Es war ein zauberhafter Abend am Samstag den 8. August, die „Nacht der Poesie“ am Haimbacher Schulzenberg. Und es war dort die erste nach dem Tod des Hamburger Schauspieler Rudolf H. Herget. Das Wetter war gut und so fanden knapp 150 Literaturbegeisterte Menschen mit Decken und Proviant bepackt den Weg auf einen der schönsten Berge der Region, vom dem aus sich eine grandiose Aussicht auf Fulda und die Rhön bot. Sie wollten sich an den „Erzähler der Nacht“, wie sie ihn liebevoll nannten, erinnern. Ein Ehepaar war sogar aus Schweinfurt angereist, ein Mann mit Hund aus der Nähe von Darmstadt.
Im August 2004 gastierte Rudolf Herget das erste Mal mit seiner deutschlandweit einmaligen Veranstaltungsreihe auf dem Schulzenberg. Es war einer seiner Lieblingsplätze.
In seiner Ansprache dankte Thomas Bayer der Kirchengemeinde Haimbach und Wolfgang Raab für das Zustandekommen der Veranstaltung und hob hervor, dass es für Rudolf H. Herget neben der Poesie wichtig war, dass sich Menschen bei den „Nächten der Poesie“ trafen und zusammen die Natur und die Nacht genossen.
Dann begrüßte er den Poeten und Dichter Peter Schott aus dem fränkischen Münnerstadt, der im Anschluss einige seiner Werke wie „Sterne spüren“ vortrug und sogar das Publikum mit einbezog. Was sehr gut ankam.
Dann folgte ein lyrisches Programm und eine Geschichte, alles Aufnahmen von Rudolf H. Herget bei den „Nächten der Poesie“ in der Rhön. Die Zuhörer erwarteten ca. 60 Gedichte und lyrische Texte. Balsam für die Seele, eine Anregung zum Nachdenken, Entspannen und Inne halten.
Herget begann sein ca. 70-minütiges Programm mit Kindergeschichten, wechselte dann zu Rosengedichten u. a. von Friedrich Hebbel und zum „Erlenkönig“ von Goethe.
Nahtlos schlossen sich wunderbare Mondgedichte von Matthias Claudius wie „Der Mond ist aufgegangen“ und Werke von Gottfried Keller, Theodor Storm, Joseph von Eichendorff und Ludwig Achim von Arnim an. Danach kam Liebes- und Sternenlyrik.
Auch witziges wie Kurt Tucholsky´s „Ideal“ durfte an diesem Abend natürlich nicht fehlen. „Wir möchten so viel: Haben. Sein. Und gelten. Dass einer alles hat: Das ist selten“. Als Gegensatz dazu brachte Herget Hermann Hesses „Stufen“. Dann folgte Plathons „Gastmahl“ und die „Erschaffung des Weibes“ von Ludwig Anton Salomon. Zum Abschluss folgte die „Ode an die Freude“ von Friedrich Schiller und Hermann Hesses „Im Nebel“.
Manche Literaturliebhaber blieben noch und konnten Sternschnuppen bewundern. Was bleibt ist die Erinnerung an einen wundervollen Abend auf einem ganz besonderen Berg, der die Menschen wieder einmal in seinen Bann zog. Auf ein Wiedersehen am Schulzenberg in 2016.