Gersfeld. 1991 wurde das Biosphärenreservat Rhön gegründet. Der Sitz der Hessischen Verwaltungsstelle und des Vereins Natur- und Lebensraum Rhön e. V., des Förder- und Trägervereins des Biosphärenreservates auf der hessischen Seite, war zunächst in Ehrenberg / Wüstensachsen angesiedelt. Durch den Abzug der Bundeswehr wurden 1998 Räumlichkeiten in der ehemaligen Luftwaffen-Kaserne auf der Wasserkuppe frei. Der Besuchermagnet Wasserkuppe übte auch eine große Anziehung auf die Verantwortlichen des Biosphärenreservates Rhön aus.So gehörten Verein Natur- und Lebensraum Rhön und die Hessische Verwaltungsstelle zu den ersten Nachnutzern auf der Wasserkuppe, nach dem Abzug der Bundeswehr. Seither hat sich in dem alten Kasernengemäuer im Groenhoff-Haus auf der Wasserkuppe einiges getan. Ein kleines Informationszentrum wurde eingerichtet. Besuchergruppen werden Vorträge und Multivisions-Schauen geboten. Integriert ist der Regionalladen des Vereins „Rhöner Durchblick“ mit einem umfassenden Angebot regionaler Spitzenerzeugnisse. Auch die Büros der Verwaltungsstelle des Biosphärenreservates Rhön und des Vereins sind im Groenhoff-Haus angesiedelt.
100.000 Besucher pro Jahr
Der Umzug hat sich ausgezahlt. Rund 100.000 Besucher zählt das bescheidene Informationszentrum jedes Jahr. Als Dreh- und Angelpunkt der Öffentlichkeitsarbeit und Bildungsarbeit wird es Jahr für Jahr von hunderten von Gruppen besucht. Daneben wird das Gebäude von zahlreichen regionalen Arbeitsgruppen regelmäßig in Anspruch genommen.
Dennoch lässt das Gebäude einiges zu wünschen übrig.
Martin Kremer, der ehrenamtliche Geschäftsführer des Vereins Natur- und Lebensraum Rhön e.V. beschreibt es so: „Letztendlich befinden wir uns immer noch im Zustand eines Provisoriums. Ein Informationszentrum, das internationalen Ansprüchen genügt und den Anforderungen einer international anerkannten Modellregion der UNESCO gerecht wird, muss anders aussehen.“
Kremer hofft dabei auf den „Master-Plan Wasserkuppe“. Die Wünsche des Biosphärenreservates Rhön wurden dahingehend deutlich gemacht, dass man sich einen Ausbau und eine Professionalisierung des Informationsbereiches wünscht. Kremer: „Informationszentren sind Dreh- und Angelpunkte für die Bildungsarbeit. Sie sind der Transmissionsriemen zwischen der Projekt- und Forschungsarbeit einerseits und dem Bürger andererseits.“
Informationszentren haben große Bedeutung
Bundesweit wird daher erheblich in Informationszentren investiert. So entstand im Nationalwald Kellerwald ein Informationszentrum für 7 Mio. Euro. Im Bayerischen Wald kostete das kürzlich eingerichtete „Haus der Wildnis“ 25 Mio. Euro. In Berchtesgaden ist ein Informationszentrum für 19 Mio. Euro in der Planung. Dies dokumentiert, welche Bedeutung Informationszentren heute zugewiesen wird, welche sich mit Themen wie Umweltschutz und Regionalentwicklung beschäftigen.
Dr. Hubert Beier, 1. Vorsitzender des Vereins, sieht es ähnlich: „Die Wasserkuppe ist der Brennpunkt der Rhön mit jährlich rund 1 Mio. an Besuchern. Wo sonst, wenn nicht auf der Wasserkuppe, wäre der ideale Ort, um umfassend über die Artenvielfalt der Rhön, die nachhaltige Regionalentwicklung und die Forschungs- und Bildungsaktivitäten im Biosphärenreservat Rhön zu informieren?“.