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Winfried-Preis der Stadt Fulda

090921_WinfriedpreisFulda (rb). Im Marmorsaal des Stadtschlosses wurde der diesjährige mit 10.000 Euro dotierte Winfried-Preis der Stadt Fulda an den Bischof und Spiritanerpater Peter Marzinkowski verliehen. Mit dem symbolträchtigen Bild „Frieden wird durch Gerechtigkeit, durch Verständigung, durch Begegnung auf Augenhöhe”, stellte Laudator Pfarrer Peter Kossen aus Emmerich am Rhein die Verbindung zum Lebenswerk Marzinkowski her. Die Völker verständigende Arbeit des Bischofs in der Zentralafrikanischen Republik hat ihm nun die hohe Auszeichnung der Stadt Fulda beschert. Das Motto des Preisträgers selbst: „Solidarität schafft Freude und Leben”. Oberbürgermeister Gerhard Möller schilderte Marzinkowskis Lebenswerk so: „Wenn das Weizenkorn nicht stirbt, trägt es keine Früchte”. Das von Marzinkowski gesäte Weizenkorn habe reiche Frucht getragen.
In einem Gespräch zwischen Möller und dem Preisträger kurz vor der Verleihung stellte Fuldas OB fest, dass Marzinkowski zum ersten Mal nach Fulda gekommen sei. Die Frage, ob er den Preis annehmen solle, sei ihm anfangs schwer gefallen, räumte der Geistliche ein. Dennoch hätten Freunde ihm Mut gemacht. „Gut so, denn dadurch bin ich nach Fulda gekommen”, schmunzelte Bischof Marzinkowski bei seinem Dankeswort. Als Ordenspatron wählte der Bischof den Heiligen Bonifatius.

Leben von Marzinkowski

Der deutsche Spiritanerpater Peter Marzinzowski, erblickte am 19. März 1939 in Liegnitz in Schlesien die Welt. In seiner Heimat besuchte er die Schule und studierte später an der Päpstlichen Universität in Rom. Er trat der Missionsgesellschaft vom Heiligen Geist bei, wo er 1961 die zeitlichen und 1964 die ewigen

Gelübde ablegte. 1966 wurde er in Köln zum Priester geweiht und zwei Jahre später in die Zentralafrikanische Republik gesandt. Anschließend war er bis 1977 als Missionar in Bria und danach als Pfarrer in „Notre Dame des Victoires” in Bambari und Diözesanbeauftragter für die Fortbildung der Laien unterwegs.

Nach seiner Rückkehr nach Deutschland war er für seinen Orden im Bereich der Missionsanimation tätig. Von 1989 bis 1993 war er Generalrat seiner Kongregation. Nach seiner Rückkehr in die Zentralafrikanische Republik übernahm er von 1993-2000 die Aufgabe des Generalvikars in der Diözese Mbaiki. Seit 2000 ist Marzinkowski Provinzialoberer seines Ordens in Deutschland.

Papst Johannes Paul II. ernannte Ende 2004 Peter Marzinzowsiki zum Bischof der neu gegründeten Diözese Alindao in der Zentralafrikanischen Republik. In der Diözese Alindao leben etwa 38.000 Katholiken, neben 112.000 Angehörigen anderer Religionen auf einer Fläche von über 18.000 Quadratkilometern.

Letzte Winfried-Preisverleihungen

Neben Monsignore Dr. Willi Link im Auftaktjahr 2001 bekamen der Vorsitzende des Leitmeritzer Heimatkreises in Fulda Wilhelm Schöbel (2002) sowie Pater Erich Renz OFM (2004) und der vor zwei Jahren verstorbene ehemalige Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Prof. Dr. Christian Zippert (2006) den Winfriedpreis für Völker verständigende Arbeit verliehen. Auch so bekannte Gesichter wie der Bischof von Mainz, Karl Kardinal Lehmann (2004) oder der ehemalige Bundesarbeitsminister Dr. Norbert Blüm (2005) und Bundesbildungs- und Forschungsbundesministerin Dr. Annette Schavan (2007) sind mit dem Winfriedpreis ausgezeichnet worden. Im letzen Jahr war Prof. Dr. Rudolf Schieffer, Präsident der Monumenta Germaniae Historica, Preisträger.

Winfriedpreis

Der Winfriedpreis wurde von dem aus Fulda stammenden Stifter Dr. Heinz Georg Waider ins Leben gerufen. Seit 2001 wird er verliehen und bezieht sich auf das Vorbild des heiligen Bonifatius, dessen geistiger und geographischer Wirkungsbereich europäisch und damit auch Völker verbindende Dimensionen hatte, die bis zum heutigen Tage wirksam sind. Auf Wunsch des Stifters trägt der Preis auch im Hinblick auf seine enge Verbindung zur Heimat- und Vaterstadt Fulda den Zusatz „Winfriedpreis der Stadt Fulda”.

Waider beschloss nach seinen Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg und in der nachfolgenden Gefangenschaft die Dr. H.G. Waider-Stiftung zu gründen. In der Satzung der Stiftung findet sich als eines der Kernelemente die Verleihung des „Winfried-Preises” wieder. Er soll an Personen oder Gruppen vergeben werden, die sich für Kinder, Jugendliche und Familien in Völker verständigender Weise einsetzen. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

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