Fulda. Anlässlich der Fortbildungsveranstaltung für Erzieherinnen und Erzieher in der Kinder-Akademie-Fulda zum Thema Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) im Vorschulalter hat Petra Müller-Klepper, Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit, eine Image- und Werbekampagne der Landesregierung für den Beruf des Erziehers und der Erzieherin angekündigt.
„Der Erzieherberuf ist einer derer, bei denen wir uns der Frage stellen müssen, ob Image und Erwartungshaltung an die Erzieherinnen und Erzieher, Arbeitsbedingungen, Vergütung, Ausbildungsanforderungen so zueinander passen. Dabei muss man sich der finanziellen Rahmenbedingungen der Träger und Kommunen allerdings bewusst sein“, erklärte die Staatssekretärin.
„Erzieherin oder Erzieher zu sein, bedeutet, ‚Leben pur‘. Sie begleiten und fördern Kinder, sind über weite Strecken des Alltags der Ansprechpartner Nummer 1 für alle kleinen und großen Fragen und Freuden der Kinder“, betonte Petra Müller-Klepper. Viel zu oft aber, so die Staatssekretärin, machen junge Menschen erst diese Ausbildung, um sich dann aus finanziellen Gründen gezwungen zu sehen, sich anderweitig zu orientieren. „Wir brauchen gute Erzieherinnen und Erzieher und deshalb auch neue Überlegungen, wie man Anreize schafft, die Attraktivität des Berufsfeldes zu verbessern.“
Um die hohe Qualität in den Kindertageseinrichtungen und den Bedarf an qualifizierten Erzieherinnen und Erzieher sicher stellen zu können, solle die geplante Image- und Werbekampagne den Ausbau der Ausbildungsplätze an den hessischen Fachschulen für Sozialpädagogik flankieren. So unterstützte die hessische Landesregierung den Ausbau der Fachschulen nachhaltig.
Im Ergebnis sei die Zahl der Studierenden an den hessischen Fachschulen für Sozialpädagogik in den letzten fünf Jahren von 4084 auf 4981 Personen gestiegen. In den kommenden Jahren, so Petra Müller-Klepper, werde diese Zahl durch die Einrichtung weiterer Klassen, die Zertifizierung von Fachschulen als Weiterbildungsträger und die Einrichtung neuer Fachschulen kontinuierlich weiter ansteigen.
Die MINT-Fortbildungen seien ein gutes Beispiel für die gewandelten Anforderungen und Herausforderungen des Erzieherberufs. „Kindertagesstätten werden heute zu Recht als Bildungseinrichtungen gesehen – und verstehen sich auch selbst so“, sagte die Staatssekretärin. Dazu gehöre auch, bei Kindern auf spielerische Weise das Interesse für Mathematik, Information, Naturwissenschaften und Technik zu wecken. „Wir haben gerade bei diesen Themen die Chance, die angeborene Aufgeschlossenheit der Kleinsten für die Natur, ihren Drang zum Beobachten und Experimentieren anzusprechen“, so Petra Müller-Klepper.
Entwicklungspsychologische Untersuchungen belegten, dass Kinder bereits in diesem Alter über die kognitiven Voraussetzungen verfügen, die Welt zu erkunden und Theorien über diese zu bilden. Von daher sei es von großer Bedeutung, dass die Erzieherinnen und Erzieher Kindern die „MINT-Disziplinen“ frühzeitig durch interessante, altersgerechte Projekte näher bringen. „Die MINT-Fortbildungen leisten in dieser Hinsicht einen wichtigen Beitrag zur Stärkung des Bildungsauftrags der Kindergärten – und langfristig vielleicht sogar zur Heranbildung des Nachwuchses in den MINT-Berufen“, hob die Staatssekretärin hervor.