Fulda. Lachende und weinende Augen gab es hier und dort bei der Verabschiedung von Pfarrerin Petra Hegmann in der Versöhnungskirche im Fuldaer Stadtteil Aschenberg. 15 Jahre hatte Hegmann Dienst als Gemeindepfarrerin, etliche Jahre als Vorsitzende der Evangelischen Gesamtgemeinde Fulda und zuletzt als stellvertretende Dekanin des Kirchenkreises Fulda getan. Im Gottesdienst konnte die Amtskollegin am Aschenberg, Pfarrerin Heike Dietrich, neben Oberbürgermeister Gerhard Möller und Dekan Bengt Seeberg auch katholische und evangelische Kolleginnen von Hegmann begrüßen. In ihrer Predigt stellte Hegmann im Anschluss an das Gleichnis Jesu vom den ungleichen Söhnen heraus, wie wichtig es sei, dass Reden und Handeln im christlichen Leben übereinstimmten. Kirchengemeinden seien Orte, um dies einzuüben. Auch wenn das einem jedem von uns nicht immer gelinge, gestand sie selbstkritisch ein, gebe es doch immer die Möglichkeit der Umkehr und Versöhnung.
Reveupassierend habe sie in der Zeit als Pfarrerin in Fulda sehr vieles als Geschenk und Gnade erlebt und bedankte sich bei den Mitarbeitenden und Gemeindegliedern der Kirchengemeinde, sowie bei Kolleginnen und Kollegen. Natürlich gebe es deshalb ein weinendes Auge bei ihr, sie freue sich aber auch auf die bevorstehende neue Aufgabe als Dekanin in Frankenberg. Hier wird sie ihr Amt zum 1. September antreten. Trotz des Abstands sei sie gewiss, dass „die Liebe Gottes und die unüberbietbare Botschaft seiner Gnade, die noch mehr Menschen erreichen möge, uns alle weiterhin verbinde“, sagte die Pfarrerin. Laut Auskunft des Kirchenkreises sei die Pfarrstelle zuletzt im Amtsblatt ausgeschrieben und man hoffe, die Vakanzzeit kurz halten zu können. Zwischenzeitlich übernimmt Pfarrerin Dietrich mit Unterstützung der evangelischen Nachbarkollegen die Vertretung.
Dekan Bengt Seeberg würdigte in seinen Verabschiedungsworten im voll besetzen Gotteshaus am Aschenberg Hegmanns Arbeit. Insbesondere habe er ihre Bescheidenheit in der Begegnung und im Auftreten schätzen gelernt. In einer Zeit, in der es landläufig viel Selbstinszenierung gebe, sei sie darin allen ein Vorbild und zutiefst glaubwürdig. Zwar verliere er im Kirchenkreis eine sehr engagierte Pfarrerin, aber er sehe auch lachenden Auges der bevorstehenden Zusammenarbeit mit Hegmann als Dekanskollegin entgegen.
Der Gottesdienst wurde an der Orgel von Bezirkskantor Christian Mellin begleitet. In ökumenischer Verbundenheit sang zudem der Sakropopchor der katholischen Nachbargemeinde St. Lukas. Im anschließenden Empfang würdigten und verabschiedeten sich von der Geistlichen in Dankesworten der Kirchenvorstand, Oberbürgermeister Gerhard Möller und katholische Nachbarkollegen. Mit frohem Herzen gönne man ihr den beruflichen Aufstieg, wenn man sie auch und hier gäbe es wieder das weinende Auge, nicht gerne ziehen lasse.





