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Vereinigung von Glauben und Kunst

Tanja GilbertWasserkuppe. Im Groenhoff-Haus auf der Wasserkuppe wird seit letzten Sonntag die Ausstellung „Bildstöcke und Kreuze, prägende Elemente der Kulturlandschaft Rhön“ präsentiert. Die Ausstellung ist bis 30. April 2009 täglich von 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr zu sehen.

Vielseitige Ausstellung

Auf 27 großformatigen Fotos zeigt Jürgen Reinhardt, Bildstock-Experte und Vorsitzender des Rhönklub-Zweigvereins Fulda, Wegekreuze und Bildstöcke aus unterschiedlichen Epochen der hessischen Rhön. Abgerundet wird die Ausstellung durch zahlreiche Exponate des Steinbildhauers Rainer Landgraf aus Fulda und des Steinmetzes Bernhard Nüdling aus Abtsroda. Zu den Ausstellungsstücken zählen Bildstöcke, Kreuze und Kreuzschlepper, deren Entstehungszeit zum Teil bis ins 18. Jahrhundert zurückreicht. Weiterhin werden Werkzeuge, Bildstockmodelle und Literatur gezeigt. Zusammengestellt wurde die Ausstellung von Ruth Happel, Mitarbeiterin des Biosphärenreservats.

„Die Glaubenszeugnisse sind ein prägendes Element der Kulturlandschaft Rhön, die auch bei der Gestaltung der Zukunft im Biosphärenreservat nicht in Vergessenheit geraten dürfen“, so Martin Kremer, Sachgebietsleiter Biosphärenreservat beim Landkreis Fulda, anlässlich der Vernissage.

Vielfalt und Formenreichtum

Mit über zweitausend solcher Zeugnisse allein im Landkreis Fulda, darunter rund 800 Bildstöcken, wird die Bedeutung dieser sakralen Volkskunst deutlich. Ab dem Jahre 1600 begann man in der Rhön, steinerne Wegkreuze und Bildstöcke zu setzen. Mit der Blütezeit im Barock entstand Vielfalt und Formenreichtum. Zahlreiche Bildstöcke datieren auch aus dem 19. Jahrhundert, aus dem auch die Mehrzahl der heute erhaltenen Objekte stammt. Die Bildstöcke zeigen meist Szenen aus der Passionsgeschichte und wurden als Zeichen der Dankbarkeit, beispielsweise von Kriegsheimkehrern, hauptsächlich aber zu Ehren Gottes errichtet.

Die Kosten der Sanierung von Bildstöcken und Kreuzen werden im Rahmen der Denkmalpflege je zu einem Drittel vom Bistum und vom Landkreis Fulda übernommen. Dank dieses Engagements konnten laut Aussage der beiden Bildhauer zahlreiche historische Glaubenszeugnisse erhalten werden. Die Bildstöcke und Kreuze, die auch heute noch gesetzt werden, stellen eine Verbindung in die Vergangenheit der Rhön dar und sind ein Mittel der Vereinigung von Glauben und Kunst.

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