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Der Arbeitsmarkt im Mai – Arbeitslosenquote fällt unter 5 Prozentmarke

Im Mai ist die Arbeitslosigkeit in Hessen weiter gesunken. Die saisontypische Entwicklung wird weiterhin durch eine stetige Arbeitskräftenachfrage und die gute konjunkturelle Lage unterstützt. Die Arbeitslosenquote fiel nach 26 Jahren mit 4,9 Prozent zum ersten Mal wieder unter die fünf Prozentmarke.

Dr. Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen, sieht den hessischen Arbeitsmarkt in einer Rekordverfassung.

„Die Arbeitslosenquote ist die niedrigste seit 26 Jahren. Zum letzten Mal lag die Quote im September 1991 bei 4,9 Prozent. Auch der BA-Stellenindex ist so hoch wie noch nie. Die Beschäftigung legt weiter zu und es werden weniger Menschen aus einer Beschäftigung heraus arbeitslos. Gleichzeitig steigen die Abgänge in Erwerbstätigkeit. Von dieser Entwicklung profitieren auch Langzeitarbeitslose und Ältere. Ihr Rückgang zum Vorjahr liegt bei 7,0 und 6,0 Prozent“, so Frank Martin. „In diesem Monat können wir somit drei Rekordwerte verzeichnen: Eine Arbeitslosenquote unter 5,0 Prozent, den Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung auf über 2,5 Millionen und über 50.000 freie, offene Stellen bei den Agenturen für Arbeit in Hessen. Das sind gute Voraussetzungen, so dass wir für den nächsten Monat einen weiteren saison- und konjunkturbedingten Rückgang der Arbeitslosenzahlen in Hessen erwarten können.“

Die Betriebe halten an ihren Mitarbeitern fest und sind gleichzeitig an neuen Fachkräften interessiert, was der vermehrte Stellenzugang bei den Agenturen für Arbeit signalisiert. Eine Chance für Menschen, die kurzfristig arbeitslos geworden sind sowie Langzeitarbeitslose und Ältere, weiß Martin. Gerade für die beiden letzteren Personengruppen ist die Rückkehr in den Arbeitsmarkt immer noch schwer: Jeder zweite Arbeitslose in den Jobcentern ist langzeitarbeitslos und somit länger als 12 Monate ohne Beschäftigung, jeder vierte ist über 50 Jahre.

Arbeitslosigkeit in Hessen: Entwicklung im Mai

Im Mai waren 164.559 Frauen und Männer in Hessen arbeitslos. Das waren 4.124 (-2,4 Prozent) weniger als im April und 6.566 (-3,8 Prozent) weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Prozentpunkte auf 4,9 Prozent. Das letzte Mal lag die Mai-Arbeitslosenquote 1991 unter 5,0 Prozent (4,8 Prozent). Im Vorjahresmonat lag die Quote noch bei 5,2 Prozent. Saisonbereinigt ergab sich zum Vormonat eine Veränderung um 1.000, zum Vorjahr ging die Zahl um 6.000 zurück.

Vom Rückgang der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat konnten wiederholt alle betrachteten Personengruppen profitieren. Den stärksten Rückgang verzeichnete die Gruppe der Jugendlichen unter 25 Jahren -4,7 Prozent gefolgt von den Männern: -2,6 Prozent. Weitere Personengruppen: Frauen: -2,3 Prozent; 50 Jahre und älter: -1,8 Prozent; Ausländer: – 1,0 Prozent; Langzeitarbeitslose: -0,6 Prozent

Zum Vorjahresmonat unverändert blieb der Anstieg der Ausländer (+6,0 Prozent) und der arbeitslosen Jugendlichen (+1,4 Prozent) bestehen. Alle anderen Personengruppen zeigen rückläufige Arbeitslosenzahlen: Langzeitarbeitslose -7,1 Prozent; Ältere: -6,0 Prozent; Frauen: -5,2 Prozent; Männer: -2,7 Prozent.

Die Unterbeschäftigung, die auch Personen in entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit mitzählt, belief sich im Mai auf 230.738 Personen. Das waren 3.573 (-1,5 Prozent) weniger als vor einem Jahr.

