Fulda. Die EDAG Group, als weltweit größter unabhängiger Entwicklungspartner hat mit dem Einstieg in die Branche „Erneuerbare Energie“ ihr Leistungsportfolio auf die Geschäftsbereiche Photovoltaik und Solarthermie erfolgreich ausgeweitet. Im Wachstumsfeld „Installation von Solar-Anlagen“ präsentiert die EDAG Group einen neuen Verfahrensansatz bei der Produktion und Montage von Solarträgerelementen.
Auf der Fachausstellung „bauen2010“ präsentierte die EDAG Group gemeinsam mit der Fa. Nüdling erstmals ein „Betonfertigelement als Solarmodulträger“ zum kostengünstigen Aufbau von Solarparks. Die EDAG Group reagiert damit auf den wachsenden Wunsch der etablierten Modulhersteller nach neuen, effizienteren Produktions- und Installationssystemen.
Beton versus Stahl – 1:0
„Beton“ – bewährt, vielseitig anwendbar und gänzlich unorthodoxes Gebrauchsmaterial innerhalb der EDAG Group, aber ein tragendes Element bei der Entwicklung eines stabilen, kosteneffizient produzierbar- und einfach montierbaren Solarträger. Zum Aufbau großer Solarparks, die zurzeit in vielen Regionen Deutschlands entstehen, werden bis dato die Solarmodule auf komplexe Ständerkonstruktion befestigt.
Diese müssen aus statischen Gründen fest mit eigens gebauten Fundamenten verbunden werden. Gerade bei der solaren Nutzung von Konversionsflächen (z.B. brach liegende Industriegelände) – auch in Zukunft erfolgt hier eine erhöhte Einspeisevergütungen im Rahmen des EEG (Erneuerbaren-Energien-Gesetz) – werden zum Aufbau der Solaranlagen meist Konstruktionen aus Aluminium oder Stahl verwendet.
Vor dem Hintergrund, dass Solarparks häufig mehrere Zehntausend Solarmodule aufweisen, wird die Kostenintensität dieser Vorgehensweise deutlich. Um diese zu reduzieren, erfolgt ansatzweise im Markt der Einsatz betonbeschwerter, aus Recycling-Kunststoff hergestellter Wannen. Durch die komplexe Befestigungsstruktur der darauf zu montierenden Solarmodule erweist sich aber auch dieses Verfahren letztendlich als montage- und damit kostenintensiv sowie durch die Verwendung des Materials Kunststoff als nicht besonders ökologisch.
Mit dem von der EDAG Group entwickelten Solarmodulträger aus Beton, der zukünftig von der Fa. Nüdling gebaut und vertrieben wird, kann diese aufwendige Montage nun wesentlich vereinfacht werden. Das in einem Stück gefertigte und bis zu 380 Kilogramm schwere Betonträgerelement bringt so viel Eigenmasse mit, dass eine zusätzliche Fundamentierung und eine aufwendige Montage komplexer Trägermodelle entfallen.
Zudem generiert das neu entwickelte Solarmodulträgersystem eine größere CO2 Einsparung bei Errichtung von Solarparks im Vergleich zu herkömmlich verwendeten Stahl-Alu Unterbaukonstruktionen bei denen wertvolle Rohstoffe verschwendet werden. Die EDAG Group setzt mit dem neu entwickelten Betonträgerelement ein neues Zeichen in der Solarmodulmontage.
So(n)`ne einfache Montage – Betonträgerelement für Solarmodule by EDAG Group
Die fertigen Betonträger werden über das Netzwerk des Betonspezialisten und Projektpartners FCN ortsnah gefertigt, angeliefert und dann einfach per Radlager an den jeweiligen Bestimmungsort gefahren. Nach der Ausrichtung und der Absetzung bleibt das Betonelement durch sein Eigengewicht in seiner vorbestimmten Position und trotzt allen Witterungsbedingungen. Die eigentlichen Solarmodule werden im entsprechenden Winkel auf der Oberseite des Betonträgers mit lediglich vier Schrauben in ergonomisch idealer Montagehöhe befestigt und gewährleisten die perfekte Ausrichtung auf die Sonne.
Der gewonnene Zeitvorteil bei der Montage der neu entwickelten Betonträgerelemente wird durch zusätzlich vorhandene Vorrichtungen für den vorgesehen Transport per Gabelstapler maximiert. Abgerundet wird das Fertigelement durch den innen speziell geschaffenen Raum für benötigte Kabeltrassen.
Solarpark „Schachtanlage Merlebach-Nord“ bestückt mit 6000 Betonfertigelementen von EDAG Group und FCN
Das innovative Konzept eines langlebigen und robusten Fertigelements wird bei der Errichtung eines Solarparks bei Merlebach-Nord / Saarland erstmals erfolgreich umgesetzt. Die Mosolf Solar Technik GmbH & Co. KG, an der seit dem 01.01.2010 die FFT EDAG Produktionssysteme GmbH & Co. KG, ein Tochterunternehmen der EDAG Group mit 49% beteiligt ist übernahm die Planung und Erstellungsorganisation des neuen Solarparks.
Auf der Konversionsfläche einer ehemaligen Schachtanlage entsteht in zwei Bauabschnitten, auf 13 ha Gesamtfläche eine Solarparkanlage mit insgesamt 12.000 Solarmodulen, unter Verwendung von 6000 Stück des neu entwickelten Betonfertigelements. In der ersten Ausbaustufe verließen pro Woche knapp 1000 Einheiten des Solarträgers das Werk von FCN um anschließend zum Bestimmungsort transportiert und ausgerichtet zu werden.
Bei der Ausrichtung der Trägerelemente vertrauen die Entwickler der EDAG Group auf interne Berechnungen und die spezifischen Produkteigenschaften. Für dieses Projekt hat man sich für ein Solarmodul in Dünnfilmtechnik entschieden. Der Grund war die Erreichung eines geringeren Aufstellwinkels, mit dem Resultat, dass auf der vorgesehenen Fläche eine größere Anlagenleistung installiert werden kann.
Die Summe der Vorteile schlägt sich in einem Preisvorteil gegenüber herkömmlichen Befestigungssystemen wieder. So betont auch Andreas Rudolph, Leiter Innovation und Entwicklung neuer Geschäftsfelder der EDAG Group „Das Betonträgerelement bietet entgegen den sonst üblichen Montageverfahren erhebliche Kostenvorteile durch die Reduzierung der Montagezeiten.“ Das Ziel eines zügigen Aufbaus wurde erreicht.
Der in der ersten Ausbaustufe realisierte 75.000 qm² große Solarpark wird Mitte 2010 mit einer Gesamtleistung von 3 Megawatt in Betrieb gehen. In einer zweiten Ausbaustufe sind dann noch einmal 2 Megawatt geplant, die bis Ende 2010 am Netz sein sollen.
Dieses erste erfolgreich realisierte Projekt im Bereich „Installation von Solaranlagen“ des Geschäftsfeldes Photovoltaik verdeutlicht, dass die EDAG Group offensiv auf neue branchenspezifische Herausforderungen eingeht. Den vielfältigen Kundenwünschen nach Prozessoptimierung in der Montage wird mit der neuen und technisch anspruchsvollen Lösung Rechnung getragen. Die EDAG Group hat sich zum Ziel gesetzt, einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung der Investitionen in Solarparks zu leisten, um ein wirtschaftliches Betreiben auch ohne staatliche Förderung zu ermöglichen.



