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Das Klinische Ethikkomitee am Klinikum Fulda stellt sich vor

091015_MedizinFulda. Das Klinische Ethikkomitee (KEK) des Klinikums Fulda hat sich im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung offiziell vorgestellt. „Die moderne Hochleistungsmedizin macht Vieles möglich, wirft aber auch gerade wegen dieser Machbarkeit oftmals ethische Fragen auf. Daher wurde am Klinikum Fulda im vergangenen Jahr das Klinische Ethikkomitee gegründet“. Mit diesen Worten begrüßte der Vorstand des Klinikums Fulda, Harald Jeguschke, die Gäste im Hörsaal. Anschließend stellte Dr. Rainer Meissel (Vorsitzender des Klinischen Ethikkomitees und leitender Oberarzt der Klinik für Anästhesiologie, Intensiv- und Notfallmedizin) das KEK  vor. Das fächer- und berufsübergreifende Gremium setzt sich aus Vertretern der Ärzteschaft, der Pflege, der psycho-sozialen Dienste, der Seelsorge und der Verwaltung  zusammen.

Schwerpunkte des Klinischen Ethikkomitees
Zu den Kernaufgaben des KEK zählt die Berücksichtigung der ethischen Aspekte in der Versorgung von Patientinnen und Patienten im Einzelfall. Hierfür stehen die Mitglieder des KEK bei akuten Anfragen aus dem Klinikum jederzeit zur Verfügung. Bei der Entscheidungsfindung über die weitere Therapie bei kritisch kranken Patienten soll der (mutmaßliche) Wille des betroffenen Menschen in seiner jetzigen Situation ermittelt und berücksichtigt werden, so dass alle an der Therapie Beteiligten davon ausgehen können, weiterhin zum Wohle des Patienten zu handeln.

„Im klinischen Alltag begegnen wir immer wieder auch schwierigen Situationen. Dies sind häufig Situationen, in denen nicht alleine objektive medizinische oder pflegerische Sachurteile zu einer Lösung führen, sondern die ethisch-moralischen Wertvorstellungen aller Beteiligten eine entscheidende Rolle spielen“, erläuterte Dr. Meissel. Ein weiteres Ziel des KEK ist die Erarbeitung von Leitlinien für den ethischen Umgang mit wiederkehrenden klinischen Problemsituationen.

Sie sollen eine begründete Orientierung für die Urteilsbildung im konkreten Einzelfall medizinischer und pflegerischer Entscheidungen geben. Das KEK führt zudem Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen zu ethischen Themen in Medizin und Pflege durch. Im Anschluss an die Erläuterungen von Dr. Meissel sprach Prof. Dr. med. Gerd Richter (Vorsitzender der Ethikkommission an der Universität Marburg) über die Themen „Patientenverfügung“ und „Vorsorgevollmacht“.

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