Burghaun. In einem feierlichen Gottesdienst in St. Matthäus in Burghaun-Steinbach hat Weihbischof Johannes Kapp am Sonntag acht Priesteramtskandidaten und drei Bewerber für den Ständigen Diakonat mit dem Lektoren- bzw. Akolythendienst (Altardienst und Kommunionspendung) beauftragt. Diese Dienste sind seit 1974 im Rahmen der Priesterausbildung an die Stelle der sogenannten „niederen Weihen“ getreten. Die Beauftragungen erfolgen seit einigen Jahren jeweils im Heimatort eines der Bewerber.
In seiner Predigt machte der Weihbischof deutlich, daß die Kandidaten an diesem Tage die Vollmacht übertragen bekämen, Aufgaben in der Mitgestaltung der Heiligen Messe als Lektoren oder Akolythen wahrnehmen zu dürfen. „Gleichzeitig vollziehen sie dabei erste hinführende und vorbereitende Schritte zum angestrebten späteren Dienst als Ständige Diakone im Zivilberuf oder als Priester.“ Der Lektor habe der versammelten Gemeinde die jeweilige Lesung zu Gehör zu bringen. Er stelle am Ende der Lesung fest: „Wort des lebendigen Gottes.“ Kapp erinnerte an Jesu Wort bei der Versuchung in der Wüste: „Der Mensch lebt nicht nur vom Brot, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt.“ Gottes Wort sei Nahrung und Leben für die Menschen.
Man müsse dabei auch an Jesu Deutung des Gleichnisses vom Sämann denken: „Der Mann, der den guten Samen sät, ist der Menschensohn“, was bedeute, daß der Samen das Wort Gottes sei. Der Weihbischof kam sodann auf zwei Bauern zu sprechen, denen er in seinem Leben begegnet ist. „Den einen habe ich erlebt, wie er von dem Säen noch einmal eine Handvoll Samen genommen und prüfend, ja, geradezu ehrfurchtsvoll genommen hat, so als wolle er sagen: ‚Was ist mir da geschenkt und was wird mir daraus noch geschenkt!’.“ Der andere Bauer habe am Beginn seines Säens mehr unauffällig, aber in sichtbar großem Vertrauen den zu bestellenden Acker mit einem Kreuz gesegnet, den Boden, auf den der Samen fällt. Darin könne man ein Bild für die tiefe Bedeutung des Lektorendienstes und die Größe seiner Aufgabe sowie für das Geheimnis sehen, dem er diene.
„Kirchenväter sprechen deswegen vom Wort Gottes auch als dem achten Sakrament“, hob der Weihbischof hervor. Papst Benedikt habe als Kardinal dazu einmal formuliert: „Da ist Begegnung mit dem Mysterium, dem Geheimnis, das nicht unser Produkt, sondern unser Ursprung und die Quelle unseres Lebens ist.“ Der ehrfürchtige Vollzug des Lektorendienstes in Zuwendung zum Hörer des Wortes sei ein einfach erscheinender Schritt auf dem Weg zum Ständigen Diakon oder Priester, „ein Schritt, der aber auch ins Mehr ruft“. Ähnliches gelte für den Dienst des Akolythen. „Dieser Dienst gilt dem Altar, der Sinnbild für Jesus Christus ist und auf dem sein Tod und seine Auferstehung, eben seine Liebes- und Lebenshingabe immer wieder gegenwärtig wird“, erläuterte Kapp. Dieser Dienst dürfe die Hingabe in der Kommunionspendung immer wieder weiterschenken.
Weihbischof Kapp rief zum Mut auf: Es gelte, sein Herz stark zu machen im Vertrauen auf die Ankunft Jesu, aus der Geduld heraus, wie sie ein Bauer habe, aus Gemeinschaft, wie sie die Jünger miteinander und im Herrn hatten. „Johannes der Täufer macht uns mit seinem Fragen aus dem Gefängnis deutlich, daß auch wir aus unseren Anfechtungen und Gefangenheiten heraus Jesus fragen dürfen und müssen“, fuhr Kapp fort. Auch wenn die Antwort indirekt sei im Verweis auf seine Taten, so zeige sie tiefe Verbundenheit und anerkennende Ermutigung, die gleichzeitig einlade, als Christ Gottes Sämann zu sein, der den Samen guter Taten ausstreue, „damit dieser aufgeht und heranwächst bis zur Ernte Gottes“. Dies sei letztlich Dienst und Einladung an alle Gläubigen.
Von den Seminaristen wurden als Lektoren beauftragt: für das Bistum Fulda Till Hünermund (Steinbach), Togar Pasaribu (Bad Hersfeld) und André Viertelhausen (Mardorf), für das Bistum Temesvar (Rumänien) Tibor Szabo und Janko Brstiak (beide Gataia). Mit dem Akolythendienst wurden die Theologiestudenten Andreas Bieber (Hünfeld) und Andreas Reineck (Kassel) für das Bistum Fulda sowie Benedict Okeja Uchenna (Akpanya) für das Bistum Idah (Nigeria) beauftragt.
 Als Bewerber für den Ständigen Diakonat wurden Bernd Wystrach (Steinau-Marborn) mit dem Lektorendienst, Gerhard Heil (Ebersburg-Weyhers) und Matthias Heimlich (Trendelburg) mit dem Akolythendienst beauftragt. (bpf).
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