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Ausbildungsplätze in der Heimat begehrt – Dritte Runde für Ausbildungsverbund Rhöner Lebensmittel e.V.

090918_marzena12Gersfeld. Der Ausbildungsverbund Rhöner Lebensmittel e.V. geht in die dritte Runde: zehn neue Lehrstellen sind im Rahmen dieses Verbundes 2009 geschaffen worden. Seit Bestehen des Ausbildungsverbunds sind das insgesamt 24 Ausbildungsplätze, die jungen Menschen die Möglichkeit bieten, in der Rhön einen Beruf zu erlernen, der mit Lebensmitteln zu tun hat. Erlernt werden können die Berufe Bäcker, Fleischer, Landwirt, Koch, Restaurant- beziehungsweise Hotelfachmann/-frau, Fachverkäufer im Nahrungsmittelhandwerk und Hauswirtschafter. Beteiligt an dem Verbund sind die IHK Fulda, der Kreisbauernverband, das Biosphärenreservat Rhön, der Verein Natur- und Lebensraum Rhön sowie die Evangelische Kirche Kurhessen-Waldeck und das Kolpingwerk, Diözesanverband Fulda.

Im neuen Jahrgang sind erstmals auch zwei junge Nicht-Rhöner unter den Auszubildenden. Leo Rauch aus Rödermark will Koch werden. Von der Rhön ist er begeistert. „Das ist nicht zu vergleichen mit Rödermark“. Auf die Idee, sich bei dem Verbund zu bewerben, hat ihn Dieter Lomb gebracht, der als Bildungsreferent Handwerk bei der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck gemeinsam mit dem Obermeister der Fleischerinnung Fulda und Gastronom Ludwig Leist das Projekt initiiert hat. Schließlich hatte Leo Rauch kein gutes Abschlusszeugnis und deswegen auch eher schlechte Aussichten, eine Lehrstelle zu finden. „Noten und Schulabschluss waren für uns bei der Stellenvergabe kein Kriterium, sondern die Motivation“, erläutert Lomb. 62 junge Leute hätten sich für einen Berufsstart in der Rhön interessiert.

Insgesamt arbeitet der Verbund mit 60 Betrieben in der hessischen Rhön zusammen. Unterstützt wird das Programm vom Europäischen Sozialfonds und von der hessischen Landesregierung. Daher kommen auch nur in Hessen wohnhafte Auszubildende in Frage. So musste Annette Weber aus dem thüringischen Motzlar in das Nachbarbundesland umziehen. Aber im Ausbildungszentrum Handwerkerhof in Hilders können die jungen Leute auch wohnen, so dass der Ortswechsel kein großes Problem darstellt. Denn nicht nur in den Partnerbetrieben findet die Ausbildung statt; alle müssen auch einen Teil der Lehrzeit im Handwerkerhof absolvieren.

Lomb betont, dass die meisten der Projektteilnehmer aus der hessischen Rhön stammen. Für viele sei es wichtig gewesen, in der Heimat eine Lehrstelle zu finden. „Die jungen Leute hängen an der Rhön“, hat Lomb beobachtet. Für Martin Kremer von der Hessischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats Rhön ist dieser Ausbildungsverbund „ein klassisches Nachhaltigkeitsprojekt“. Schließlich brauche man für die Herstellung hochwertiger Lebensmittel auch qualifizierte Fachkräfte. Für Kremer und das Biosphärenreservat sei der Verbund „ein Schlüsselprojekt und eine Antwort auf den demografischen Wandel“. „Wir wollen den jungen Leuten in der Region Perspektiven geben“, hebt er hervor.

Um über den Ausbildungsverbund Rhöner Lebensmittel e.V. zu informieren, wurde eine neue Broschüre entworfen. Sie ist bei der Hessischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats Rhön im Groenhoff-Haus auf der Wasserkuppe erhältlich oder kann im Internet unter www.ausbildungsverbund-rhoen.de heruntergeladen werden.

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