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Informationen, Gespräche und ein Buffett mit regionalen Produkten

Dermbach. Zum ersten Mal innerhalb des Gastronomieprojektes der Regionalen Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Rhön im thüringischen Bereich der Rhön waren jetzt Produzenten, Direktvermarkter und Gastronomen aus dem Felda- und Ulstertal in die Schlosshalle nach Dermbach eingeladen. Hier hatten sie die Gelegenheit, miteinander in Kontakt zu treten. Außerdem konnten die Produzenten ihre jeweils spezifischen Produkte vorstellen. Der Höhepunkt des Abends war die Verkostung der regionalen Waren. Dazu hatte das Team der Dermbacher Gaststätte „Zum Rhönpaulus“ ein Buffett zusammengestellt.

Fotos (3): Carsten Kallenbach

Rhöner Identität

Das Gastronomieprojekt der ARGE Rhön verfolgt das Ziel, mehr regionale Produkte in den Gaststätten anzubieten, um so gezielt den Tourist mit Rhöner Identität zu begeistern und den Tourismus insgesamt zu fördern. Außerdem sollen aus dem verstärkten Kontakt zwischen Produzenten, Direktvermarktern und Gastronomen auch touristische Angebote wie Hofbesichtigungen, Brauereirundgänge oder Besuche in den Regionalläden resultieren. Bereits 2006 war das Gastronomieprojekt in der bayerischen Rhön gestartet worden – in diesem Jahr begann es in Hessen und Thüringen.

„Dieses Projekt trägt zur Wertschöpfung in der Region bei. Wir als ARGE Rhön versprechen uns davon, Arbeitsplätze zu binden oder sogar im Bereich der Produzenten, der Hotellerie und Gastronomie neue Arbeitsplätze zu schaffen“, erklärte der Geschäftsführer der Regionalen Arbeitsgemeinschaft Rhön, Ewald Klüber. Der Nachweis der Herkunft der jeweiligen Produkte gewinne immer mehr an Bedeutung. Letztlich sei es auch eine Frage der Identität, Waren aus der Region zu kaufen und damit die Region zu stärken. „Die ARGE Rhön kann all das nur anstoßen; Sie als Akteure müssen miteinander sprechen und die Ideen umsetzen“, wandte sich Klüber an die anwesenden Produzenten und Gastronomen. Gleichzeitig machte er darauf aufmerksam, dass das Projekt mit Mitteln aus der europäischen Gemeinschaftsinitiative LeaderPlus gefördert wird – „also muss dabei unter dem Strich etwas herauskommen“, stellte Klüber klar.

An dem Treffen in der Schlosshalle Dermbach nahmen Imker, Direktvermarkter, Forellenzüchter, selbstständige Landwirte, Weinbauern, Schnapsbrenner, Rhönschafzüchter sowie Regionalladenbetreiber aus der Thüringer Rhön teil. Auch Vertreter von Brauereien, Mineralbrunnen sowie den Agrargenossenschaften waren anwesend. Bis in den späten Abend hinein führten sie gemeinsam mit den Gastronomen Gespräche, bei denen es um die lieferbaren Produkte, die Qualität und auch den Preis ging.

Erhöhung der Servicequalität
„Für uns als Gastronomen war diese Veranstaltung ein klarer Gewinn“, schätzte Torsten Stütz, Vorsitzender des DEHOGA-Kreisverbandes Bad Salzungen und Mitglied der Projektgruppe des Thüringer Gastronomieprojektes sowie Inhaber des Keltenhotels „Goldene Aue“ in Sünna ein. „Der Willen zur regionalen Zusammenarbeit ist vorhanden“, ergänzte er. Daher habe man sich auch darauf geeinigt, am 24. November in der Gaststätte „Zur Geisschänke“ in Geisa und am 25. November im Jagdhaus „Wittgental“ in Breitungen Schulungen in Form von Ganztagsseminaren für die Servicemitarbeiter anzubieten.

Bei diesen Schulungen, erklärte Stütz, sollen die Servicekräfte auf die verstärkte regionale Vermarktung eingestimmt werden, um fundierte Auskünfte über die Herkunft der Produkte gegenüber dem Gast geben zu können. „Es geht unter dem Strich um die Erhöhung der Servicequalität“, sagte der Gastronom. Das Rhönforum werde bei den Serviceschulungen ebenfalls anwesend sein, um verschiedene Informationen zur Rhön zu geben. „Damit wollen wir einen einheitlichen Wissensstand des Servicepersonals über die Rhön erreichen, denn oft ist dieses Personal der erste Ansprechpartner für einen Gast, wenn er Fragen zur Rhön hat.“

Noch in diesem Jahr sollen außerdem für alle Mitarbeiter der Hotels und Gaststätten Betriebsbesichtigungen bei ihren Produzenten und Direktvermarktern ermöglicht werden, um persönlich den Bauernhof oder den verarbeitenden Betrieb kennen zu lernen. Als Pendant zu den Schulungen für das Servicepersonal sei bereits von einigen Betrieben Bedarf für Schulungen der Köche angemeldet worden, hob Stütz hervor.
Wie vielfältig ein Buffett aus Rhöner Produkten sein kann, bewiesen in Dermbach die Landwirte, Jagdpächter und Produzenten der Thüringer Rhön eindrucksvoll. Sie hatten ihre Waren wie Rhönlamm, Reh, Nudeln, Gänse, Fleischhähnchen, Forellen, Hausmacherwurst, Brot und Zwiebelkuchen an die Gaststätte „Zum Rhönpaulus“ in Dermbach geliefert. „Alle Produkte besaßen eine sehr gute Qualität“, schätzte Geschäftsführer Uwe König ein, der an diesem Abend gemeinsam mit seinen Mitarbeitern alle Hände voll zu tun hatte.

Umfangreiche Informationen über die Ziele und Inhalte des Gastronomieprojektes vermittelten den rund 40 anwesenden Produzenten, Direktvermarktern und Gastronomen neben Torsten Stütz auch die anderen Mitarbeiter der Projektgruppe, Martina Klüber aus Schleid, Brigitte Vorndran aus Bischofsheim und Hannelore Rundell aus Nüdlingen. Bereits am Donnerstag dieser Woche, 13. November, wird eine ähnliche Veranstaltung in Birx stattfinden. Sie wendet sich vorrangig an die Akteure der Meininger Rhön und beginnt um 18 Uhr im „Flechsenberger Hof“. Interessenten sind herzlich eingeladen.

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