die Damen-Wohngruppe mit zwei jüngeren und zwei älteren Mieterinnen ist auch geprägt durch vier Fitnessgeräte in dem großzügigen Flur“, schildert Otto. Diese Wohnform sei in ihrer Art für Fulda neu gewesen. „Manche fragen skeptisch, ob das Miteinander in solchen Gruppen gelingt. Soviel wir wissen, können wir dies mit Ja beantworten“, sagt der Quartiersmanager. Dass es – ähnlich wie in einer Familie – gute und auch weniger erfreuliche Tage gebe, stehe außer Frage. Nach Ottos Angaben leben in den Wohnungen der Rangstraße Alleinstehende und Paare mit einem Altersdurchschnitt von etwa 75 Jahren: „Seit dem Start im April 2007 hat es kaum Auszüge gegeben.“
Neben den regelmäßigen Mietertreffen und der Möglichkeit zur gemeinsamen Gartenarbeit mit Hausmeister Helmut Walter biete vor allem das Mehrgenerationenhaus viele Gemeinschaftserfahrungen – von der Teilnahme an Kursen, Kulturveranstaltungen und Festen bis hin zum Mittagessen im MGH-Bistro (von Dienstag bis Donnerstag). „Das Mehrgenerationenhaus hier auf dem Areal ist eine wunderbare Ergänzung für das Quartiersleben“, betont Geschäftsführer Diederich. Bei aller bisher erreichten Bekanntheit des Josefsgartens gebe es manchmal noch Missverständnisse zu verschiedenen Einzelfakten. So wohne im MGH niemand, sondern es sei ein reines Veranstaltungshaus und Begegnungszentrum. Mietwohnungen im Quartier stünden grundsätzlich nicht nur für Ältere, sondern auch für Familien mit Kindern zur Verfügung. „Außerdem muss niemand ausziehen, wenn er pflegebedürftig wird“, erläutert Diederich.