Fulda/Hosenfeld/Kalbach. Mit der Überreichung der Einbürgerungsurkunden finden Verfahren zur Verleihung der deutschen Staatsangehörigkeit ihren förmlichen Abschluss. Damit verbunden ist ein Treuebekenntnis auf das Grundgesetz und die Gesetze der Bundesrepublik Deutschland. Um der Bedeutung des Anlasses Rechnung zu tragen, wird die Einbürgerung von ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern im feierlichen Rahmen vollzogen. Dies gilt auch für den Landkreis Fulda, der als untere Verwaltungsbehörde das komplette Verfahren – von der Erstberatung und Entgegennahme der Anträge über die Vorbereitung der eigentlichen Einbürgerungsentscheidung, die dem Regierungspräsidium obliegt, bis zur Aushändigung der Einbürgerungsurkunden – federführend verantwortet, sofern die Bewerber ihren Hauptwohnsitz in Städten und Gemeinden mit weniger als 7.500 Einwohner haben.
Bundesweit steigt die Zahl der Einbürgerungen. Im letzten Jahr erhielten 112.348 Ausländer die deutsche Staatsangehörigkeit – 5,1 Prozent mehr als in 2011. Laut Matthias Brähler von der Kreisverwaltung Fulda seien die Fallzahlen im Landkreis zu gering, um eine generelle Tendenz herauszulesen. Im Jahr 2013 verzeichnet allerdings auch der Landkreis Fulda mit bislang 15 Einbürgerungen steigende Zahlen. Dies hängt sicherlich damit zusammen, dass im Zuge der EU-Erweiterung immer mehr Bewerber ihre bisherige Staatsbürgerschaft nicht mehr aufgeben müssen, wenn sie Deutsche werden wollen.
Erster Kreisbeigeordneter Dr. Heiko Wingenfeld sieht in der Einbürgerung eine Einladung, sich aktiv und umfassend in das gesellschaftliche Leben der Region einzubringen. Aufgrund ihres interkulturellen Hintergrunds seien ausländische Mitbürgerinnen und Mitbürger in besonderer Weise befähigt, als Brückenbauer für eine Willkommenskultur zu fungieren. Bei der letzten Einbürgerungsfeier im Kreishaus wenige Tage vor der Bundes- und Landtagswahl appellierte der Vize-Landrat, vom neu erworbenen Wahlrecht Gebrauch zu machen und sich in das örtliche Wählerverzeichnis eintragen zu lassen.
Dies wollte Juan Cantalejo Valle, der mit seiner vierköpfigen Familie in Hosenfeld wohnt, tun. Der gebürtige Fuldaer ist spanischer Abstammung und hat als Vertriebsmitarbeiter einer weltweit operierenden Maschinenbaufirma die Wertschätzung des deutschen Reisepasses kennen gelernt. Ehrenamtlich engagiert sich der 39-jährige als Jugend-Fußballballtrainer. Bereits seit sieben Jahren lebt die aus dem Kosovo stammende Merita Thaqi in Deutschland. Vor drei Jahren kam die 36-jährige mit ihrem Mann, der schon länger die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, und den beiden Töchtern nach Niederkalbach.