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Wild aus Rhöner Wäldern soll wieder auf die Rhöner Speisekarten

Empfertshausen. Rhöner Wild und typische Rhöner Gerichte gehören wieder auf Rhöner Speisekarten – dies jedenfalls ist das Anliegen zweier Projekte, die im Rahmen des Modellvorhabens „Regionalbudget Thüringer Rhön“ in den nächsten Monaten umgesetzt werden sollen. Anlässlich der Informationsveranstaltung des Rhönforum e.V. im Gasthof „Zur Linde“ in Empfertshausen wurden die Regionalmarketing-Projekte durch die beauftragte Projektmanagement- und Marketing-Agentur Antsanvia aus Schleid vorgestellt.

Martina Klüber-Wibelitz von Antsanvia nannte als ein Ziel die Knüpfung einer Wertschöpfungskette „Rhöner Wild“.  Für Gastronomen sei es nämlich gar nicht einfach, an Reh und Wildschwein aus heimischen Wäldern heranzukommen. Das begehrte Fleisch sei meist nur über Beziehungen zu Jägern zu haben; im regionalen Handel komme es fast gar nicht an. Die Nachfrage werde somit nicht gedeckt. Deswegen schlägt Klüber-Wibelitz den Aufbau einer transparenten Vermarktungsstruktur von der Erzeugung und Verarbeitung über den Groß- und Einzelhandel bis hin zur Gastronomie vor. „Damit könnte das Wildangebot der gesamten Rhön transparent gemacht werden“, sagt Klüber-Wibelitz.

Zurzeit erkundet Antsanvia den Bedarf an heimischem Wild in Gastronomie und Handel. Die Ergebnisse werden ab Juli in mehreren Workshops mit Jägern, Forstämtern, Schlachtbetrieben und Abnehmern vorgestellt und Details zu Qualität, Verarbeitung und Logistik bis hin zu neuen Wildprodukten diskutiert.

„Jeder Gast soll auf der Speisekarte wieder erkennen, wo er sich befindet“, erklärt auch Brigitte Vorndran aus Bischofsheim, die die Gastronomieprojekte der Regionalen Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Rhön in der bayerischen und Thüringer Rhön mit begleitete. Sie wandte sich gegen die Beliebigkeit vieler Rhöner Speisekarten, deren Angebot man so auch in Hamburg oder Frankfurt finden könne. Typische Rhöner Gerichte seien für Touristen ein klarer Anziehungspunkt: „Wichtig ist, dass der Gast etwas aus der Rhön bekommt, was er zu Hause eben nicht in dieser Form bekommt.“

Bildungsoffensive des Rhönforums e. V.

Um das Thema der heimischen Gastronomie nahe zu bringen, haben Vorndran und Klüber-Wibelitz den Auftrag vom Rhönforum e. V. erhalten, eine Bildungsoffensive im Bereich Gastronomie zu starten, die auf der bisherigen „Rhöner Genusstour“ aufbaut. Während einer Seminarreihe vom Herbst 2010 bis zum Herbst 2011 sollen Köche zum Beispiel lernen, wie man von Lamm und Reh nicht nur Rücken und Keule nutzt, sondern auch die unedleren Teile in leckere Gerichte verwandelt. Aber auch Fragen der Preisgestaltung und des Marketings sollen erörtert werden.

Beide Projekte werden in enger Abstimmung mit der Dachmarke Rhön durchgeführt. „Ich bin froh, dass wir mit der Unterstützung aus dem Regionalbudget des Rhönforums unsere begonnene Arbeit in der Thüringer Rhön fortsetzen können“ meint die Geschäftsführerin der Dachmarke Rhön GmbH, Barbara Vay. Bemerkenswert ist aus ihrer Sicht auch, dass es dieses Förderinstrument zulässt, länderübergreifend zu denken und zu handeln. Zwar läge der Schwerpunkt eindeutig in Thüringen, aber die Teilnahme an den Veranstaltungen sei auch offen für interessierte Betriebe aus der bayerischen und hessischen Rhön, um die Ergebnisse rasch in die ganze Rhön-Region zu übertragen.

Weitergehende Auskünfte erteilt das Rhönforum e.V. in Geisa, Telefon (03 69 67) 59 48 2 oder 59 48 3.

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