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Anti-Drogen-Konzert für Schülerinnen und Schüler der Lüdertalschule

Großenlüder. Wie erreicht man heute Jugendliche, wenn man von der üblichen Methode des erhobenen Zeigefingers absieht? Die Antwort ist ein Versuch, den die Bürgermeisterin Silvia Hillenbrand wagte. Denn wie sie selber sagt, liegt ihr die Jugend- und Präventionsarbeit sehr am Herzen. Der Versuch: ein Anti-Drogen-Konzert für Schülerinnen und Schüler der Lüdertalschule und der Friedrich-von-Bodelschwing-Schule, finanziert aus den Geldgeschenken anlässlich des 60-jährigen Geburtstags der Bürgermeisterin, vollgefüllt mit Emotionen, Informationen und Musik.

Die Botschaft in der vollgefüllten Kreissporthalle in Großenlüder: „Ihr seid selbst dafür verantwortlich, ob ihr mit Zigaretten, mit Alkohol oder mit Drogen anfangt“ und „Anfangen ist leicht, Aufhören ist schwer“ Moderiert wurde die Veranstaltung von Dieter Breivogel, Vorsitzender des Vereins SDO (Sucht- und Drogenprävention Oberfranken). Es spielte die Band „Spiegelbild“ mit Fernando Kramarczyk und Enrico Muth mit eigener Musik und eigenen Texten. Mit dabei war Erwin Maisch, Vorsitzender von SMOG, der die Beziehung zur Band aufgebaut hatte.

Wenn Enrico in seinem Lied die Frage eines Vaters nach dem „Warum“ stellt und im Hintergrund Bilder eines verzweifelten Jungen gezeigt werden, der seinem Leben ein Ende setzt, weil der drogensüchtig ist, dann blicken die Jugendlichen nachdenklich und Erwachsene bekommen Gänsehaut. Wenn der Abschiedsbrief eines jungen drogenabhängigen Selbstmörders vorgelesen wird, dann muss so mancher Zuhörer schlucken.

Wenn ein Raucherbein gezeigt wird oder das von Hautkrebs gezeichnete Gesicht einer alten Frau mit Zigarette in der Hand und dazu die Information gegeben wird, dass 400 Menschen am Tag an den Folgen des Rauchens sterben, dann schockt das die Zuhörer. Wenn das Absterben der Hirnzellen durch Alkoholgenuss beschrieben wird („Alkohol, der absoluter Intelligenzkiller“) und man hört, dass 5 – 10 % der Jugendlichen zu Alkoholiker werden, spätestens dann wird man nachdenklich.

Der Moderator Breivogel stellt Fragen. Er erhält Antworten, die zeigen, dass viele Jugendlichen sich der Gefahren bewusst sind. Doch wer weiß wirklich, dass 600 Fremdstoffe in einer Zigarette sind, von Arsen über Blei, Quecksilber, Blausäure, Benzol bis hin zu DDT und Kohlenmonoxid? „Da kann man sich eigentlich gleich an den Auspuff hängen“.

Der faustgroße Teerklumpen in der Hand des Moderators zeigt, was eine Lunge im Jahr bei einem Konsum von einem Päckchen Zigaretten pro Tag verkraften muss. Doch auf die Frage: „Warum rauchst Du?“ können die Betroffenen keine erklärende Antwort geben.

Breitvogels Sprache ist klar und derb, seine Beispiele schockieren und stoßen ab. Aufklärung und Warnungen erfolgen schnell hintereinander, lassen kaum zum Nachdenken. Hier wird auf Langzeitwirkung gesetzt. Die Texte der Lieder gehen unter die Haut. Erreichen sie die Schüler? Rhythmisches Klatschen begleitet den Song „Keine Macht den Drogen“. Doch was ist heute Abend oder morgen? Was ist, wenn die Gruppe, in der die vermeintlichen Freunde sind, säuft? Draußen zünden sich die Hartnäckigen die nächste Zigarette an. Schon Sucht oder der Versuch, sich vor den Freunden und Kumpels cool zu geben? „Die Verantwortung für sein Tun trägt jeder für sich allein.“

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