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FDP erörtert Abwasserproblematik in der Rhön

071207_pressetannheidel.jpgTann/Fulda. Alarmierende Zahlen, angesichts der sich auch in der Rhön auswirkenden Demografie, präsentierte Tanns FDP-Fraktionsvorsitzender Jörg Witzel dem Sprecher für Umweltpolitik, Landwirtschaft und Forsten der hessischen FDP-Landtagsfraktion, Heinrich Heidel, bei seinem Besuch in Tann. Gerade Flächenkommunen mit vielen Ortsteilen oder Siedlungen abseits der Ortszentren können es sich nicht mehr erlauben, so Witzel, auf die klassischen Abwasserleitungen und Kläranlagen zu setzen, da diese für die wenigen anzuschließenden Haushalte einfach zu teuer seien.

Hinzu komme, so Jürgen Lenders, FDP-Kreisvorsitzender, dass im Zuge von EU-Bestrebungen und –Harmonisierungen die Kontrolle solcher Anlagen und die damit verbundenen Kosten für die Unterhaltung, Prüfung und Sanierung der Leitungen die Kommunen finanziell in arge Bedrängnis bringen. Jörg Witzel sprach sich bei der Erörterung in Tann für Hauskläranlagen aus, die in vielen der beschriebenen Situationen sehr viel effizienter und kostengünstiger seien.

Am Beispiel Kleinfischbach rechnete er vor, dass Hauskläranlagen für 35.000 Euro zu realisieren sind. Statt dessen wollen die politischen Mehrheiten sieben Haushalte mit einem Kanal für 175.000 Euro erschließen und dann noch die dazugehörige Kleinkläranlage bauen. Noch dramatischer erweisen sich die Zahlen für Ober- und Unterrückersbach. Mit begleitenden Straßenbaumaßnahmen sind hier knapp zwei Millionen Euro erforderlich. Pro Haushalt kostet diese Maßnahme dann mehr als 66.000 Euro, während für Einzelanlagen um die 5.000 Euro zu veranschlagen sind.

Eine weitere „einschneidende“ Maßnahme war Thema eines Nikolausbesuches der Bürgerinitiative gegen den Trassenverlauf durch die Rhön bei den Liberalen. Sie übergaben den Landtagskandidaten Jürgen Lenders einen Wunschzettel, der sich gegen autobahnähnliche Zustände auf der Bundesstraße zwischen Fulda und Meiningen ausspricht. Jürgen Lenders signalisierte offene Ohren bei den Liberalen. Auch sie wollen die einmalige Landschaft der Rhön erhalten und wollen sich deshalb für eine umweltverträgliche und einvernehmliche Lösung einsetzen. Dem schloss sich auch Heinrich Heidel an.

Einvernehmlich schlossen die Liberalen das hessische Pendant zum Eisbärenbaby Knut ins Herz: Rhönschaf Rhönhilde. Heidel und Lenders unterstützen die Initiative von Jörg Witzel, einen Rhönhilde-Natur-Erlebnispfad in der Rhön zu etablieren. Mit diesem Pfad würde das Bewusstsein, gerade auch bei den Jüngsten, für die Natur, den Wald und seiner Bewohner geschärft, so der Tanner Fraktionsvorsitzende.

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