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Jubiläumsfeier „60 Jahre Siedlung Niesig“

Fulda. Die Landesbeauftragte der Hessischen Landesregierung für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, Margarete Ziegler-Raschdorf, bekundete bei der Jubiläumsfeier „60 Jahre Siedlung Niesig“ ihre Verbundenheit und die Verbundenheit der Hessischen Landesregierung mit dem Ortsverband Niesig des Bundes der Vertriebenen. „Im Sinne dieser Verbundenheit kann ich Ihnen eine hervorragende Arbeit bescheinigen, die von Ihrem Vorsitzenden Franz Großer eindrucksvoll geprägt wird“, so Frau Ziegler-Raschdorf.

Die Landesbeauftragte erinnerte in ihrem Grußwort daran, dass vor 60 Jahren in Niesig der Grundstein für eine neue Siedlung gelegt wurde, in der sich 39 Familien aus den vormals deutschen Ostgebieten als Vollbauern bzw. Nebenerwerbsbauern ein neues Zuhause schaffen konnten. Der später erstellte Gedenkstein stehe für den Glauben dieser Menschen an eine friedliche Zukunft und solle eine Mahnung sein, allen Menschen dieser Welt das Recht auf Heimat zuzugestehen.

Sie stellte den Zusammenhang zwischen dem Jubiläum „60 Jahre Siedlung Niesig“ mit den Jubiläen „60 Jahre Charta der deutschen Heimatvertriebenen“ und „60 Jahre Wiesbadener Abkommen“ her. „Dies ist auch deshalb folgerichtig, weil es den nach Niesig gekommenen Vertriebenen trotz ihres schweren Schicksals gleichfalls um ein friedfertiges Leben ging – zwar nicht in einer neuen Heimat -  weil es „Heimat“ nur einmal gebe –  aber doch in einem neuen Zuhause – ohne Rache- oder Vergeltungsgedanken“, betonte die Landesbeauftragte.

Die Charta der deutschen Heimatvertriebenen und das Wiesbadener Abkommen könnten in ihrer Bedeutung gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Es sei darum richtig und wichtig, die Geschehnisse um die Vertreibung nicht als ein Thema zu begreifen, dass nur die Betroffenen selbst angehe. Vielmehr als ein Thema, das zur gesamtdeutschen Geschichte aller Deutschen gehöre und im Hinblick auf die Ursachen als auch auf die Folgen ganz entschieden eine europäische Dimension habe. „Die Charta der deutschen Heimatvertriebenen hätte den Friedensnobelpreis verdient. Hierin bin ich mir mit vielen Menschen einig“, so die Feststellung von Frau Ziegler-Raschdorf.

Mittlerweile seien die Vertriebenen, die sich vor 60 Jahren in der Siedlung ansiedelten, im Ortsteil Niesig längst erfolgreich angekommen. Sie lebten in gutem, harmonischem Einvernehmen mit den alteingesessenen Einheimischen zusammen.

„Ich möchte Ihnen als den Betroffenen für Ihre Integrationsbereitschaft und das friedliche Miteinander herzlich danken und meine Anerkennung aussprechen. Sie bereichern nicht nur unseren Stadtteil Niesig, sondern unsere gesamte Stadt und tragen dazu bei, dass Fulda attraktiv und erfolgreich ist“, so die Landesbeauftragte zum Abschluss ihrer Ausführungen.

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