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„Musik im Museum“ – Lehrerkonzert der Musikschule der Stadt Fulda

Unter dem Motto „Musik im Museum“ hatten Musiker aus der Region Fulda zu einem besonderen Konzert in der Kapelle des Fuldaer Vonderau-Museums zusammengetan. Sie alle sind in verschiedenen Genres tätig, haben jedoch eines gemeinsam: Sie sind Lehrer an der Musikschule der Stadt Fulda. In der Regel werden die Programme der Lehrerkonzerte ausschließlich von den Lehrkräften der Musikschule gestaltet – in diesem Jahr wurden jedoch auch deren feste Spielpartner, mit denen sie regelmäßig auftreten, mit auf die Bühne eingeladen.

So trugen zu Beginn Christina Mackenrodt (Traversflöte), Christian Nüdling (Gambe) und Florian Reuthner (Cembalo) Werke aus dem 18. Jahrhundert auf historischen Instrumenten vor. Als leidenschaftliche Barockmusiker setzen sie sich für historisch korrekte Interpretationen der alten Musik ein. Stilsicher, leicht und kontrastreich klangen eine Sonate von Händel und eine Suite von Boismortier.

Der Cellist Jochen Fuchs präsentierte “Kol Nidrei”, das bekannte Werk von Max Bruch, basierend auf dem jüdischen Gebet, das am Vorabend von Jom Kippur gesprochen wird. Fuchs‘ warme und tiefe Cellostimme, mal klagend, mal stark und entschlossen, wurde mit sorgfältig ausgearbeiteter Klavierbegleitung von Marina Gajda unterstützt. Für eine musikalische Überraschung sorgte das “Floh-Lied” nach einem Gedicht aus Goethes “Faust” für Sprechstimme und Violoncello von Graham Waterhouse. Jochen Fuchs trat hier zusammen mit Michaela Steinmacher auf. Mit Humor und Interpretationsfreude ließen die beiden Künstler die altbekannte Geschichte neu erklingen – moderne Musik, die weder schwer verständlich, noch langweilig ist.

Siegbert Remberger, der bereits beim Festival der Musikschule “Fuldaer Gitarrenfrühling” mitgewirkt hatte, spielte Werke von Rodrigo, Albeniz und Turina. In seiner ebenso filigranen wie virtuosen Interpretation konnten die temperamentvollen Gitarrenkompositionen die volle Klangfarbenvielfalt des Impressionismus entfalten.

Das Saxophon-Quartett “Sax4elements” spannte den Bogen von der klassischen zur zeitgenössischen Musik. In den Werken von Iturralde und Wiberny erzeugten treibende Rhythmen und explosive Harmonien ungeahnte moderne, aber auch lyrische Klänge für intime Kammermusikmomente, wobei sich das Quartett als ein sehr gut eingespieltes Team dem interessierten Publikum präsentierten.

Auch für Symeon Rizopoulos (Fagott) und Renate Hunold (Klavier) gehören Unterrichten und Musizieren zusammen. An diesem Abend interpretierten sie die Arie “Ebben? Ne andro lontana” aus der Oper “La Wally” von Alfredo Catalani. Mit innig singender Tongebung und perfekten Tempoübergängen gelang den beiden bestens aufeinander eingespielten Musikern eine atemberaubende Darstellung dieser anspruchsvollen Opernmusik.

Viele Jazz-Fans in der Region konnten bereits in verschiedenen Konzerten die fetzigen, frischen Eigenkompositionen sowie die weltbekannten Jazz-Standards des George-Wagner-Quartetts erleben. An diesem Abend traten die Jazz-Sängerin Raili Orrava und das George-Wagner-Quartett mit “The Look of Love” von Burt Bacharach und “O Pato” von Joao Gilberto gemeinsam auf. Vom ersten Moment war das Publikum von der warmen, tiefen Stimme der Solistin verzaubert. Mit Leidenschaft und unbändigen Freude am Musizieren hatten die Musiker Die Premiere von „Pin-Tan-Go“ von George Wagner hat Brücken zwischen Tangorythmen und Jazzharmonien gebaut und wurde mit großer Begeisterung aufgenommen, und die abschließende „Hannibals Revenge“ von Andy Narell zeichnete sich durch die unbändige Freude am Musizieren.

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