Fulda. „Kann man Führung lernen?“, mit dieser provokanten wie nachdenklichen Frage begrüßte der Leiter des Haupt- und Personalamtes der Stadt Fulda, Thomas Mölter, fünfzehn junge Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum „Nachwuchs-Führungslehrgang“ der Stadtverwaltung Fulda.
„Wir sind uns bewusst, dass Sie in Zukunft die Führungskräfte in der Stadtverwaltung Fulda sein werden“, so Mölter.
Gute Führung wird häufig mit charismatischen und führungsstarken Persönlichkeiten verbunden. Kann man wirklich nur mit Charisma und Führungsstärke eine Organisation leiten? „Nein“ lautet die Antwort auf diese Frage. Um die Teilnehmer auf ihre späteren leitenden Aufgaben innerhalb der Verwaltung vorzubereiten, hat sich die Stadt deshalb vor Jahren für den „Weg der Weiterbildung und Qualifikation“ entschieden. Mölter ist überzeugt, dass Führung nicht unbedingt an die Persönlichkeit des Einzelnen gebunden sein muss. Ein pragmatischer Führungsstil mit klaren Vorgaben und Strukturen zeigt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vielfach einen geeigneten Weg auf.
Führung erlernen
Um diese Fähigkeiten und Führungsstile erlernen zu können, hat die Verwaltung fünfzehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausgesucht, die eine besondere Weiterbildung absolvieren können. Neben den Instrumenten der Führung, Motivation und Gesprächsführung wird der Lehrgang den Teilnehmern auch das Rüstzeug für schwierige Personalgespräche und Herausforderungen mit an die Hand geben.
Kopf, Hand und Herz sind wesentliche Faktoren
Die Stadt setzt in ihre zukünftigen Führungskräfte hohe Erwartungen. Mölter beschreibt bei seiner Begrüßung verschiedene Eigenschaften, die sie haben sollten. So sollen sie gerecht, beherrscht, kritikfähig, entscheidungsstark, selbstbewusst, mutig, ehrlich, belastbar, positiv, fleißig, unbeirrbar, analytisch und willensstark sein. Er sieht jedoch auch, dass eine Vereinigung all dieser Eigenschaften in einer Person ein „Mythos“ sei.
Mölter, der die Seminarreihe als echten Gewinn für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wie für die Stadt sieht, beschreibt den Lehrgang mit den wesentlichen Faktoren des Führens. „Der Kopf einer Führungskraft symbolisiert fünf Aufgaben: Menschen fördern, den Verwaltungszweck erfüllen, Systeme schaffen, delegieren und kontrollieren. Die Hand symbolisiert die Hilfsmittel des Führens, wie Lob, Kritik, ergebnisorientierte Aufgabenbeschreibung und Finanz- und Budgetplanung. Schließlich muss bei jedem Handeln das Herz eine wesentliche Rolle spielen. Es steht bei Mölter für Verantwortung übernehmen, ergebnisorientiert handeln, Konzentration auf seine Stärken, gutes Betriebklima und das Schaffen von Vertrauen.
Oberbürgermeister Gerhard Möller, der den neuen Weg der Nachwuchsbildung begrüßt und unterstützt, ist überzeugt, dass die jungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit dem praxisorientierten Seminar in ihrer Persönlichkeit gestärkt und für künftige Führungsaufgaben fit gemacht werden.



