Alle in der Verbandsversammlung des Abwasserverbandes Fulda vertretenen Fraktionen stimmten dem Haushaltsplan 2017 – bei einer Enthaltung und ohne Gegenstimme – zu. Wie in den Jahren zuvor, wurde ein ausgeglichener Haushaltsplanentwurf zur Beschlussfassung vorgelegt. Erfreut verkündete der Verbandsvorsitzende, Fuldas Stadtbaurat Daniel Schreiner, dass die für die privaten und gewerblichen Gebührenzahler positivste Nachricht für das Haushaltsjahr 2017 sein dürfte, dass eine Veränderung der Gebührensätze weiterhin nicht erforderlich ist.
Das Haushaltsjahr 2017 ist durch das größte Investitionsprogramm seit Verbandsgründung im Jahre 1968 gekennzeichnet. Für die Sanierung bestehender Abwasseranlagen wird eine Investitionssumme in Höhe von rd. 6,76 Mio. € bereitgestellt. Um den Bedarf an Baugrundstücken zu decken, werden zur Erschließung von Baugebieten im Haushalt 2017 insgesamt ca. 2,6 Mio. € eingestellt. Darüber hinaus werden weitere 961.400 € für Investitionen in das Anlage- und Infrastrukturvermögen des Verbandes bereitgestellt, so dass sich eine Gesamtinvestitionssumme in Höhe von fast 10,8 Mio. € ergibt.
Exemplarisch nannte Schreiner einige der größten geplanten Investitionsmaßnahmen des Jahres 2017. Hierzu gehört die haltungsweise Kanalsanierung von ganzen Kanalhaltungen zur Beseitigung von sogenannten „Sofortschäden“ mit einem Volumen von 1 Mio €. Des Weiteren ist die Kanalerneuerung in der Amand-Ney-Straße mit 665.000 € geplant, wo Handlungsbedarf bzgl. der Kanalhaltungen besteht und die Maßnahme mit Arbeiten der RhönEnergie verbunden werden kann. Bei der Baumaßnahme an der Kreuzung Langenbrückenstraße werden im Vorfeld zum Straßenumbau durch HessenMobil Kanäle in einem Umfang von 370.000 € erneuert. Ebenso soll in Petersberg die Kanalerneuerung der Rhönbergstraße im Vorgriff auf eine Deckensanierung von Hessen Mobil mit einem Volumen von 330.000 € umgesetzt werden. Auch im Bereich der Klärwerke wird mit der Fortsetzung der Betonsanierung im Klärwerk Gläserzell und einem Volumen von 350.000 investiert, wobei alle Arbeiten im laufenden Betrieb erfolgen.
Erfreut zeigte sich Schreiner auch über die Fortführung der mit Stadt Fulda und Gemeinde Künzell begonnenen Hochwasserschutzmaßnahme am Engelhelmsbach, bei der es in 2016 zu einer Bescheidübergabe eines beachtlichen Förderbescheids in Höhe von 1,52 Mio. € durch Ministerin Hinz gekommen war.
Stadtbaurat Schreiner ging in seinen Haushaltsbetrachtungen auch auf den Schuldenstand des Verbandes ein. Man könne stolz darauf sein, das gesteckte Ziel, die Schulden bis zum Jahr 2020 auf 25 Mio. € zu reduzieren, bereits am Jahresende 2016 mit einem Schuldenstand von lediglich noch 23,6 Mio € deutlich unterschritten zu haben. Er verwies jedoch gleichzeitig darauf, dass es aufgrund des Umfanges und der Höhe des Investitionsprogrammes abzuwarten bleibt, ob die Grenze von 25 Mio. € dauerhaft unterschritten werden kann. Aber selbst bei voller Inanspruchnahme des geplanten Darlehensvolumens des Jahres 2017 wird sich der Schuldenstand zum Jahresende 2017 auf maximal rd. 25,82 Mio. € belaufen.
-Gebührenträchtige Risiken-
In einem Ausblick wies Schreiner trotz der positiven Eckdaten des Haushalts 2017 auch auf Risiken hin, die wohl zukünftig Gebührenerhöhungen nach sich ziehen werden. Durch die Novelle der Klärschlammverordnung wird die vom Abwasserverband Fulda seit langem erfolgreich praktizierte landwirtschaftliche Klärschlammverwertung ab dem Jahr 2029 voraussichtlich ganz entfallen.
Des Weiteren wurde im Dezember 2015 ein Maßnahmenprogramm des Landes Hessen zur Wasserrahmenrichtlinie in Kraft gesetzt, welches aufgrund der Größenklasse des Klärwerks Gläserzell Investitionen für die Errichtung eine Flockungsfiltrationsanlage in Höhe von rund 
7 Mio. € nach sich gezogen hätte. Aufgrund der frühzeitigen Reaktion des Verbandes konnte die Zustimmung bei den zuständigen Behörden eingeholt werden, dass die Kläranlagen Gläserzell und Marbach mit Optimierungsmaßnahmen kurzfristig ertüchtigt bzw. angepasst werden. Die damit verbundenen Investitionen können mit der Abwasserabgabe verrechnet werden und sind insofern kostenneutral. Die Optimierungen lassen zwar Verbesserungen erwarten, müssen aber über die nächsten beiden Jahre erprobt und überwacht werden, um Klarheit über mögliche Folgeinvestitionen zu erzielen, so Schreiner.
Abschließend ging er in seiner Rede noch auf das prognosegestützte Substanzwerterhaltungskonzept des Kanalnetzes und die Bauwerkserhaltung der Sonderbauwerke ein. Hierbei handelt es sich um ein strategisches Planungsinstrument, um die erforderlichen Reinvestitionen in den nächsten Jahren so zu steuern, dass die Substanz des Kanalnetzes insgesamt erhalten und die Investitionstätigkeit gleichmäßig hoch bleibt. Durch zielgerichteten und möglichst sofortigen Mitteleinsatz könne der Restwert der Substanz insgesamt erhalten, ggf. sogar erhöht werden.
Weiterhin stimmten die Mitglieder der Verbandsversammlung der Änderung der Abwasserbeseitigungssatzung zu, um zukünftig die Gebühren für das Niederschlagswasser per Dauerbescheid festsetzen zu können, und erteilten dem Verbandsvorstand, dem Verbandsvorsitzenden und der Geschäftsführung einstimmig die Entlastung für die Jahresrechnung des Haushaltsjahres 2015.