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Wo Ansichtskarten Geschichte zeigen – Ausstellungseröffnung in Bad Salzschlirf

Bad Salzschlirf. Es war auch früher schön in Bad Salzschlirf, vielleicht sogar schöner als heute? Das fragte die ersten Beigeordnete des Kurortes, Adelheid Eurich, bei der Ausstellungseröffnung historischer Ansichtskarten und einer postalischen Heimatsammlung, die noch bis zum 5. September täglich im Haus des Gastes in der Bahnhofstraße 240 Karten und Briefe aus der Geschichte des Ortes präsentiert. Die Ausstellung gehört zu den Höhepunkten im Programm der 1125-Jahr-Feier der Gemeinde.

Viele Bad Salzschlirfer und Gäste waren zur Ausstellungseröffnung erschienen und blickten fasziniert auf die Ansichten aus der ersten Blütezeit des Kurwesens im Ort, auf die Kleidung der Personen, auf die Gebäude, von denen viele heute nicht mehr existieren, und auf die Landschaftsbilder. Für die Aussteller begrüßte Werner Reus die Gäste. Adelheid Eurich übermittelte die Grüße der Gemeinde. Sie dankte den Initiatoren der Ausstellung, Werner Reus und Alfred Schmitt, und den weiteren Ausstellern Günter Hedrich, Vorsitzender der Briefmarkenfreunde Vogelsberg, sowie Hans-Jürgen Schwalda, der seine postalische Heimatsammlung von Bad Salzschlirf zeigt.

Postkarten, so hatte sich Eurich kundig gemacht, gibt es seit 1870. Ab etwa 1896  setzten sich auch Ansichtskarten durch. Die Ausstellung zeigt Karten vor allem aus der Zeit des Jugendstils um 1900. Die Kartensammler können viele Geschichten zu ihren Fundstücken erzählen, so etwa vom ersten Katastrophen-Tourismus zum großen Brand im Ort im Jahr 1898. Oder von der adeligen Prominenz wie der Königin-Witwe Karola von Sachsen, vom Kurorchester mit Paul Lincke, der hier im Ort Melodien zur Operette „Frau Luna“ komponiert haben soll. Die erste Beigeordnete Adelheid Eurich lobte das Engagement der Sammler, die mit ihrer Ausstellung ihre Heimatverbundenheit dokumentierten, die sich mit der Vergangenheit auseinandersetzten und dabei stets Neues aus der Geschichte erführen.

Aussteller Werner Reus erinnerte sich an die Anfänge seiner Sammlung, wozu ihn eine Briefmarkenausstellung zur 1100-Jahr-Feier vor 25 Jahren inspirierte. War es damals schwierig, überhaupt an Karten zu kommen, so mache das Internet heute alles einfacher. Reus wusste von rund 300 Ansichtskarten als Sammlerobjekte im Angebot allein bei ebay zu berichten. Allerdings sei das Angebot von älteren Karten vor 1930 dünn. Hans-Jürgen Schwalda kam ebenfalls auf die Jubiläumsfeier vor 25 Jahren zu sprechen, als ein Sonderstempel von Bad Salzschlirf herauskam und die jungen Briefmarkenfreunde Lauterbach eine erste Wettbewerbs-Ausstellung in Osthessen ausrichteten.

Die Zusammenarbeit mit den Behörden vor Ort aber auch engagierten Sammlern sei stets hervorragend. Gerne informierten die Aussteller über ihre Exponate, „Fragen Sie uns“, forderte er die Besucher auf, sich die interessanten Details auf den Ansichtskarten oder auch Briefinhalten und die Geschichten aus der Geschichte erläutern zu lassen. Die Gruppe der Jugendstildamen vom Verein Kunst und Kultur e.V. und eine Trachtenträgerin vom Verein der Heimatfreunde gaben der Eröffnung einen romantischen Rahmen. Fast schien es, als wären die hübschen Kurdamen auf den Ansichtskarten-Abbildungen lebendig geworden und lächelten ihr gemaltes Abbild an, als die kostümierten Frauen zwischen den Ausstellungswänden flankierten.

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