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Land Hessen will Defizit bei Kernzonen bis Ende 2011 beseitigen

Hilders. Das Land Hessen wird noch in diesem Jahr damit beginnen, neue Kernzonen im hessischen Teil des Biosphärenreservats Rhön auszuweisen. Bis Ende 2011 sollen dann die jetzt noch fehlenden 390 Hektar komplett sein. Das sagte Hessens Umweltministerin Silke Lautenschläger, als sie auf der Auersburg bei Hilders das Kernzonenkonzept für Hessen offiziell vorstellte. Hessen würde damit das nationale Kriterium der UNESCO erfüllen, das für deutsche Biosphärenreservate zwingend einen Anteil von drei Prozent Kernzone an der Gesamtfläche vorschreibt. In Thüringen fehlen noch rund 800 Hektar Kernzone; in Bayern sind es aufgrund der geplanten erheblichen Erweiterung des Biosphärenreservats Rhön sogar 3 500 Hektar. Bis zum Jahr 2013, wenn das Biosphärenreservat Rhön vom deutschen Nationalkomitee für das Programm der UNESCO „Der Mensch und die Biosphäre“ erneut überprüft wird, müssen auch diese noch fehlenden Kernzonen ausgewiesen sein. „Wir in Hessen haben noch 50 Hektar Staatswald als Reserve vorgesehen, so dass wir die drei Prozent sogar überbieten können“, kündigte Silke Lautenschläger an.

Das Biosphärenreservat Rhön habe insgesamt eine Fläche von 186 206 Hektar. 34,8 Prozent davon entfielen auf Hessen. „Wir als Land Hessen sind gemeinsam mit der Region gefordert, dieses Biosphärenreservat zu erhalten, weiter für den Tourismus zu werben, aber auch klar zu machen, dass eine solche Landschaft auch ganz naturbelassene Zonen braucht“, sagte die Ministerin. Ihren ausdrücklichen Dank richtete sie an den Verein Natur- und Lebensraum Rhön als Träger- und Förderverein für den hessischen Teil des Biosphärenreservats Rhön. Der Verein hatte vor einigen Monaten ein Konzept für die Ausweitung von Kernzonen erarbeitet und dies mit allen beteiligten Akteuren der Region abgestimmt. „Ohne dieses Konzept wären wir nicht so weit gekommen“, meinte Lautenschläger.

Bis Ende dieses Jahres, erklärte sie, sollen diejenigen Flächen, die sich im Eigentum von Hessen-Forst befinden, in Kernzonen umgewandelt werden. Bis Ende 2011 sollen dann auch die restlichen in diesem Konzept vorgesehenen beziehungsweise noch zu verhandelnden Waldgebiete – einschließlich der vorgesehenen Kommunal- und Privatwälder – zu Kernzonen werden. Für den Tausch beziehungsweise Ankauf von Flächen stelle das Land Hessen über zwei Millionen Euro zur Verfügung. „Thüringen und Bayern befinden sich auf dem gleichen Weg, so dass ich überzeugt davon bin, dass wir im Jahr 2013 die Überprüfung des Biosphärenreservats Rhön schaffen und vielleicht sogar als bestes Biosphärenreservat in ganz Deutschland abschneiden“, sagte die Ministerin. Die Ausweisung von Kernzonen, betonte sie, könne nur in einem Abstimmungsprozess mit der Region und nicht vom grünen Tisch von Wiesbaden aus gelingen.

In den letzten Jahren sei sehr viel „in Moll“ diskutiert worden, was die mögliche Aberkennung des Titels UNESCO-Biosphärenreservat für die Rhön betrifft, wenn das nationale Kriterium von drei Prozent Kernzone nicht bis 2013 aufgebracht werden könne, erinnerte Fuldas Landrat Bernd Woide. Jetzt sei ein Konzept gelungen, weil dieses nicht von oben verordnet wurde, sondern an dem viele Partner aus der Region beteiligt waren. Seinen ausdrücklichen Dank richtete Woide an den Leiter der Hessischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats Rhön, Otto Evers, an den Sachgebietsleiter Biosphärenreservat Rhön beim Landkreis Fulda Martin Kremer sowie an den Sprecher des Forums Naturschutz & Kulturlandschaft beim Verein Natur- und Lebensraum Rhön, Joachim Schleicher, mit seinen ehrenamtlichen Mitstreitern. Sie hätten sehr viele Gespräche mit allen Beteiligten geführt, um das Kernzonenkonzept mit regionaler Akzeptanz zu untermauern.

Foto: Carsten Kallenbach

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