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Landkreis Fulda beteiligt sich an europäischem Projekt zum lebenslangen Lernen

Fulda. Den Ruhestand nicht als Stillstand zu begreifen, sondern als Gelegenheit,  sich aktiv ins gesellschaftliche Leben einzubringen, dazu möchte der Landkreis Fulda seine Bürgerinnen und Bürger motivieren. Das im Oktober gestartete europäische Projekt „Senior Guides“, für das der Kreis Fulda gemeinsam mit der LandesEhrenamtsagentur Hessen als einziger Teilnehmer aus Deutschland ausgewählt wurde, bietet dafür eine hervorragende  Plattform.

Bei dem auf zwei Jahre angelegten Projekt sollen ältere Menschen darin ausgebildet werden, ihre Mitbürger mit bestimmten Einrichtungen und Institutionen bekannt zu machen. Von der Qualifizierung profitieren zum einen die „Senior Guides“ selbst. Zum anderen erhoffen sich die Verantwortlichen aber auch einen Multiplikationseffekt dadurch, dass Senioren vielleicht eher Angebote des öffentlichen Lebens nutzen, wenn sie dabei von Gleichaltrigen begleitet werden. Knapp 35.000 Euro an Fördermitteln erhält der Kreis dafür von der Europäischen Union.

„Senior Guides könnten zum Beispiel Führungen durch Krankenhäuser oder Bibliotheken anbieten, den Zugang zu Vereinen erleichtern oder sich mit dem Sportangebot für Senioren beschäftigen“, zählt Sandra Buresch auf, die für den Landkreis Fulda das Projekt betreut. Als Zuständige für den „Treffpunkt Aktiv“, (das ist die kreisweite Anlaufstelle für ehrenamtlich Engagierte), verfügt die Diplom-Sozialpädagogin über nützliche Kontakte, etwa zu dem Kooperationspartner LandesEhrenamtsagentur Hessen oder zu heimischen Vereinen. „Wir suchen zehn bis 15 Interessierte, die sich in etwa 50 Stunden zu Senior Guides ausbilden lassen wollen“, erläutert Sandra Buresch.

Das eigentliche Training beginnt im Herbst 2010. Dass bereits jetzt mit der Teilnehmer-Akquise begonnen wird, begründet sie damit, dass alle Beteiligten von Anfang an eingebunden werden sollen. „Die weitere Planung soll sich an den Interessen der künftigen Senioren Guides orientieren“, betont Sandra Buresch. Gerade wer eigene Ideen verwirklichen möchte, ist eingeladen, sich zeitnah unter der Telefonnummer (0661) 6006-477 oder per Email unter treffpunkt-aktiv@landkreis.de zu melden. Dabei können auch mehrere Personen gemeinsam ein Thema besetzen.

Für reizvoll hält Sandra Buresch die Möglichkeit, „im Rahmen des Projektes etwas Eigenes zu schaffen“. Zudem bietet es Gelegenheit, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen. Neben Deutschland mit dem Landkreis Fulda und der LandesEhrenamtsagentur nehmen Stellen aus Österreich, Italien, Litauen, Schweiz und Großbritannien teil. Zum Erfahrungs-austausch sind Tagungen in den beteiligten Ländern geplant, zu denen auch einzelne Senior Guides eingeladen werden sollen. Die europäische Koordination obliegt der Agentur Queraum Social & Cultural Research in Wien, die wissenschaftliche Evaluation dieses Projektes mit Modellcharakter hat Dr. Karin Stiehr vom Sozialforschungsinstitut ISIS in Frankfurt/Main übernommen.

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