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Verständnis für Menschen mit Multipler Sklerose ausbauen

Mysterium MS: Nur wenige Menschen wissen, was es mit dieser Krankheit auf sich hat, wie sie überhaupt entsteht und wie sie verläuft. Häufig werden in den Medien Vorurteile verbreitet und MS-Patienten mit Rollstühlen in Verbindung gebracht, was aber lange nicht auf alle Betroffenen zutrifft.

Multiple Sklerose – auch „Encephalomyelitis disseminata“ (ED) genannt – ist eine entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, welche die Hüllen um die Nervenfasern angreift. Diese Hüllen oder Schutzschichten („Myelin“) haben in einem gesunden Individuum die Funktion Nervenimpulse möglichst schnell an das Zielorgan oder Muskelgewebe weiterzuleiten. Sie beschleunigen somit die Signale, die von der Schaltzentrale Gehirn kommen oder entsprechend von einem Teil des Körpers zum Gehirn geleitet werden sollen. Bei Menschen mit MS entzünden sich diese Schutzschichten, was zu fehlerhaften oder verlangsamten Signalen führt. Die Entzündungen treten meist in Schüben auf, die nach einiger Zeit abklingen, oder es bleibt vernarbtes Nervengewebe bestehen. Die Symptome eines MS-Schubs sind allerdings von Mensch zu Mensch verschieden: Die Krankheit kann sich beispielsweise in Koordinationsstörungen, Sehschwierigkeiten und enormer Müdigkeit äußern. Daher resultiert auch das Motto des diesjährigen „Welt-MS-Tages“: „MS reißt Löcher in den Alltag“.

Warum manche Menschen an MS erkranken und andere nicht, ist noch immer unklar. Derzeit werden vermehrt genetische Bedingungen und Umweltfaktoren untersucht, doch eine einzelne Ursache ist bisher nicht bekannt. Offenbar scheint allerdings das Immunsystem eine zentrale Rolle bei MS zu spielen. Normalerweise schützt uns das Immunsystem vor Krankheitserregern, doch bei Multipler Sklerose wird ein Teil der schützenden Zellen („T-Helfer-Zelle“) falsch programmiert, was zu einer Autoimmunreaktion führt. Das bedeutet, dass sich diese Zellen nun gegen den eigenen Körper und die schützenden Hüllen um die Nervenfasern richten. Das kann wiederum zu Entzündungen und Signalstörungen führen. Meistens wird die Krankheit im Alter von 20 bis40 Jahren festgestellt. Diagnostiziert werden in Deutschland jährlich rund 2500 Fälle, wobei Frauen in etwa doppelt so oft betroffen sind wie Männer.

Zum 7. Mal ruft der Bundesverband der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) zum „Welt-MS-Tag“ auf, um das Verständnis für Menschen mit MS in der Gesellschaft auszubauen. Das Klinikum Fulda bietet als Auftaktveranstaltung am Dienstag, 26. Mai, von 17 bis 18.30 Uhr Vorträge mit Dr. Jürgen M. Klotz und Professor Dr. Tobias Neumann-Haefelin im Hörsaal des Klinikums an. Am „Welt-MS-Tag“ selbst, dem 27. Mai, findet im Foyer von 10 bis 16 Uhr eine Infoveranstaltung in Kooperation mit dem Landkreis Fulda, den Selbsthilfegruppen und der DMSG statt. Ab 14.30 Uhr wird Autorin Heike Führ aktuelle MS-Literatur vorstellen. Interessierte, Betroffene, Angehörige und Partner sind herzlich eingeladen, die Infotage am Klinikum Fulda zu besuchen und einen tieferen Einblick in das Rätsel um Multiple Sklerose zu erhalten.

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