Ziegen, Pferde, Schafe, Hühner, Gänse und andere Tiere sind die sympathischen Stars einer Fotoausstellung, die im Fränkischen Freilandmuseum Fladungen zu sehen ist. Im Auftrag der Verwaltungsstellen des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön zeigt hier der Naturfotograf Jürgen Holzhausen Bilder von schützenswerten heimischen Haustierrassen. Bei der Vernissage spendeten prominente Regionalpolitiker dafür nachdrücklich Beifall. Die Ausstellung ist den ganzen Sommer über täglich zu besichtigen.
Hintergrund der Ausstellung ist ein Projekt der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen, die das Vorkommen alter Rassen in den deutschen Biosphärenreservaten untersucht hat. In der Rhön wurden die Experten in besonderem Maße fündig: Hier sind 27 gefährdete Nutztierrassen belegt. Diese Artenvielfalt soll nach dem Willen des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön erhalten und der Bestand dieser Tiere in der Region möglichst noch vergrößert werden.
„Unsere Fotoausstellung will die Schönheit und den Wert dieser alten Rassen verstärkt in den Blickpunkt rücken“, sagt Julia Rösch von der Bayerischen Verwaltungsstelle, Koordinatorin des Projekts. Zusammen mit dem Fotografen Holzhausen hat sie einige Halter der alten Rassen in der Rhön besucht. 39 Bilder von Holzhausen zeigen die Tiere und die Menschen, die sich um ihr Wohlbefinden kümmern.
Der Präsident des Bezirkstags Unterfranken Erwin Dotzel (CSU) dankte den Organisatoren und dem Fotografen für ihre heimatkundliche Arbeit. Er verspricht sich von der Ausstellung wertvolle Impulse für die Haltung solcher seit Jahrhunderten bewährter Haustiere. „Vielleicht kommen jetzt weitere Landwirte und Privatpersonen auf die Idee, sich diesen Tieren zuzuwenden.“
Der Fotograf Jürgen Holzhausen (geb. in Weisbach/Rhön) war viele Jahre als Naturschutzwart und Mitarbeiter des Biosphärenreservats Rhön tätig und ist seit März 2012 im „Unruhestand“. Er wohnte selbst auf einem Bauernhof, hat als Kind Kühe gehütet, hält seit seiner Jugend mit Begeisterung Hühner und seit diesem Jahr Fränkische Landgänse. Die Lokaltermine bei den Tierhaltern hätten ihm viel Freude bereitet.
Die Ausstellung „Rassige Raritäten“ ist im „Hofgut Leutershausen“ auf dem Gelände des Fränkischen Freilandmuseums Fladungen untergebracht und täglich zu besichtigen. Zum Thema alte Haustierrassen in der Rhön hat das UNESCO-Biosphärenreservat zu Jahresbeginn eine ansprechend gestaltete 32-seitige Broschüre (DIN A4) herausgegeben, die ebenfalls viele attraktive Fotos von Jürgen Holzhausen enthält. Sie ist im Freilandmuseum sowie in den Infozentren des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön kostenlos erhältlich.
Hinweis: Am Sonntag, 14. Juni 2015 findet auf dem weitläufigen Gelände des Fränkischen Freilandmuseum Fladungen ein Tag der alten Haustierrassen statt. Viele heimische Halter werden ihre Tiere präsentieren, darunter Schafe, Ziegen, Tauben und Bienen. Ein Kinderprogramm rundet das heimatkundliche Angebot ab.
Zum Bild: Erklärte Freunde alter Haustierrassen (von links): Julia Rösch (Bayer. Verwaltungsstelle des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön), Peter Suckfüll (stellv. Landrat des LK Rhön-Grabfeld), Erwin Dotzel (stellv. Vorsitzender des Zweckverbands Fränkisches Freilandmuseum Fladungen), Fotograf Jürgen Holzhausen, Eva Kalla (2. Bürgermeisterin Fladungen), Bezirksrätin Karin Renner und Dr. Sabine Fechter (Leiterin des Fränk. Freilandmuseums Fladungen).