Fulda. Wer sind die wirklichen Helden „unserer Zeit?“ Nicht die Stars, Idole, Modells und sonstigen Promis, die „Mode und Fun“ verkörpern, wie Fuldas Verwaltungschef Gerhard Möller mit Bezug zu einem FAZ-Leitartikel meint. Vielmehr seien es die vielen Ungenannten. Ihnen gilt die öffentliche Anerkennung, wenn der Bundespräsident Verdienstkreuze verleiht. Zu den beispielgebenden Persönlichkeiten und Vorbildern zählt Möller auch Erwin Maisch, dem er im Grünen Zimmer des Stadtschlosses die hohe Auszeichnung überreichen konnte.
Bürgerbewegung
Der in Sorga bei Bad Hersfeld geborene Maisch wechselte nach einer kaufmännischen Ausbildung 1967 in den hessischen Polizeidienst. Weitere Stationen waren Hünfeld sowie die Hersfelder Autobahnpolizei. Bis 1990 war Erwin Maisch Leiter der Schutzpolizei in Fulda. Im gleichen Jahr bis zum Jahr 2000 wirkte er am Aufbau der Polizeidirektion Lauterbach mit. Außerordentliche Verdienste erwarb sich der Nordhesse beim Aufbau des Polizeipräsidiums Osthessen. 2002 hob er als Mitbegründer den Verein „Schule machen ohne Gewalt“ (SMOG) aus der Taufe.
Bis heute ist Maisch dessen 1. Vorsitzender. Mit SMOG habe er eine „Bürgerbewegung in Gang gesetzt“ und sogar bundesweit Preise und Aufmerksamkeit erzielt, bis hin zu einem Empfang 2006 bei Bundespräsident Köhler. Maischs Qualitäten als „gekonnter Büttenredner“ lernte Möller bei der Stürmung der Fuldaer Stadtwache schätzen. Nicht zuletzt dem Sport, besonders dem Fußball, sei der inzwischen pensionierte Polizeibeamte sehr verbunden. Erwin Maisch sei ein Mensch, der es immer wieder verstehe, andere zu begeistern und Netzwerke zu knüpfen.
Vorreiter
Polizeipräsident Alfons Hoff charakterisierte Erwin Maisch als „Vorreiter der Präventivbewegung“ und gratulierte im Namen der Polizei. „Wir fühlen uns alle geehrt, die mitwirken in der Prävention.“ Denn nicht immer hätte sie den heutigen Stellenwert gehabt. Erst in den letzten Jahren habe vorbeugende Information zur Gewalt- und Suchtvermeidung dank SMOG und Erwin Maisch an Bedeutung gewonnen, betonte Hoff.
Grenzübergreifendes Projekt
SMOG Vorstandsmitglied Herbert Bensing unterstrich die Bedeutung der Auszeichnung, die er als „wichtige Rückmeldung“ für die Vereinsarbeit wertete. Die Gewalt- und Suchtprävention sei stärker in den Blick gerückt worden. Mit polizeilichen Mitteln alleine habe man der Problematik nicht wirksam begegnen können. Deshalb sei es 2002 zur Gründung des Fördervereins gekommen. Über Repräsentanten seien inzwischen rund eine Million Euro Sponsorgelder erwirtschaftet worden, die in die Gewaltprävention fließen. Derzeit sei die Erweiterung des Projekts über die Grenzen Deutschlands hinaus geplant.
Dr. Michael Imhof würdigte SMOG als Visitenkarte der Region. Kaum eine Organisation werde so mit einem Namen verbunden wie mit dem Maischs. Mit SMOG habe Erwin Maisch in der Schulentwicklung der Region, besonderes unter dem Aspekt soziales Lehren, wichtige Impulse gesetzt.
Klaus Leese, Präsident des Rotary Clubs Lauterbach Schlitz, bezeichnete Erwin Maisch als Menschen, der mit „scharfem und wachsamen Blick gesellschaftliche Fehlentwicklungen wahrnimmt. Er lasse Dinge nie geschehen, sondern habe klare Vorstellungen und Visionen. Ihm komme dabei seine „Erfahrung, soziale Kreativität, Weltläufigkeit und sein Humor zugute.“
SMOG sei eine „einmalige Idee, die zu einer Bürgerbewegung geworden ist“, betonte Maisch. Eine Idee lebe mit dem Team. Alle SMOG-Mitglieder stünden für die Idee, die in Osthessen entstanden ist. Maischs Dank galt den Initiatoren, die ihn zur Ordensverleihung vorgeschlagen haben. Sie mache ihn persönlich stolz. Besonders dankte der Ordensträger auch Polizeipräsident Hoff, der die Präventionsarbeit maßgeblich mit trägt. Wichtig sei allerdings auch, dass eine Idee „verkauft“ werde und sich Repräsentanten für diesen Gedanken einsetzen. (mb)

