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Werkakademie Kassel zeigt ausgewählte Abschlussarbeiten in der Kreishandwerkerschaft Fulda

091120_KreishandwerkerschaftFulda. „In jedem Handwerk steckt auch ein Stück Gestaltung“, so die Worte von Kreishandwerksmeister Claus Gerhardt anlässlich der Eröffnung einer Ausstellung der Werkakademie Kassel in der Kreishandwerkerschaft in Fulda. „Deswegen präsentieren wir gerne die Abschlussarbeit der Werkakademie“, so Gerhardt weiter, „denn wir möchten der Öffentlichkeit und unserem Nachwuchs zeigen, was Handwerk alles kann und ausmacht“.

In der Werkakademie in Kassel können sich Handwerker aus allen Gewerken in einem viersemestrigen Studium zum Gestalter im Handwerk qualifizieren. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sei das Handwerk in besonderem Maße auf Gestaltung angewiesen, so die Leiterin der Akademie, Barbara Eiffert. Denn über Gestaltung könne man sich von der einfachen Serienfertigung abheben und dem Kunden zusätzlichen Nutzen vermitteln, der im Baumarkt nicht erhältlich sei.

Schreinermeister Norbert Jehn wies in seiner Ansprache darauf hin, dass die Gestaltung ein wichtiger Baustein für die Fortbildung im Handwerk sei. Er machte diese am Beispiel des Schreiners deutlich. Dieser benötige heute in einem Kundenberatungsgespräch eine räumlich ganzheitliche Sichtweise. Denn der Schreiner dürfe das zu erstellende Möbelstück nicht isoliert sehen. Wenn er einen neuen Raum beträte, müsse er auch einen Blick für Fußboden, Decken und Wände haben.

091120_Kreishandwerkerschaft2Und dies würden die Studenten in der viersemestrigen Ausbildung lernen, wenn sie z.B. mit Materialien arbeiten müssten, die sie in ihrer handwerklichen Ausbildung nie kennen gelernt hätten. Nur so würde der Schreiner dann auch seine Scheu vor Dingen verlieren, die nichts mit Holz zu hätten. Außerdem würde über die Gestaltung wieder mehr Wertschöpfung in die Handwerksbetriebe geholt, denn der Gestalter im Handwerk könne einfach mehr, als nur handwerklich Arbeit zu leisten. Dieser Mehrwert für den Kunden bedeute nicht nur sichere Arbeitsplätze, sondern auf Dauer auch mehr Ausbildungsstellen.

Noch bis Weihnachten zeigt die Werkakademie in der Kreishandwerkerschaft in Fulda ausgewählte Abschlussarbeiten von Absolventen. So ist beispielsweise ein Stehsitz zu sehen, den ein ausgebildeter Gerüstbauer unter dem Aspekt der Sicherheit vor Vandalismus spezielle für Bushaltestellen entwickelt hat. Ein Zahntechniker hat das Material für Zahnersatz zweckentfremdet und daraus Schmuckteile geformt, die er zusätzlich mit Holz von Weinstöcken veredelt hat. Eine Metallbauerin hat ihre Kreativität als Schneiderin genutzt und eigene Kleidungsstücke entworfen.

Eine Raumausstatterin hat einen Stuhl gebaut, der nicht nur als Sitzmöbel, sondern gleichzeitig auch als „Stummer Diener“ z.B. im Schlafzimmer eingesetzt werden kann.  Die beste Abschlussarbeit aber hat eine Goldschmiedin abgeliefert. Sie hat aus Holz einen Kubus konstruiert, der sich aus vielen kleinen Würfeln zusammensetzt und auf engstem Raum verblüffend viele Aufbewahrungs- und Ablagemöglichkeiten bietet. Bei den meisten Ausstellungsstücken erschließen sich die Details erst beim zweiten oder dritten Blick. Deshalb sollte man sich für die Ausstellung etwas Zeit nehmen.

Die Ausstellung in der Kreishandwerkerschaft Fulda, Rabanusstraße 33, ist täglich von 9 bis 15 Uhr geöffnet. Sie empfiehlt sich auch für Schulklassen und für Auszubildende im Handwerk, die sich durch die Ausstellung beruflich inspirieren lassen möchten. Bei größeren Gruppen ist eine Anmeldung unter Tel. 0661 902240 erwünscht. Weiter Informationen zur Ausstellung finden sich auch unter www.kh-fulda.de sowie unter www.werkakademie-kassel.de.

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