Fulda. Von einem insgesamt zufriedenstellenden Geschäftsjahr 2012 berichteten Oberbürgermeister Gerhard Möller als amtierender Verwaltungsratsvorsitzender und der Vorstand der Sparkasse Fulda auf dem Jahrespressegespräch im
S-Finanzmarkt am Buttermarkt. Das Kundengeschäft verlief in ruhigem Fahrwasser. Beim operativen Ergebnis kam die Sparkasse zwar nicht mehr ganz an das Vorjahresniveau heran. Dafür blieb die Risikovorsorge unter den erwarteten Werten. Das nutzte die Sparkasse, um ihre solide Eigen-kapitalbasis erneut zu stärken. Ihrem kreditwirtschaftlichen und ihrem gesellschaftlichen Auftrag in Stadt und Landkreis Fulda kann sie trotz des schwierigen Zinsumfelds weiter in vollem Umfang nachkommen.
Unternehmen bei Investitionen zurückhaltend
Als „Kern des öffentlichen Auftrags“ der Sparkasse bezeichnete Vorstandsvorsitzender Alois Früchtl die Finanzierung des Mittelstands. Der agierte mit seinen Investitionen im Jahr 2012 verhaltener als in den beiden Vorjahren und fragte deutlich weniger Kredite nach. Viele Unternehmen stellten größere Vorhaben und Projekte entweder zurück oder wickelten sie aus vorhandenen Barmitteln ab. Das Volumen der Darlehenszusagen an gewerbliche Kunden lag bei etwa 160 Mio EUR, umgerechnet knapp 750.000 EUR pro Arbeitstag. Das gewerbliche Kreditgeschäft hat bei der Sparkasse Fulda ein im Vergleich zu den anderen Sparkassen in Hessen überdurchschnittlich hohes Gewicht. Mehr als 60 Prozent des gesamten Kreditvolumens von 1,75 Milliarden EUR sind an Unternehmen und Selbständige ausgeliehen. Wie die Wirtschaftsregion Fulda insgesamt ist auch das Portfolio der Sparkasse dabei gut über die einzelnen Branchen gestreut. „Das schützt unser Kreditgeschäft gegen Unwuchten bei wirtschaftlichen Problemen einzelner Kunden oder einzelner Wirtschaftszweige“, erläuterte Alois Früchtl.
Privatkunden stecken weiter Geld in Immobilien
Neben dem Außenhandel war es vor allem der private Konsum, der den Konjunkturmotor im vergangenen Jahr auf Touren hielt. Das spiegelte sich auch im privaten Kreditgeschäft der Sparkasse wider. Hier stiegen die Darlehenszusagen um fast 6 Prozent auf 105 Mio EUR. Die Nachfrage nach Finanzierungsmitteln für Renovierungen, energetische Sanierungen und Installation von Photovoltaikanlagen war immer noch hoch. Für Uwe Marohn, den stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse, zeigt das zum einen die ungebrochene Wertschätzung für die Immobilie als Vorsorge und Kapitalanlage. Zum anderen hätten die Menschen erkannt, dass die Kreditzinsen die Talsohle erreicht hätten. Das erleichtere vielen Kunden die Entscheidung, „Nägel mit Köpfen“ zu machen. Im Übrigen, so Marohn, sei auch das sonstige private Finanzierungsgeschäft der Sparkasse lebhaft verlaufen. Mit einer schnellen, unkomplizierten Abwicklung überzeugte die Sparkasse mehr als 1.400 Kunden vom Sparkassen-Privatkredit und vom Sparkassen-Autokredit.
Zinsniveau verharrt „knapp über der Grasnarbe“
Auch im Einlagen- und im Wertpapiergeschäft konnte die Sparkasse bei ihren Privatkunden punkten. Nahezu 20 Mio EUR mehr als im Vorjahr hatten sie der Sparkasse zum Bilanzstichtag anvertraut. Auf den Sparkassenkonten der Privatkunden lagen zum Jahresende erstmals über 2 Milliarden EUR (+ 1,8 Prozent), dazu noch einmal mehr als 450 Mio EUR in Wertpapierdepots. Liquide Mittel, Geldanlagen und Wertpapiere von Unternehmen, Kommunen und Selbstständigen summierten sich auf ca. 690 Mio EUR. Weil das Zinsniveau weiterhin nur „knapp über der Grasnarbe“ liegt, scheuen es die Anleger nach Einschätzung von Uwe Marohn weiterhin, sich mittel- und langfristig festzulegen. Statt dessen „parkten“ sie Geld auf Tagesgeldkonten oder gar Girokonten. Positive Nachricht für die Besitzer von Wertpapieren: Der Kurswert eines Kundendepots bei der Sparkasse stieg während des Jahres 2012 durchschnittlich um mehr als 7 Prozent.
Filialnetz qualitativ weiter optimiert
Vorstandsmitglied Horst Habermehl zufolge hat das Risikomanagement der Sparkasse im vergangenen Jahr von einer eher seltenen Konstellation profitiert: Obwohl die Wirtschaft gut lief, gingen die Zinsen nicht hoch. Damit kam es weder zu größeren Wertberichtigungen und Ausfällen im Kreditgeschäft noch zu Kurskorrekturen bei den eigenen Wertpapieren der Sparkasse. „Die von uns aus Vorsichtsgründen einkalkulierten Risiken sind glücklicherweise per saldo so nicht eingetreten“, kommentierte Habermehl die Entwicklung des Jahres 2012. Im Jahr 2013 oder 2014 könne das allerdings schon wieder ganz anders aussehen. Das Ergebnis einer regional agierenden Sparkassen reagiere unmittelbar auf die konjunkturelle Lage und die Veränderungen der Zinslandschaft. Um diese Unwägbarkeiten gegebenenfalls auffangen zu können, sei eine starke Eigenkapitaldecke deshalb unverändert wichtig.
Auch im Geschäftsjahr 2012 hat die Sparkasse ihr Filialnetz qualitativ optimiert. Sie hat die Standorte Petersberger Straße 105 und Seniana (Hünfeld) aufgegeben, dafür aber die Filialen Tann und Wallweg (Fulda) grundlegend modernisiert. Der Umbau der Filiale Rabanusstraße in Fulda, so Habermehl, laufe planmäßig. Im Sommer werde das dortige Mitarbeiterteam wieder vom Container in der Sturmiusstraße in die angestammten Räumlichkeiten umziehen.