Unter dem Leitwort „Gott ist Schöpfer aller Menschen“ stand die diesjährige Wallfahrt des Bezirkskolpingverbandes Hessische Kegelspiel zur Wallfahrtskirche zu den Heiligen 14 Nothelfern auf dem Gehilfersberg bei Rasdorf. Bereits um 6 Uhr startete eine Pilgergruppe beim Bonifatiuskloster Hünfeld. Betend und singend folgten sie der Kolpingfahne und zogen der aufgehenden Sonne entgegen. Durch den Hünfelder Bürgerpark und Großenbach sowie durch Felder und entlang der B 84 erreichte die Pilgergruppe Rasdorf und kehrte zur ersten Rast im Gasthof Adler ein. Petra Vogt und Beate Krieger hatten die Gebetstext und Lieder zusammengestellt und wurden auf dem Weg durch Matthias Flory unterstützt.
Nach der Pause in Rasdorf integrierte sich die Pilgergruppe in die Gemeinschaft der Wallfahrerinnen und Wallfahrer, die in musikalischer Begleitung durch die Trachtenkapelle Hessisches Kegelspiel Großentaft (Leitung Harald Hohmann), vom Anger zur Wallfahrtskirche auf dem Gehilfersberg zogen. Nach dem Einzug durch die Heilige Pforte in die Wallfahrtskirche wurde Eucharistie, gefeiert, der Pfarrer Reiner Modenbach, Rasdorf vorstand.
In seiner Predigt stellte er die Frage, ob der Gesellenvater Adolph Kolping und sein Werk heute noch ein Stachel im Fleisch der Gesellschaft seien. Als Stachel könnt angesehen werden, nicht mit dem Strom zu schwimmen, mal gegen den Kamm zu bürsten und den Mut zu haben, Werte, die verloren gegangen seien nicht nur als Wandel der Zeit zu begreifen, sondern als Verlust anzusehen. Tradition versucht, das Gute zu bewahren und weiterzutragen. Ein Stachel in der Gesellschaft sei der Mut, sich dafür einzusetzen. Adolph Kolping sei ein solcher Stachel. Er habe zu den christlichen Menschen des 19. Jahrhunderts gehört, die das Evangelium gelesen und genau hingeschaut hätten, was die Bedürfnisse der Menschen gewesen seien. Bundespräsident Joachim Gauck habe in seiner Rede zum 200. Geburtstag des Seligen von drei Wesenszügen gesprochen. Adolph Kolping sei ein zutiefst frommer Priester gewesen, was in seiner Zeit nach der Aufklärung in der Gesellschaft nicht mehr überall zu finden war. Er habe sich mit Leidenschaft für die Menschen seiner Zeit, die unter den sozialen Zuständen litten, interessiert, in seinen Publikationen darüber berichtet und die Mängel beim Namen genannt. Das Entscheidende sei gewesen, dass er als Mann der Praxis den Gesellenverein gegründet habe, um junge Menschen zu sammeln und sie zu fördern. Adolph Kolping habe junge Mensch befähigt, selbständig und selbsttätig zu sein. So sei er ein Pädagoge gewesen, der auf Zukunft hin orientiert gewesen sei und für den Jede und Jeder wichtig war.
So müssten die Kolpingfamilien heute Stachel in der Gesellschaft sein, denn auch unsere Zeit stehe vor der Herausforderung, junge Menschen in den Blick zu nehmen und ihnen Sinn im Leben zu vermitteln. Ihnen zu sagen, dass auch ihr Leben wert habe. Wichtig sei, sie spüren zu lassen, wie wertvoll jede und jeder Einzelne ist. Die große Aufgabe bestehe darin, die jungen Menschen aus einer virtuellen Welt herauszuholen und ihnen zu helfen, einen Platz in der realen Welt zu finden. Das werde nicht jedem gefallen und würde so ebenfalls zu einem Stachel an dem man in weiten Teilen unserer Gesellschaft Anstoß nehme. Ein Mensch, der sich und seinen Weg erkannt habe und dazu stehe, sei weniger manipulierbar.
Pfarrer Reiner Modenbach dankte am Schluss des Gottesdienstes allen Akteuren der Bezirkskolping – Wallfahrt für die gute Vorbereitung und Durchführung. Sein besonderer Dank galt der Trachtenkapelle aus Großentaft, und an der Orgel Erik Reinhardt. Die Kollekte war für das Schulprojekt von Pfarrer Dr. Jean Parfait Ntsama aus Kamerun bestimmt, der zurzeit als Gastpfarrer in den Pfarreien Großentaft und Rasdorf die Urlaubsvertretung übernommen hat und mit diesem Geld mittellosen Schülerinnen und Schülern den Unterrichtsbesuch und das Wohnen im Internat ermöglicht. Weiter Spenden für ihn können auf das Konto der Pfarrei Rasdorf, Sparkasse Hünfeld oder IBAN: DE57 5305 0180 0074 0020 34, BIC: HELADEF1FDS, Vermerk: Pfarrer Ntsama, überwiesen werden. Eine Spendenquittung wird ausgestellt.

