
Das Unternehmen PBS in Grebenau plant ein innovatives Energiekonzept, das auf heimisches Holz setzt. Unser Foto zeigt links den kaufmännischen Leiter Thomas Schäfer, Geschäftsführer Harald Schreiner, Landrat Manfred Görig und den Geschäftsführer der Vogelsberg Consult, Thomas Schaumberg. Foto: Erich Ruhl, Pressestelle Vogelsbergkreis
Vogelsbergkreis. Das Unternehmen PBS – Pulverbeschichtung Schreiner GmbH & Co. KG mit Sitz in Grebenau plant den Bau einer Holzhackschnitzel-Dampfheizanlage, mit der es rund eine Million Liter Heizöl pro Jahr durch den heimischen Brennstoff ersetzen will. Geschäftsführer Harald Schreiner und kaufmännischer Leiter Thomas Schäfer erläuterten ihr Konzept im Vogelsberger Kreishaus in Lauterbach.
Landrat Manfred Görig und Vogelsberg-Consult-Geschäftsführer Thomas Schaumberg zeigten sich von dem Vorhaben des Unternehmens stark beeindruckt. „Dieses innovative Energiekonzept spart Kosten und nutzt gleichzeitig der Umwelt“, hob der Landrat hervor. Görig und Schaumberg sehen das Projekt auch deshalb sehr positiv, weil neben den ökologischen Aspekten auch die gesamte Wertschöpfung der Energieerzeugung in der Region erbracht werde. Die Anlage soll mit modernster Filtertechnik ausgestattet werden. Deshalb bestünden bezüglich Emissionen keine Bedenken.
Geplant ist eine Biomasse-Dampfkesselanlage mit einer Leistung von 2500 Kilowatt. Der Bedarf von etwa 4000 Tonnen Holzhackschnitzeln pro Jahr könne vollständig aus der Region gedeckt werden. „Das macht uns erheblich unabhängiger von der Entwicklung am Öl- und Gasmarkt“, unterstreicht Harald Schreiner. Das Investitionsvolumen liegt bei über zwei Millionen Euro.
Die Schreiner-Gruppe – gegründet 1990 – hat rund 230 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von rund 24 Millionen Euro. Das Unternehmen mit DIN-ISO-Zertifikat hält Patente bei innovativen Verfahren, Metall dauerhaft durch spezielle Beschichtungen zu schützen und hat eine herausragende Stellung im Bausektor sowie im Nutzfahrzeugsektor, erläuterte Geschäftsführer Schreiner.
Bereits seit 2009 bemühe sich das Unternehmen, die Energiebilanz durch den Einbau von Photovoltaik-Anlagen zu verbessern. Bereits jetzt würden 500 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr eingespart, so Harald Schreiner. Seit 2011 arbeite das Unternehmen an einem Energiemanagementsystem. Dazu zählten beispielsweise über 350 Messpunkte im gesamten Unternehmen, die die konkreten Verbrauchswerte online erfassen und auswerten. In diesem Jahr werde das Unternehmen PBS das Energie- und das Umweltmanagementsystem komplett wirksam werden lassen.
Landrat Görig sagte zu, in dem komplexen Genehmigungsverfahren – der Kreis selbst ist hieran nicht beteiligt – unterstützende Gespräche mit dem Regierungspräsidium zu führen, falls dies nötig sein sollte. Der Baubeginn der Anlage ist für April 2013 vorgesehen. Im September soll die Biomasseanlage dann starten.