Wie kann Integration gelingen? Was sind die wichtigsten Elemente für eine gelungene Integration? Für junge schulpflichtige Migranten sind Sprache und strukturelle Assimilation in das Bildungssystem, im Sinne der formalen Chancengleichheit, der Schlüssel zur Sozialintegration in das Aufnahmeland. So klar der Inhalt dieser Aussage auch scheint, so eindeutig zeigt dieser auch die mannigfachen Herausforderungen an junge Geflüchtete Menschen auf. Die Wichtigkeit und Notwendigkeit einer guten sprachlichen und schulischen Ausbildung ist demnach unabdingbar und auch allen bewusst. Mit diesem Wissen und einer Menge sozialem Engagement, hat Cornelia Thiessen-Westerhoff eine ehrenamtliche Hausaufgabenbetreuung für die Gemeinschaftsunterkunft Horas organisiert.
In der Gemeinschaftsunterkunft für geflüchtete Menschen in Horas leben 120 Menschen, diese wird von der AWO Kreisverband Fulda e.V. betreut. Davon sind 13 junge Menschen auf einer Grund- oder Weiterführenden Schule. Dass für diese Menschen der Schulalltag neben seinen normalen Schwierigkeiten auch noch eine sprachliche Hürde mit sich bringt, liegt auf der Hand. Jeder von uns kann sich vorstellen, wie ungleich schwerer sich der Unterricht in Mathematik gestaltet, wenn Kurvendiskussionen zusätzlich noch in einer anderen Sprache stattfinden. Mit einem starken und zuverlässigen Team von insgesamt 29 ehrenamtlich Aktiven, hat Frau Thiesse-Westerhoff organisiert, dass täglich 3-5 Ehrenamtliche für 90 Minuten den Schüler/Innen bei den Hausaufgaben und der Prüfungsvorbereitung helfen. Die Ehrenamtlichen, zum Teil selbst noch Schüler, betreuen die Gruppe mit viel Geduld und Freude. Dies zeigt sich auch an dem Verhalten der Kinder. Diese kommen nicht selten schon früher und können es kaum abwarten, dass die Betreuung anfängt. Auch starten die Kinder selbstständig mit den Hausaufgaben, um diese nur noch korrigieren zu lassen, da Sie den Rest der Zeit für kleine Spiele wie Memory oder Puzzle nutzen wollen. Somit wird zusätzlich das soziale Miteinander gefördert und die Schüler haben sichtlich Spaß bei dem Betreuungsangebot. Ein Mitarbeiter der AWO Fulda berichtet von einem Jungen, welcher häufig schon eine Stunde vorher in den Aufenthaltsraum kommt und dort mit seinen Hausaufgaben anfängt, um möglichst viel Zeit für das Lesen von Büchern oder Spielen zu haben. Die Zeit ist auch für die Ehrenamtlichen immer eine Bereicherung. Man lernt sich gegenseitig kennen und es entwickeln sich auch zu den Eltern oder andere Geflüchteten in der GU freundschaftliche Beziehungen, berichtet ein Betreuer der Gemeinschaftsunterkunft.
Das sich die Erfolge der Arbeit nicht immer sofort zeigen und oftmals mit einem langen Prozess verbunden sind mindert keineswegs die Bereitschaft der Ehrenamtlichen. Es wurden aber auch schon einige Kinder soweit gefördert, dass sie den Mittleren Abschluss anstreben. Dazu ist ein permanenter Austausch unter den Ehrenamtlichen wichtig und erfordert eine gute Organisation. Neben der Hilfe im schulischen Alltag ermöglichen die Hausaufgabenbetreuer aber auch weitere Teilhabe für die geflüchteten. Zwei Jungen kamen durch den Kontakt der Betreuer in Sportvereinen unter. Über die Motivation berichtet Antonia, 16 Jahre alt und selbst noch Schülerin „die Arbeit mit Kindern macht mir einfach Spaß und ich denke, dass ich so bei der Integration mithelfen kann.“
Die AWO Kreisverband Fulda e.V. möchte sich auf diesem Weg noch einmal für das Engagement bedanken.
Haben Sie Interesse sich auch Ehrenamtlich zu Engagieren oder die Gemeinschaftsunterkunft kennen zu lernen, können Sie sich gerne unter der 0661/29298593 melden. Außerdem findet regelmäßig am letzten Montag im Monat um 17:00 Uhr ein Ehrenamtsstammtisch in der Gemeinschaftsunterkunft in Horas statt.