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Gewalt kommt nicht in die Tüte – Hessenweite Brötchentütenaktion

091120_BrötchentütenaktionFulda. Die Bäcker-Innung Fulda hat sich in diesem Jahr der Initiative „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ angeschlossen. Ausgewählte Bäckereien in Fulda und Umgebung werden in den nächsten Tagen und Wochen 100.000 entsprechend bedruckte Brötchentüten in den Umlauf bringen.

Wer dann sein Brot oder seine Brötchen kauft, wird auf der Tüte mit dem Slogan „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ konfrontiert. Auf der Tüte finden sich außerdem die Telefonnummern der wichtigsten regionalen Ansprechpartner.  Dazu gehören in Fulda das Frauenhaus und Frauenberatungsstellen ebenso wie Anlaufstellen für Kinder und Beratungsangebote für Frauen und Männer, die sich mit ihrer eigenen Gewaltbereitschaft auseinandersetzen wollen.

Mit der Aktion, die rund um den internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Kinder am 25.11.2009 stattfindet, möchte die Bäcker-Innung, Kreishandwerkerschaft, Frauenbüro und Runder Tisch gegen häusliche Gewalt gemeinsam so viele Menschen wie möglich zu diesem Thema sensibilisieren.  „Wir wollen  das Thema häusliche Gewalt aus der „Dunkelzifferzone“ holen und auf bestehende Hilfsangebote aufmerksam machen“, so der Obermeister der Innung, Joachim Michel.

Die Aktion findet in enger Abstimmung mit Fuldas Frauenbeauftragter Hildegard Hast statt. Die Stadt und der Landkreis Fulda unterstützen die Initiative außerdem finanziell. Hessenweit haben in insgesamt 10 Landkreisen und Kommunen Frauenbeauftragte gemeinsam mit lokalen Netzwerken gegen häusliche Gewalt und den örtlichen Bäckerinnungen diese erste hessenweite Brötchentütenaktion  vorbereitet. Insgesamt 700.000 Tüten werden hessenweit verteilt. Unterstützt wird dies von der Landesarbeitsgemeinschaft der Hessischen Frauenbüros.

„Als Frauenbeauftragte von Fulda freue ich mich natürlich sehr, dass wir mit einem so großen Kontingent in Fulda vertreten sind. Das haben wir der Begeisterung und dem Engagement unseres Obermeisters zu verdanken, der sich in der Bäckerinnung und auf Landesebene im Landesinnungsverband für diese Aktion stark gemacht hat“, lobt Fuldas Frauenbeauftragte Hildegard Hast die gute Zusammenarbeit vor Ort.

„Neben diesen öffentlichkeitswirksamen Aktionen arbeiten die Mitglieder des Runden Tisches gegen Häusliche  Gewalt ganzjährig daran, Hilfe für die Betroffenen immer effektiver zu gestalten, die Einrichtungen für die von Gewalt betroffenen Frauen und Kinder zu unterstützen, zu stärken und abzusichern“, erläutert Hast die Arbeit des Runden Tisches in Stadt und Landkreis Fulda. „Aktuell stellen wir uns der zusätzlichen Aufgabe, auch die Beratung für Täter, die sich mit ihrer eigenen Gewalttätigkeit und -bereitschaft auseinandersetzen wollen, auszubauen“, so Hast weiter.

Seit der Einführung des Gewaltschutzgesetzes im Jahre 2002 wurden hessenweit bis zum Jahr 2008  45.800 Fälle von Häuslicher Gewalt polizeilich erfasst. Die Dunkelziffer liegt bei diesen Delikten aber deutlich darüber. Untersuchungen zeigen, dass Frauen im Schnitt sieben Jahre in einer Gewaltbeziehung leben bevor sie um Hilfe bitten. Im Jahr 2010 sollen sich mit zusätzlicher Unterstützung des Landesverbands der Bäckerinnungen weitere Landkreise und Städte dieser Aktion anschließen.

Kontakte:

Interventionsstelle gegen Gewalt an Frauen Sozialdienst katholischer Frauen, Tel. 0661 8394-14;
Frauenhaus Sozialdienst katholischer Frauen, Tel. 0661 95 29 52-5;
Kinder- und Jugendtelefon, Tel. 0800 111 0333;
Jugendamt Stadt Fulda, Tel. 0661 102-1902
Jugendamt Landkreis Fulda, Tel. 0661 6006-203

Bei Problemen mit der eigenen Gewalttätigkeit (Männer und Frauen):
pro familia, Tel. 0661 480 49 69-0
Die Brücke, Tel. 0661 7 30 23

Runder Tisch gegen häusliche Gewalt Stadt und Landkreis Fulda c/o Frauenbüro der Stadt Fulda, Tel. 0661 102-1040

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