Landkreis Fulda. In der Region Fulda gibt es weniger Ausländer und Menschen mit Migrationshintergrund als in anderen hessischen Landkreisen. Laut Bundeszentralregister lag die Ausländerquote im Landkreis am 31. Dezember 2009 bei 4,62 Prozent. Weiterhin geht aus dem Migrationsbericht für den Landkreis Fulda, der vom Erster Kreisbeigeordneter Dr. Heiko Wingenfeld im Ausschuss für Arbeit und Soziales vorgestellt wurde, hervor, dass zahlenmäßig die größte Gruppe Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion sind, die vor allem in Gersfeld, Hünfeld und Neuhof wohnen.
Nach Aussage von Dr. Wingenfeld ist Integration ein dauerhafter und auf Gegenseitigkeit angelegter Prozess, der auf die gleichberechtigte Teilhabe der zugewanderten Menschen am gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Leben abziele. Dies setze einerseits die Bereitschaft und Fähigkeit voraus, Menschen aus anderen Kulturen zu integrieren, und andererseits auf Seiten der Zugewanderten den Willen, sich zu öffnen und die im Aufnahmeland geltenden Gesetze und Werte zu akzeptieren. Der Ausländerdezernent bedankte sich bei der Kreisverwaltung für die Erstellung des Migrationsberichts, die damit einem Wunsch des Kreistags nachgekommen sei.
Eine wesentliche Bedeutung, um das Entstehen von Parallelgesellschaften zu verhindern, spricht der Erste Kreisbeigeordnete den religiösen und kulturellen Organisationen der Zugewanderten sowie Ausländerbeiräten und Integrationsbeauftragten zu. Ein weiterer wichtiger Ansatz, damit Integration gelinge, sei die Zusammenarbeit und Vernetzung zwischen allen betroffenen Ämter, Einrichtungen und Institutionen. Als erfolgreiche Projekte in der Region, die auf einem funktionierenden Netzwerk basierten, nennt er unter anderem „Erziehung von Anfang an“ (EvA), das Kindersprachscreening (KISS) sowie die Arbeitscoaches an den Schulen im Landkreis und in der Stadt Fulda.
Bei der Kreisverwaltung sei Integration eine Querschnittsaufgabe, wobei dem Fachdienst Zuwanderung eine Lotsenfunktion zukomme, unterstreicht der Vize-Landrat. Die Zuweisung in Integrations- und Sprachkurse, wie sie auch von der Volkshochschule des Landkreises angeboten würden, erfolge durch die Fachdienste Ausländerwesen beziehungsweise Arbeit. Dabei stelle ein möglichst frühzeitiger Erwerb der deutschen Sprache stelle die grundlegende Voraussetzung für eine erfolgreiche Integration der im Landkreis lebenden Ausländer und Migranten dar. Deshalb sollten gerade Kinder mit Migrationshintergrund unbedingt den Kindergarten besuchen, so Wingenfeld.
Auch würden vom Fachdienst Personal und Organisation verstärkt Bewerberinnen und Bewerber mit muttersprachlicher Qualifikation eingestellt. Darüber hinaus fördere der Landkreis Vereine, die sich mit Integration beschäftigten. Ferner sei man bemüht, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreisverwaltung, die in direktem Kontakt mit ausländischen Mitbürgern und Migranten stünden, durch Fortbildungsmaßnahmen noch besser auf ihre Aufgabe vorzubereiten. „Gefragt ist interkulturelle Kompetenz, eine Kombination aus sozialen Fertigkeiten und einschlägigem Fachwissen.“
Der Migrationsbericht kann unter 0661/6006-301 bzw. cschoeneich@landkreis-fulda.de angefordert werden.