Entwicklung in den Rechtskreisen: SGB III-Empfänger profitieren mehr

Im Mai sank die Zahl der arbeitslosen Menschen im Rechtskreis SGB III (Arbeitslosenversicherung) nochmals und lag bei 52.633. Das sind -5,9 Prozent weniger im Vergleich zum Vormonat. 32,0 Prozent aller Arbeitslosen in Hessen entfielen somit auf den Rechtskreis SGB III, 68,0 Prozent aller Arbeitslosen wurden dem Rechtskreis SGB II (Grundsicherung) zugerechnet.
Die Zahl der Menschen, die Leistungen aus der Grundsicherung erhielten, sank im Mai nur leicht um -0,7 Prozent auf insgesamt 111.926.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung: Wachstum immer noch besser als im Bund

Der hochgerechnete, vorläufige Wert der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung lag für den Monat März 2017 bei 2.509.400. Mit einem Anstieg um 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr liegt Hessen somit leicht über dem Bund und Westdeutschland mit einem Anstieg von 2,4 Prozent. Den größten prozentualen Anstieg gab es im März in den Wirtschaftszweigen Baugewerbe, Arbeitnehmerüberlassung, Information und Kommunikation sowie Immobilien, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen. Die meisten Beschäftigten gab es in Hessen in den Wirtschaftszweigen Verarbeitendes Gewerbe (448.000), Handel (342.100) sowie dem Bereich Immobilien, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen (222.700).

Offene Stellen: Nachfrage weiterhin hoch

Aktuell sind etwa 50.800 Stellen bei den hessischen Agenturen und Jobcentern zur Besetzung gemeldet, ein Zuwachs von fast 2.100 Stellen oder 4,3 Prozent zum Vorjahr.
Die Top fünf Berufsgruppen im hessischen Stellenbestand: Lagerwirtschaft, Verkauf, Altenpflege, Berufskraftfahrer (Güterverkehr/LKW) sowie Objekt-,Werte-, Personenschutz.
Der monatliche Zugang lag mit 14.358 um 790 (+5,8 Prozent) über dem Vorjahresergebnis.
Den prozentual höchsten Zugang hatten die Branchen Öffentliche Verwaltung, Verkehr und Lagerei sowie Baugewerbe.

Regionen: Fuldas Arbeitslosenquote unter 3,0 Prozent

Der Mai ließ die Arbeitslosenquote im Landkreis Fulda auf die 2,7 Prozent-Marke zurückfallen. Die Stadt Offenbach profierte ebenfalls von der guten Entwicklung auf dem hessischen Arbeitsmarkt, die Quote sank auf 9,5 Prozent. Die Arbeitslosenquoten der Regierungsbezirke Kassel, Gießen und Darmstadt verteilen sich folgendermaßen: Kassel 4,7 Prozent, Gießen 4,8 Prozent, Darmstadt 5,0 Prozent.
Im Vergleich der 26 Kreise und kreisfreien Städte stieg die Arbeitslosigkeit zum Vorjahr in sieben Kreisen an, am stärksten im Kreis Darmstadt-Dieburg (+10,3 Prozent). Den prozentual stärksten Rückgang gab es mit 13,0 Prozent im Kreis Groß-Gerau.

Flüchtlinge: 9 von 100 Arbeitslosen haben einen Fluchthintergrund

Mittlerweile haben 14.519 Arbeitslose in Hessen einen Fluchthintergrund (europäische und nichteuropäische Asylzugangsländer). 13.035 davon kamen aus den nichteuropäischen Asylzugangsländern Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien.

Rund 5.160 Menschen mit einem Fluchthintergrund aus europäischen und nichteuropäischen Asylzugangsländern nahmen im Februar an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teil.

Ausbildungsmarkt: Weniger unversorgte Bewerber/innen

Bis jetzt meldeten die hessischen Betriebe 32.050 Ausbildungsstellen. Das sind 126 (+0,4 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat. Gleichzeitig stieg die Zahl der unbesetzten Lehrstellen um 212 (+1,3 Prozent) auf 16.139. Die Zahl der Bewerber stieg im Vergleich zum Vorjahr um 1.132 (+3,3 Prozent) auf 35.876 deutlich an. Als unversorgt zählten zum Stichtag 16.797 Bewerber und Bewerberinnen. Das waren 372 (-2,2 Prozent) weniger als im Vorjahr. Rein rechnerisch kommt so ein unversorgter Bewerber auf eine unbesetzte Ausbildungsstelle.

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