Mauersegler, Mehlschwalben, Fledermäuse und sogar Sperlinge sind seit knapp zehn Jahren immer wieder „Untermieter“ der Volkshochschule des Landkreises Fulda. Die Vögel und Fledertiere sind im Gallasiniring ausdrücklich willkommen. Denn das Ziel der Beherbergung in den Nistkästen, die sich unter dem Dachvorsprung des VHS-Gebäudes befinden, lautet Artenschutz.
Weil Ambiente, Sauberkeit und Wohlbefinden Faktoren sind, die dem Arterhaltungsauftrag dienlich sein können, wurden die Nistkästen am vergangenen Wochenende in einer gut dreistündigen Aktion gereinigt. Fünf Feuerwehrmänner der Freiwilligen Feuerwehr Fulda-Mitte waren unter der Leitung des stellvertretenden Wehrführers Markus Wetter im Einsatz und befreiten die Kästen von Parasiten, Gras, Plastik, Federn und Müll.
Da die Nistkästen in luftiger Höhe angebracht sind, waren ein Löschfahrzeug zur Straßenabsperrung sowie ein Hubrettungsgerät mit Teleskopmast notwendig. Für die Feuerwehrleute eine gute Gelegenheit, Naturschutz und Praxistraining miteinander zu verbinden. „Wir haben gerne unsere Hilfe bei dieser Aktion zugesagt“, erklärt Markus Wetter. „Für uns war das auch eine gute Möglichkeit, das Anleitern der Drehleiter an Häuser zur Menschenrettung zu trainieren.“
Unterstützend anwesend waren Jörg Burkard, Erster Vorsitzender des Vereins für Naturkunde Osthessen, Petra Limpert, Beauftragte der Staatlichen Vogelschutzwarte für Hessen, Dieter Wehner, Hausmeister der VHS, sowie Naturschützerin Sabine Frank, die die Reinigungsaktion initiiert hatte.
„Die Mauersegler kommen erst gegen Ende April zurück. Da aber die Nester teilweise auch von Sperlingen belegt sind und diese langsam mit dem Nestbau beginnen, mussten wir jetzt handeln“, erläutert Jörg Burkard. Der Vereinsvorsitzende weist Privatleute, die selbst Nistkästen haben, darauf hin, dass Reinigungsaktionen aufgrund der jetzigen Nestbauaktivitäten in den Herbst verlegt werden sollten.
Zwei Bio-Mülltonnen haben die Feuerwehrleute beim Frühjahrsputz gefüllt. Den „VHS-Untermietern“ dürfte das saubere Zuhause gefallen. Ob es sich auch adäquat auf die Nachwuchssicherung auswirkt, wird das Frühjahr zeigen.