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Adventsgrüße aus dem Knast nach ganz Deutschland

Schwalmstadt. Da staunten einige Kinder nicht schlecht: Obwohl der Vater im Knast sitzt, war er am Nikolaustag ganz unerwartet bei seiner Familie, zumindest seine Stimme. Denn der Nikolaus hatte eine CD in seinem Gepäck, auf der der Papa nicht nur mit einem ganz persönlichen Gruß zu hören war, sondern auch eine Advents- oder Weihnachtsgeschichte vorlas. Ganz persönlich für den eigenen Nachwuchs also, der den Nikolaustag ohne den Vater verbringen musste. Michael Kullinat, katholischer Gefängsnisseelsorger in der JVA Schalmstadt, hatte die Idee zu dem ungewöhnlichen Nikolausgruß: “Gerade jüngere Kinder leiden darunter, wenn ein Elternteil im Gefängnis einsitzt. Die Möglichkeiten zur Begegnung sind oftmals beschränkt, nicht zuletzt, weil in Schwalmstadt nicht nur Männer aus Hessen einsitzen.” So schickte einer der Inhaftierten seinen Nikolausgruß an seine Tochter ins norddeutsche Bremen.

In den Wochen vor dem Nikolaustag hatte Kullinat seinen Inhaftierten eine Auswahl von adventlichen und weihnachtlichen Geschichten präsentiert, so “Das Mädchen mit den Schwefelhölzern”, “Sterntaler” und natürlich “Die Geburt Jesu” nach dem Lukasevangelium. Anschließend nahm der Gefängnisseelsorger mit einem Aufnahmegerät die Inhaftierten beim Vorlesen auf. Die Öffentlichkeitsarbeit im Bistum Fulda bearbeitete die vorgelesenen Geschichten und adventlichen Grüße im bistumseigenen Tonstudio, brannte sie auf CD und verschickte sie mit einer adventlichen Karte an die Kinder.

“Letztlich geht es darum, Brücken zu bauen zwischen den Inhaftierten und ihren Familien und ein kleines bisschen dazu beizutragen, dass die Beziehungen untereinander nicht völlig abreißen”, so Kullinat. Den Menschen zu helfen, für sie dazusein, sei schließlich eine der verschiedenen wichtigen Aufgaben von Kirche, so der Gefängnisseelsorger.

 

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