Fulda. Maria Brenzels Gene sind offenbar gut. Ihre Mutter wurde 98. Ihre Schwester ist 97. Die Jubilarin selbst erreichte nun ihren 100. Geburtstag. Bei guter Gesundheit. Wie sie sich fühlt? Das Geburtstagskind lächelt. „Gut wie jeden Tag,“ sagt Maria Brenzel schnell. Und fügt hinzu: „Ich freue mich übrigens auch immer über Besuch.“ Der kam überraschend aus dem Stadtschloss. Gemeinsam mit Ortsvorsteher Manfred Belle gratulierte Fuldas OB Gerhard Möller.
Urkunde von MP Koch
Maria Brenzel, bei vielen auch als „Gärtners Maria“ bekannt, weil sie aus der Haimbacher Gärterfamilie Möller stammt, feierte im Kreis ihrer Familie, von Freunden und Verwandten. Fuldas Verwaltungschef übermittelte nicht nur die Grüße der städtischen Gremien, sondern auch von Ministerpräsident Roland Koch, der eine Urkunde überbringen ließ. „Diese Urkunde hat schon ihren besonderen Wert, weil sie eine der letzten ist, die der noch amtierende Landeschef unterschrieben hat“, betonte Möller, der seine persönlichen Grüße mit dem Wunsch verband, dass Maria Brenzel den „Tag, den Abend und die vor ihr liegende Zeit genießen möge.“ Humorvoll konterte das Geburtstagskind: „Dann also auf die nächsten 100 Jahre.“
Eifrige Zeitungsleserin
Auch wenn das Geburtasgskind nicht mehr ganz so mobil ist – Langeweile kommt nicht auf. Denn die „Gärtners Maria“ liest noch eifrig jeden Tag die Tageszeitung – „und was nichts taugt, lese ich einfach nicht.“ Am liebsten mag die Jubilarin die Flora, schließlich gibt es da auch immer wieder mal was zum Schmunzeln. Ihren Ehrentag beging Maria Brenzel mit Tochter und Schwiegersohn sowie ihrer 97jährigen Schwester. Ihren Mann August, der eine Ausbildung im elterlichten Betrieb durchlaufen hatte und später Weichenwärter bei der Reichsbahn war, verlor sie im Zweiten Weltkrieg. Er kehrte nicht mehr zurück und gilt als verschollen. (mb)