Vogelsbergkreis. In der Lindenstraße 117 in Lauterbach hat jetzt Landrat Rudolf Marx den Startschuss für ein erweitertes Angebot in der Arbeitsvermittlung für die “Generation 50plus” gegeben: Die Kommunale Vermittlungsagentur (KVA) hat binnen weniger Wochen in den ehemaligen Räumen der Baufirma Ruhl das “Perspektive Centrum” geschaffen. Das Ziel: Alle Arbeit Suchenden können nach der ersten Beratung sofort in diesem Zentrum mit der Internetrecherche, die von den KVA-Fachleuten begleitet wird, und mit Bewerbungstrainings beginnen. Gleichzeitig werden die Beratungen der Fallmanager sofort mit den Erkenntnissen des KVA-Arbeitgeberservice abgeglichen. Damit folgt die KVA dem eigenen erfolgreichen “Niederländischen Modell” im Bereich Jugend.
“Optionskommune”
“Sofortangebote helfen den Klienten spürbar und machen ihnen umgehend Mut, am Ball zu bleiben”, sagt KVA-Projektleiter Hans-Ulrich Merle. Ingrid Knoll, die in der Gesellschaft für soziale Unternehmensberatung (gsub, Berlin) das Bundesprojekt “Perspektive 50plus – Beschäftigungspakte in den Regionen” wissenschaftlich betreut, sagte in Lauterbach: “Eine wirklich hervorragende Idee der Vogelsberger, als junger Projektpartner diese holländische Idee der Sofortangebote nun auch im Sektor 50plus einzusetzen.” Seit 2005 ist der Vogelsbergkreis “Optionskommune” (Marx: “Wir hoffen, dass wir das auch auf Dauer bleiben können”), seit 2007 kooperiert der Vogelsberg mit den Kreisen Fulda und Hersfeld im Bereich 50plus.
Landrat Rudolf Marx lobte das “starke Engagement des KVA-Teams”. Das Ziel, mit dem Projekt 50plus zusätzlich 100 Menschen in Beschäftigung zu bringen, sei erreicht worden. Darauf wolle man nun – im Verbund mit den Projektpartnern in Fulda und Bad Hersfeld – verstärkt und mit dieser erweiterten Methode des Sofortangebots aufbauen. Marx appellierte in Lauterbach an die heimischen Unternehmerinnen und Unternehmer, das Potenzial der über 50-Jährigen nicht ungenutzt zu lassen. Wörtlich sagte der Arbeitsdezernent – vom Kopfnicken des Kreishandwerksmeisters Herbert Betz begleitet: “Es ist für die Arbeitgeber kein Risiko einen älteren Arbeitnehmer einzustellen.”
24.000 Kundengespräche
Der Leiter des Amtes für soziale Sicherung, Werner Köhler, stellte gemeinsam mit Projektleiter Hans-Ulrich Merle die Räumlichkeiten in der Lindenstraße vor, die auch einen großen Lehrsaal umfassen. Marx, Köhler und Merle dankten dem achtköpfigen 50plus-Team sowie der EDV-Abteilung im Hauptamt “für ganz außerordentlichen Einsatz, damit das neue Centrum gestemmt werden konnte”.
Werner Köhler begründete das Konzept, ein Extra-Angebot für die Generation 50plus an einem speziellen Ort zu machen. “Wir haben in unserer KVA-Zentrale in der Bahnhofstraße eine sehr große Kontaktdichte.” Köhler meint damit: Allein im ersten Halbjahr 2009 hat es dort 24.000 Kundengespräche gegeben. Daher sei der Standort Lindenstraße eine wirkliche Entlastung für die Kundinnen und Kunden und schaffe weiter gehende Möglichkeiten. Köhler zeigte sich erfreut darüber, dass durch den “breit gefächerten Arbeitsmarkt im Vogelsbergkreis” bisher die Krise “relativ gut überstanden” worden sei. Die Zahl der von der KVA betreuten Langzeitarbeitslosen – 2.350 – sei gegenüber dem Vorjahr nicht gestiegen.