Bad Salzschlirf. Was macht man, wenn man zur Kur fährt? Man schreibt den Lieben zuhause Ansichtskarten. Das war in Bad Salzschlirf zur Wende vom 19. ins 20. Jahrhundert Mode, gab es doch noch kaum andere Telekommuni-kationsmöglichkeiten. Der junge Kurort florierte. Lithographien und erste Fotografien, nachträglich koloriert, wurden von den Gästen versendet und gehören heute zu den Schätzen der Sammler von Ansichtskarten. Eine Auswahl der schönsten Motive und ältesten Karten des Kurortes kann man vom 8. August bis 5. September im Bad Salzschlirfer „Haus des Gastes“ bewundern. Etwa 240 Ansichtskarten haben die Hobbysammler Werner Reus und Alfred Schmitt dafür in Originalien zur Verfügung gestellt.
Die ältesten Karten datieren aus dem Jahr 1896, die jüngsten stammen aus den 30ern des 20. Jahrhunderts. Die Motive zeigen den Ort, die Badeeinrichtungen, die Brunnen, die illustren Gäste – darunter auch die Königin Witwe Karola von Sachsen, die im Juni 1907 mit höfischer Begleitung anreiste -, die bäuerliche Bevölkerung, auch den Brand von 1898, und die vielen schmucken Jugendstilbauten aus der Blütezeit des Bades. Die Briefmarkenfreunde Vogelsberg mit Hans-Jürgen Schwalda beteiligen sich passend dazu mit einer postalischen Heimatsammlung. Die Ausstellung wird am Sonntag, 8. August, um 15.00 Uhr im „Haus des Gastes“ in der Bahnhofstraße im Rahmen der Feierlichkeiten zur 1125-Jahr-Feier der Gemeinde eröffnet. Sie ist bis zum 5. September täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Am Samstag, 28. August, gibt es im Gemeindezentrum zusätzlich einen Tag der jungen Briefmarkenfreunde Lauterbach unter der Regie von Günter Hedrich, dem Vorsitzenden der Briefmarkenfreunde Vogelsberg.